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Thema: rechtliche Schritte einleiten bei nicht erkannter Lkgs???

  1. #1
    Avatar von Louis2013
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    Frage rechtliche Schritte einleiten bei nicht erkannter Lkgs???

    Hallo! Seit der Geburt unseres Sohnes beschäftigt mich eine sache. Louis ist ja mit einer doppelseitigen lkgs zur Welt gekommen, was wir bis dato nicht wussten. Allerdings habe ich ein Ultraschallbild aus der ssw 13, auf dem die Spalte genau zu sehen ist. Nur mein damaliger Frauenarzt hat nicht darauf geachtet... Meine jetzige Frauenärztin bat mich, ihr das Ultraschallbild zu zeigen und war entsetzt darüber, dass dies offensichtlich geschallt wurde aber nicht gesehen wurde.
    Mir wurde mit auf dem Weg gegeben, rechtliche Schritte einzuleiten. Mir geht es nicht um etwaigen Profit- ich will nur dass diesem Arzt so etwas nie wieder passiert. Gerechtigkeit!
    Gibt es hier jemanden, der so etwas ähnliches hatte? Ich versuche mal das usbild anzuhängen.
    Danke schon mal!
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  2. #2
    Avatar von lena_
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    Hallo,

    ich kann selbstverständlich verstehen, dass es für euch schwieriger war mit der Spalte eures Kindes umzugehen, wenn ihr in der Schwangerschaft noch nichts davon wusstet. Für uns, da wir bereits in der 22 SSW von der Spalte erfahren haben, war nach der Geburt kein "Schock Moment" (auch wenn sich das jetzt gemein anhört). Und ich kann auch immer wieder nicht verstehen, dass Ärzte LKGS nicht erkennen, die ja sogar ein Laie auf dem Ultraschallbild sieht.

    Aber ich muss sagen, dass ich es nicht gut finde, einen Arzt zu verklagen, der einen Fehle gemacht hat, der für das Kind und für euch nicht gesundheitsgefährdend war.

    Ersten ist es doch so, dass ich euch so oder so für euren Sohn entschieden hättet (das hoffe ich zumindest) und zweitens wird auch der Beruf des Arztes nur von einem Menschen!!! ausgeübt, und wie jeder Mensch, kann auch ein Arzt einen Fehler machen. In den USA dürfen Ärzte wegen allem und jedem verklagt werden (das Ergebnis ist beispielsweise, dass viele Ärzte nicht mehr wagen erste Hilfe anzuwenden, da sie, wenn der Patient stirbt, dann verklagt werden können-andere Gesetze als in Deutschland, habe genau diese Szene selbst im Flugzeug in den USA erlebt).
    Ich finde das sehr schwierig. Ich weiß, dass Fehler von Ärzten oft viel weitreichendere Konsequenzen haben als wenn ein Sachbearbeiter vom Arbeitsamt oder eine Kassiererin bei Lidl einen Fehler macht, aber trotzdem muss man festhalten, dass die wenigsten Fehler absichtlich begangen werden und es sich eben nur um Menschen handeln, die nun mal Fehler machen.

    Trotz alledem verstehe ich natürlich, dass dich sowas bestürzt. :(
    "Man kann nicht allen helfen", sagte der Ehrgeizige und half keinem.

  3. #3
    Avatar von Julia und Felix
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    Hallo Louis und Mama,

    natürlich kann auch ich nachvollziehen, dass ihr aus allen Wolken gefallen seid! Natürlich ist es auch so, dass Ärzte nur Menschen sind und Fehler machen. Ich bin da allerdings nicht ganz so großzügig, wenn es um meine Lieben oder mich geht und somit kann ich auch verstehen, dass ihr über rechtliche Schritte nachdenkt.
    Allerdings scheinst du zum einen ja bereits deine Konsequenz gezogen zu haben und den Gyn gewechselt zu haben und zum anderen gebe ich Lena in dem Punkt recht, dass das Wissen um die LKGS eures Kindes, ja sicher nichts daran geändert hätte, ihn zu bekommen.
    Hier im Forum wird es ja sehr unterschiedlich empfunden, der eine ist super froh, es vorher gewusst zu haben (so auch ich!) und der nächste sagt, dass er es viel besser fand, eine unbeschwerte SS zu haben und es nicht gewusst zu haben.

    Natürlich kann man sich nun die Frage stellen, ob der Arzt an dem Tag nicht richtig bei der Sache war oder generell jemand ist, bei dem du das Gefühl hast, er arbeitet nicht gründlich und das wäre sicher bei mancher Sache auch eine Frage auf Leben und Tod (z.B. Krebserkrankung). Das lässt sich hier von uns sicher nicht beurteilen und das kannst du womöglich besser einschätzen, keine Ahnung.
    Trotzdem denke ich (wenn er nicht zu den Gründlichen gehören sollte), dass sich seine Arbeitsweise nicht großartig durch rechtliche Schritte verändern würde und du damit auch nicht jemand anderen davor bewahrst, was euch passiert ist.
    Vielleicht, wenn dir etwas daran liegt und du ihm das gerne mitteilen möchtest, vereinbare doch nochmal einen Termin und zeig ihm das Resultat oder bitte um einen Telefontermin. Womöglich ist er selbst völlig bestürzt, dass er die LKGS nicht erkannt hat und du erreichst damit viel mehr, dass er zukünftig aufmerksamer ist.

    Liebe Grüße,

    Julia

  4. #4
    Avatar von lena_
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    Den Vorschlag einen Termin zu machen und den Arzt damit zu konfrontieren (natürlich auf angemessene Art und Weise) finde ich wirklich gut! Das wäre doch eine Idee. Wahrscheinlich wird sich der Arzt bestürzt zeigen und sich entschuldigen, dann wirst sicherlich gar nicht mehr das Gefühl haben, ihn anzeigen zu wollen.

    Falls er sich uneinsichtig zeigt, kannst du ja immer noch überlegen rechtliche Schritte einzuleiten, wenn du es für richtig hältst, aber ich würde ihm vorher unbedingt die Chance geben sich dazu zu äußern.
    "Man kann nicht allen helfen", sagte der Ehrgeizige und half keinem.

  5. #5
    Avatar von Louis2013
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    Danke schon mal für eure Einschätzung und die Vorschläge
    Die Frage, ob es ein Fluch oder Segen ist, bereits in der Schwangerschaft von der Fehlbildung gewusst zu haben, beantwortet wohl jede Mutter anders. Für mich und für Louis wäre vieles anders gelaufen, wenn wir im Vorfeld davon gewusst hätten. Auch Louis wäre einiges erspart gewesen, da unsere Geburtsklinik maßlos überfordert mit der LKGS war. Aber das ist ein anderes Thema.
    Ich war eben genau eurer Meinung, das Irren Menschlich ist und Fehler erst Recht. Der Schock saß aber tief, als ich im Nachhinein die Bilder anschaue und auf dem ersten Blick erkenne, dass die Spalte klar zu sehen ist- mir als Laie.
    Nie würde mich der Gedanke so sehr beschäftigen, wenn die Spalte einfach nicht gesehen worden wäre, immerhin gehört auch eine Portion Glück dazu dies zu schallen, wenn man nicht konkret danach sucht und sich das Baby auch nicht perfekt zeigt. Es aber groß auf dem Bildschirm gehabt, es aber nicht beachtet zu haben, ist aber alles anderes als ein normaler menschlicher Fehler... Meiner Meinung nach... Hätte meine jetzige Ärztin nicht so Betroffen und zudem geschockt reagiert, hätte es mich wahrscheinlich gar nicht so beschäftigt...
    Ich bin mal gespannt, ob schon mal jemand mit dem Gedanken gespielt hat

  6. #6
    Avatar von Natali
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    Auf dem Bild ist da die Nase im Querschnitt mit den Nasenlöchern zu sehen? Dann seh ich da auch was....

    bei uns wurde die Spalte in der 22 ssw von der in der gleichen Gynpraxis sitzenden Kollegin mit der hoheren Degum Stufe meiner Gyn entdeckt.
    Wenn ich mir ein Bild aus der 12 ssw von meiner Gyn ansehe, sehe ich da schon ganz klar und deutlich die Spaltbildung im Seitenprofil (natürlich im Nachhinein). Ich hatte noch nie mit dem Gedanken gespielt, die Ärztin mit dem Bild aus der 12 ssw zu konfrontieren. Allerdings manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass sie es gesehen hat und nicht kommentiert hat, aus welchen Gründen auch immer, sondern es ihrer Kollegin aufbürgen wollte....

    Wie auch immer im Endeffekt macht es einfach keinen Unterschied für mich und meine Maus.


    lg Natali

  7. #7
    Avatar von Anja mit Torben
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    Bist Du denn nach der Geburt bei Deinem Frauenarzt gewesen, der Dich vorher betreut hat?

    Bei meinem Sohn wurde die Spalte auch vorher nicht erkannt. Meine Frauenärztin hat sich damals nach der Geburt - also bei der Nachuntersuchung - bei mir entschuldigt. Meine Frauenärztin hat sich selbst Vorwürfe gemacht, es war ihr so unangenehm und vermutlich schallt sie künftig immer intensiv Mund/Kiefer-Bereich.... Ich selbst aber wäre nie auf die Idee gekommen ihr einen Vorwurf zu machen. Wozu auch? Es hätte ja nichts geändert, außer das ich keine entspannte Schwangerschaft mehr gehabt hätte. Ich gehe heute noch zu dieser Frauenärztin und fühle mich dort gut aufgehoben.
    Liebe Grüße, Anja

  8. #8

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    Mich würde auch interessieren, wie sich denn der betroffene Arzt dazu geäußert hat? War er "bestürzt" oder war es ihm egal oder wie hat er reagiert? War er interessiert, damit er es das nächste Mal evtl. besser macht?

    Ich war in der 14.ssw (aus anderen Gründen) und in der 20. ssw. zur Feindiagnostik und alles schien gut zu sein. Erst bei einer Wachstumskontrolle bei 35+6 bemerkte die Ärztin (FD) die Lippenspalte und konnte natürlich auch eine Gaumenspalte nicht ausschließen. Auf den Aufnahmen von der 20. ssw meine ich im Nachhinein auch bereits die Spalte in der Lippe erkennen zu können. Meine Feindiagnostikerin war sehr betroffen und es nahm sie sehr mit. Sie sagte, es tue ihr vor allem für mich leid, dass nun meine restliche Schwangerschaft so negativ belastet sei mit Sorgen. Sie meinte, dass sie deswegen manchmal an ihrem Beruf und dem Sinn von Pränataldiagnostik zweifele, weil ja so eine kleine Lippenspalte nichts schlimmes sei, aber die Menschen durch die Diagnostik in der Schwangerschaft verunsichert werden. Sie war ganz lieb und ermöglichte mir, auch ein weiteres Mal ohne Termin zu schallen, weil ich nochmal sehen wollte, was da auf uns zukommt, um mit meinen Ängsten umgehen zu können. Sie hat uns auch gleich einen Termin bei einem MKG-Spezialisten verschafft.

    Ich habe mir zwar zwischendurch auch Gedanken gemacht, ob sie es nicht hätte vorher bemerken können (müssen?), aber das war immer nur kurz bzw. brachte es wenig.

    Letztendlich war ich ihr einfach dankbar, dass ich es noch in der Schwangerschaft erfahren habe und mich so damit auseinandersetzen konnte, bevor das Baby kam.

    Ich habe ihr nach der ersten OP sogar eine Mail mit Fotos gesendet. Ich habe mich bei ihr für ihre liebenswerte Art nach der Diagnose bedankt und dass sie uns gleich den Weg zu den Ärzten geebnet hat, damit wir einen Fahrplan hatten. Und ich habe ihr mitgeteilt, wie froh ich darüber war, bereits in der Schwangerschaft von der Spalte erfahren zu haben und wie wichtig das für uns war und wie sinnvoll damit ihre Arbeit ist. Sie hat zurückgeschrieben und sich sehr gefreut. Ich würde wieder zu ihr gehen das nächste Mal zur FD.

    Die Frage an dich ist ja auch: Was möchtest du erreichen? Welche rechtlichen Schritte schweben Dir vor? Was für einen "Schaden" möchtest Du geltend machen? Einen Schaden im rechtlichen Sinn zu begründen, dürfte recht schwierig werden.

    Liebe Grüße!

  9. #9
    Avatar von Louis2013
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    Hallo Zusammen!
    @Natali: Ja genau, die Nase ist im Querschnitt zu sehen. Das ganze Ultraschallbild Ist aber auch riesen groß dargestellt

    Danke auch Anja und Sonnenschein28 für eure Antworten!
    Nein- ich bin diesem Arzt nie wieder begegnet und könnte es auch nicht. Ich habe schon einmal mit dem Gedanken gespielt, ihm zu Schreiben und mitzuteilen, dass Louis mit einer LKGS zur Welt gekommen ist etc... Was mich daran gehindert hat, ist, dass mir der Arzt eigentlich noch nie sehr sympathisch war und es ihm enorm an Empathie und Einfühlungsvermögen mangelt. In meiner Vergangenheit als "Patientin" gab es schon einige Situationen, in denen ich kurz davor war die Praxis zu wechseln, eben weil Sachen passiert sind, die eigentlich nicht passieren dürften. Allerdings ist der Mensch, speziell auch wohl ich, ein Gewohnheitstier und da die örtliche Nähe, verbunden mit kurzen Wartezeiten etc. so bequem waren, blieb ich doch immer dort.
    Er hat kurz vor dem besagten Ultraschall noch damit geprahlt, dass er der Arzt hier in der Umgebung ist, der am Frühesten das Geschlecht des Kindes erkennen kann- hat er auch- aber eben nicht das, was wesentlich auf dem Bildschirm zu sehen war. Alles in allem ein sehr arroganter, selbstverliebter Typ Mann...

    Alleine wäre ich auch nie auf die Idee / Möglichkeit gekommen, rechtliche Schritte einzuleiten. Eine Psychologin in der Kur fragte mich geradeaus, ob mir so etwas noch nie in den Sinn gekommen ist. Was ich bis dato klar verneinen konnte.

    Konkret würde das in etwa bedeuten, dass man diesen Arzt auf Schmerzensgeld verklagen würde- wenn er damit einverstanden wäre, könnte die unabhängige Ärztekammer meine Akte beurteilen und ein Urteil wäre gefällt.

    Ich halte euch auf dem Laufenden wie wir unsere Entscheidung treffen und wie es weitergeht.

    Euch allen noch ein schönes Frühlingswochenende

  10. #10

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    Hallo,

    ich habe diesen Thread bis jetzt verfolgt und da sind mir so einige Gedanken gekommen. Ich kann nicht beurteilen oder sagen, was ich in deinem Fall gemacht hätte. Nur möchte ich hier noch einen Gedanken in den Raum werfen.

    Wie möchtest Du später Deinem Kind erklären, dass er "Gegenstand" einer Gerichtsverhandlung war. Kann es nicht sogar passieren, dass er falsche Überlegungen bekommt? So nach dem Motto: "Wenn Mama vorher gewusst hätte, dass ich Spaltträger bin... usw."

    Liebe Grüße

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