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Thema: rechtliche Schritte einleiten bei nicht erkannter Lkgs???

  1. #11
    Avatar von Louis2013
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    So kann ich deine Überlegung nicht stehen lassen. Niemals wäre die Erkenntnis der Spalte Grund einer Abtreibung gewesen.
    "Wenn Mama es vorher gewusst hätte, hättest du einen leichteren Start ins Leben gehabt!" Und dass man als Mutter hilflos zusehen muss, nur weil ein Arzt für 3Minuten seinen Job nicht richtig ausübt.

  2. #12

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    Was willst Du eigentlich "einklagen"? Wo ist Dein "Schaden". Entscheidend sind finanzielle Schäden oder eine derartige physisch-/psysische Belastung, dass man sie als Verletzung/Krankheit, hervorgerufen durch den Fehler und damit als Schaden (Schmerzensgeld) beurteilen würde. Einen solchen Schaden sehe ich nicht. Klagen, nur um den Fehler feststellen zu lassen, wäre mir das zu inverstierende Geld und Nerven nicht wert und dürfte mangels Rechtsschutzinteresses wohl erfolglos sein.

    Jens

  3. #13

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    Ich habe nicht behauptet, dass Du diese Überlegungen hattest aber Dein Kind könnte auf solche Gedanken kommen. Ich will Dich legendlich vorwarnen so dass Du Dir schon Sätze bzw. Gedanken zurechtlegen kannst ehe Dich Dein Kind damit konfrontieren könnte.

  4. #14

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    Hallo,
    die entscheidung musst du für Euch treffen, dazu möchte ich mich auch nicht wirklich äussern. Aber meine Tante ist Frauenärzt, sie wohnt allerdings zu weit weg von uns. Ich habe nach der Diagnose viel mit Ihre telefoniert.
    Sie selbst hat viele Fortbildungen bei einem der Führenden Schaller besucht. Allerdings sagte sie mir immerwieder das genau so Fehlbildungen der Grund seinwarum sie viele Ihrer Patientinen zum Pränataldiagnostiker schickt.
    Was ich damit sagen möchte ist, nicht jeder Frauenarzt kann sich die neuesten Geräte leisten und auch in allen Bereichen Fitt sein.
    ich frage mich auch ob es hier nicht sogar die ein Oder andere gibt die auch bei einem Pränatalmediziner war und die Spalte trotzdem nicht erkannt worden ist.
    Ich war in der 13 woche bei der feindignostik, da hiess es sie hätte eine grosse Nase. In der 19 ssw hat der chef mich geschalt und die Spalte war da..... Nele hat eine kleine Nase.
    ich finde es schwierig einer Frauenärztin einen vorwurf zu machen, aber es ist ganz alleine Eure entscheidung.
    lg wumpel

  5. #15
    Avatar von NewZealand
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    Hallo Louis2013,

    auch bei uns wurde die Spalte erst nach der Geburt erkannt.

    Bei der Anamnese für den Mutterpass gab ich an, dass es in der Familie Spalten gab.
    Trotzdem hat mich der FA nicht zur Feindiagnostik überwiesen, wie er es wohl hätte müssen. Leider habe ich davon erst nach der Geburt meines Sohnes erfahren.

    Der FA, der mich zu Beginn der SS mit meiner Tochter betreute (wir sind dann umgezogen), hat zwar auf unseren Wunsch hin einige Male etwas genauer geschallt aber auch nicht zur Feindiagnostik überwiesen.
    Nachdem meine Tochter gesund zur Welt kam und die Spalten in der Familie in meinem bisherigen Leben nie eine Rolle spielten, habe ich mich damit in der SS mit meinem Sohn auch nicht weiter beschäftigt.

    Der Schock hinterher war natürlich groß und es ärgert einfach, dass beide Ärzte nicht zur Feindiagnostik überwiesen haben.

    Wir hatten auch schon den Gedanken des Verklagens. Es aber gelassen, da wir weder Zeit, noch Nerven oder Geld dafür haben.

    LG




    @Anke und Jens:
    (Hoffe ich trete jetzt niemand zu nahe und es fühlt sich keiner angegriffen )
    Kann doch sein, dass Louis2013 eine derartige psychische oder physische Belastung davon getragen hat oder? Denke das kann man aus der Ferne schlecht beurteilen.
    Mir jedenfalls macht der Umstand, wie mein Sohn ins Leben starten musste, noch heute zu schaffen. Hätten wir vor Geburt von der Spalte gewusst, wäre er ganz sicher anders verlaufen.
    Geändert von NewZealand (08.03.2015 um 19:33 Uhr)
    Sonja
    mit Tochter *2011
    und Sohn *2013 mit beidseitiger Lippen - Kiefer - Gaumen - Segelspalte
    und ihrem Ehemann ;-)

  6. #16

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    Zitat Zitat von NewZealand Beitrag anzeigen
    Hallo Louis2013,

    @Anke und Jens:
    (Hoffe ich trete jetzt niemand zu nahe und es fühlt sich keiner angegriffen )
    Kann doch sein, dass Louis2013 eine derartige psychische oder physische Belastung davon getragen hat oder? Denke das kann man aus der Ferne schlecht beurteilen.
    Mir jedenfalls macht der Umstand, wie mein Sohn ins Leben starten musste, noch heute zu schaffen. Hätten wir vor Geburt von der Spalte gewusst, wäre er ganz sicher anders verlaufen.
    Nein, ich fühle mich nicht angegriffen. Aber mal ehrlich, die rationale Anfrage hier im Forum spricht doch dagegen. Es stellt sich eine eigentlich unbeantwortbare und erst recht unbeweisbare hypothetische Frage: Wie stark war/ist die psysische/physische Belastung von Louis2013 durch die Nichterkennung der Spalteim US? Es geht nicht um die Belastung durch die Spalte, sondern dadurch, dass sie erst bei der Geburt festgestellt wurde. Ist diese (und nur diese Belastung) so stark, dass es einem Krankheitsbild entspricht? Und dann letztlich die Frage: Ist das noch kausal?
    M.a.W. (sorry, ist nicht persönlich) Wenn mich jemand auf der Straße unberechtigt versehentlich anhupt und ich einen Nervenzusammenbruch erleide und mehrere Monate in die geschlossene muss, kann ich wirklich den Hupenden dafür verantwortlich machen? Ich weiss, dass hier eine schwerere Situation vorliegt, aber ist es wirklich soooo dramatisch?
    M.E. ist es schade und traurig, dass es nicht gleich erkannt wurde, aber ich sehe keinen Schaden, den man rechtlich verfolgen kann.

    Ich weiss, dass ist alles rationale Männersicht... aber nicht umsonst hat man Justitia eine Augenbinde verpasst, damit sie rational entscheidet.

    Welche Belastung wäre eigentlich da gewesen, wenn man es rechtzeitig erfahren hätte? Ich denke, mancher, der vorher von der Spalte wußte, hat sich gefragt, ob die Unkenntnis im Interesse einer unbeschwerten Schwangerschaft nicht auch seine Vorteile gehabt hätte. Der einzige Vorteil der eine rechtzeitige Kenntnis aus meiner Sicht hatte war die zeit zum Belesen und gedanklichen Vorbereiten auf die besondere Situation. Die Möglichkeit, sich in Ruhe die nötigen Infos zu verschaffen. Der zeitliche Stress bei der Informationsgewinnung, der entsteht, wenn man es erst bei der Geburt erfährt, ist die wirkliche Belastung. Der Schock über die Spalte ist wohl in beiden Situationen vergleichbar.


    Jens
    Geändert von Anke und Jens (09.03.2015 um 08:18 Uhr)

  7. #17
    Avatar von Louis2013
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    Guten Morgen alle Zusammen!
    Mensch, ich habe mit meiner Frage ja wirlich in ein Wespennest gestochen. Dabei war lediglich mein Ansinnen, zu erfahren, ob bereits jemand über so einen Schritt nachgedacht bzw diesen auch ausgeführt hat. Trotz allem danke für eure Worte
    Was ich damit sagen möchte ist, nicht jeder Frauenarzt kann sich die neuesten Geräte leisten und auch in allen Bereichen Fitt sein.
    Ironie des Schicksals womöglich, dass es hätte ein Zufallsbefund werden können, eben ohne die neusten Geräte und einem Pränataldiagnostiker mit Auszeichnung. Niemand ist bei seiner Arbeit zu jeder Zeit zu 100% hochkonzentriert, vieles läuft automatisiert und in Routinen festgefahren. Es gibt aber bei jedem Job Momente, bei denen höchste Konzentration gefordert ist. Zu denen gehören dazu die Momente beim Ultraschall. Gerade diejenigen, in der frühen Schwangerschaf. Was wäre gewesen, wenn mein Frauenarzt etwas übersehen hätte, was ihm per Ultraschallgerät offensichtlich dargestellt wurde. Es sich aber nicht "lediglich" um eine Fehlbildung gehandelt hätte, sondern etwas, was auch im Mutterleib bereits behandelbar gewesen wäre? Die Folgen wären natürlich weitaus schlimmer, kein Vergleich zu mir- doch es geht mir darum, dass der Arzt seine Arbeit zu einem entscheidenden Zeitpunkt schlicht und ergreifend nicht richtig ausgeführt hat.

    Und zu dir Jens, ich mag nicht noch einmal argumentieren, ob es ein Fluch oder Segen ist, von der Spalte im Vorfeld gewusst zu haben. Das schrieb ich ja bereits zu Anfang und es war schon oft Thema hier im Forum. Es gehören einfach zu viele subjektive Komponenten dazu. Und ich möchte und kann auch nicht darüber urteilen, ob der Schock der Spalte in beiden Situaionen gleich ist. Jeder hat seine eigene Ausgangssituation, seine eigenes Erleben in der Schwangerschaft, die mal ohne Komplikationen verläuft, doch auch zu oft weit entfernt ist von einer unbeschwerten Schwangerschaft, es gibt einfach zu viele Faktoren, die für Aussenstehenden nicht greifbar sind. Gut, dass im Fall der Fälle nicht wir als Eltern und Laien ein Urteil fällen müssten.

    Danke dir Newzealand für deine Sicht der Dinge! Auf einen Prozeß würde ich es auch nicht ankommen lassen, denn das steht für mich nicht in Relation zu dem Geschehenen. Wenn, wäre es eine Klage auf Schmerzensgeld, die der Arzt einwilligt oder eben nicht. In beiden Fällen würde ich erreichen, dass er meinen Fall noch einmal mit dem nötigen Ernst durch geht und im besten Fall seinen Fehler erkennt. Selbst wenn nicht, würde er hoffentlich bei seinen nächsten Untersuchungen genauer auf Fehlbildungen achten

  8. #18
    Avatar von Julia und Felix
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    Hallo,
    ob nun Klage, Vergleich oder es auf sich beruhen lassen- ich hoffe jedenfalls, dass ihr für euch eine gute Entscheidung findet!
    Was ich zu bedenken gebe ist, wie du den Arzt hier beschrieben hast und so edel der Gedanke ist, dass er beim nächsten US genauer hinsieht, so habe ich da Zweifel, dass sich dieser Wunsch erfüllt! Trotz Wissen und aller Vorbereitung, sind bei uns so viele Komponeten hinzu gekommen, auf die man sich nicht einstellen konnte und die gewisse Traumen hinterlassen haben.Den Wunsch, sich erklären zu wollen und so etwas wie Verständnis und Reue zu erhalten, kann ich sehr gut nachvollziehen- das setzt aber beim anderen voraus, dass er empathisch ist und seinen Fehler einsieht und das passt, laut deiner Beschreibung, leider nicht auf diesen Arzt! Trotz allem viel Glück!

    Liebe Grüße,

    Julia

  9. #19

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    Hallo,
    Als Selbstbetroffene frage ich mich, ob der 'Schock'moment der werdenden Mutter während der Schwangerschaft so anders ist als kurz danach. Ich glaube ja, eher nein. Schließlich möchte jede Frau (und sicherlich jeder Mann) ein gesundes Kind zur Welt bringen und da ist die Nachricht über eine Behinderung oder ein anderes Aussehen prinzipiell schwierig.
    Zur LKGS kann ich nur sagen: Sie sieht sicherlich nicht schön aus und irgendwie ist mensch damit auch das ganze Leben mehr oder weniger stark beschäftigt -je nach Grad der LKGS. Aber es ist insgesamt doch recht harmlos und kann heutzutage wirklich sehr gut behandelt werden mit exzellenten Ergebnissen, was insbesondere die Rekonstruktion der Lippen angeht. (NB: Ich selber bin Baujahr 1984 und wurde in der damaligen DDR geboren.)
    Prinzipiell bin ich mir zudem nicht sicher, ob das so toll ist, wenn immer wieder Ärzte verklagt werden wegen sog. 'Behandlungsfehler'. Die LKGS betrachte ich als Laune der Natur und dagegen kann keine Versicherung etwas tun. Das passiert halt und fertig. Allerdings: Wenn Ärzte Fehler machen, sollte mensch sich ggf. darüber beschweren und darauf hinweisen, dass nicht sauber gearbeitet wurde. So habe ich bspw. mal in einem anderen Fall (Gynäkologie) mich in einem langen Brief mit ausführlichster Darstellung über einen Arzt beschwert bei der Leitung der Fachklinik selbst, beim Patientenbeauftragten, bei der Krankenkasse und bei der Direktion der Uni-Klinik. Behindertenbeauftragter hätte sich auch noch angeboten, das habe ich aber nicht gemacht. Zu klagen wäre mir auch nicht in den Sinn gekommen.

  10. #20

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    Ich kann die Frage voll und ganz verstehen! Bei meiner Tochter wurde die Spalte auch nicht erkannt bzw. ich denke erkannt ja, aber uns verschwiegen. Hätte ich die Zeit und Beweise gehabt hätte ich eventuell auch geklagt. Eine Antreibung wäre bei uns niemals Thema gewesen, auch bei schlimmeren Behinderungen nicht, aber mit dem Wissen wäre vieles anders gelaufen. Die ganze Schwangerschaft wusste ich,dass etwas nicht stimmt, aber keiner hat mir geglaubt, daher wäre es selbst in der Schwangerschaft ein Segen gewesen zu wissen was los ist! Nach der Geburt war das Krankenhaus gotal überfordert, sodass meine Tochter 3 Tage per Sonde ernährt wurde, weil die den Habermannsauger falsch zusammen setzten. Außerdem wurde mir gesagt Spaltenkinder könnte man nicht stillen, was bei meiner großen Brust eventuell doch hätte klappen können. Um uns zu belesen hatten wir nach der Geburt monate lang keine Zeit, wodass wir erst spät das Pflegegeld beantragten (kämpfen immernoch für eine Pflegestufe, obwohl unsere Tochter schon 10 Monate alt ist), keine Hilfeforen kannten und keinen Plan hatten wie genau der Habermansauger funktioniert. Unsere Tochter hat die ersten 3 Monate nis zu 16 Stunden am Tag getrunken, weil wir völlig alleine da standen und völlig überfordert waren. Kein Schmerzensgeld der Welt kann uns die verlorene erste Zeit zurück geben. Das erste halbe Jahr war die Hölle und das nur, weil wir uns im vorhinein nicht informieren konnten!

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