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Thema: Pflegetagebuch - Erstellung ganz konkret...

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  1. #1

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    Standard Pflegetagebuch - Erstellung ganz konkret...

    Seit dem 24. November steht unser Leben Kopf. Positiver Grund ist Johann, der seitdem unsere Tage (und Nächte) bereichert.
    Nachdem die Anträge auf Schwerbehinderung, private Zusatz-KV, und Pflegestufe raus sind, kommt jetzt die größte Hürde. Der MDK hat sich angemeldet und uns ein "Pflegetagebuch" übersendet, dass auszufüllen ist.
    Mit dem übermittleten Formular sind wir ziemlich unzufrieden, da es auf alte Menschen zugeschnitten und nur schwer umzusetzen ist.

    Ein paar Fragen hätten wir an die Erfahrenen, die diesen Weg schon hinter sich haben:

    - wie detailliert müssen wir die einzelnen Dinge aufschlüsseln (z.B. Flasche warmmachen, Füttern, aufstoßen, füttern, aufstoßen, hinlegen, hochnehmen und drei Minuten rumtragen bis zum nochmaligen Aufstoßen oder reicht: 1h17min füttern inkl. Aufstoßen)?
    - soll man wirklich nachts im Halbschlaf minutiöse Aufzeichnungen über den Wechsel der vollgespuckten Wäsche machen?
    - erfassen wirsekundengenau die Reinigung der Platte? (rausnehmen 12 sek., warten auf warmes Wasser 17 sek., scheuern, abtrocknen, einsetzen...)?

    -am Ende der Mahlzeit haben wir im Stillnebel/Müdigkeit jedesmal schon vergessen, wann begonnen wurde...,

    Also: Wie sah Euer Pflegetagebuch konkret aus?

    Vielen lieben Dank im voraus für Eure hilfreichen Antworten !

    Jens mit Anke und Johann

  2. #2

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    PS: Zusatzanfrage - gehört "bespaßen, beschäftigen, ausfahren des Kindes" mit ins Tagebuch?

  3. #3
    Avatar von JoMaMoe
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    Hallo ihr drei,
    dieses Theam haben wir schon zweimal durch. Einmal bei der gesetzlichen und einmal bei der privaten Versicherung. Und wir haben uns vorher auch mit diesem Pflegetagebuch herumgeärgert.
    Meine Erfahrung es kommt auch auf den medizinischen Dienst an. Wenn die Leute sehr Erfahren sind, sehen Sie eigentlich alles wichtige bei ihrem Besuch. Das Pflegetagebuch ist nochmal eine Verdeutlichung der täglichen Abläufe. Für manche Sachen haben sie auch feste Sätze, aber so ungefähre Angaben müssten eigentlich reichen.
    Der Dienst schaut sich auch an wie weit ist es bis zum Bad, sind Treppen da usw.

    Grob ausgedrückt wird das angerechnet, was zusätzlich im Vergleich zu einem "gesunden" Kind an Pflege notwendig ist, bzw. welche Nachteile hat das Kind durch seine Fehlbildung/ Behinderung.

    Der Arzt des privaten Pflegedienst hat mit erklärt, dass die ganzen Formulare auf ältere Personen ausgelegt sind, da das Pflegegeld für diese auch ins Leben gerufen wurde. Nach den alten Kriterien könnte jeder Säugling Pflegegeld bekommen. Das wurde geändert und daher ist das etwas kompliziert was angerechnet wird usw.


    wünsch euch ein gutes Gutachten, mit positivem Ausgang
    Liebe Grüße von Manu mit Jonas (09/11 - LKGS links - atyp. CHARGE Syndr.)

    09.02.2012 - Weich-Gaumenverschluss
    in Tübingen, Dr. Krimmel
    18.04.2012 - Lippenverschluss (mit Nase)
    in Tübingen, Dr. Krimmel
    04.10.2012 - Hoden-OP
    in Ravensburg, Dr. Awani
    16.05.2013 - Hartgaumenverschluss + Lippenrotkorrektur + Paukenröhrchen
    in Tübingen, Prof Reinert

  4. #4
    Administrator Site Admin Avatar von Doreen mit Elisei
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    Hallo,

    "bespaßen, beschäftigen, ausfahren des Kindes" gehört nicht zur Pflege.

    Ich habe die Tätigkeiten nie getrennt. Habe ein eigenes Tagebuch erstellt, wo ich die Arbeitsgänge zusammengefrasst hatte. Vorher habe ich, immer wenn ich daran gedacht habe, mal auf die Uhr geschaut, wie lange ich wofür brauche.

    Beim MDK müsst ihr darauf hinweisen, was alles nicht klappt oder Aufwand macht und das genau erklären. Manche Gutachter wollen auch gar kein Tagebuch sehen oder nehmen es nicht mit. Alles schon erlebt.
    Liebe Grüße von Doreen (Kontaktadresse der WRG) mit Elisei ( 11/03 beidseitige LKGS) und den 3 Geschwistern
    Steckbrief und Fotos



    Jeder sollte nur soviel Staub aufwirbeln, wie er bereit ist zu schlucken.

  5. #5

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    Hallo,
    ich hatte mir mal alle Arbeitsabläufe grob mit Zeitangaben aufgegliedert. Ebenso Anzahl der Arzt- und Therapiebesuche. Die Dame vom MDK hat sich aber eher einen Eindruck vom tatsächlichen Zustand gemacht. Wie viel Treppen laufe ich zum Wickeltisch, wie oft suche ich diesen auf. Wie oft muss das Kind Teil- oder Ganzkörperwäsche erhalten, die Kleidung gewaschen, gefüttert, Mahlzeiten vorbereitet werden. Beruhigen wegen spucken, Schnuller festhalten, Bett beziehen etc. insbesondere Nachts. Platte reinigen ist bei unserer Begutachtung nicht unter die Pflege gefallen, da die Platte ein Hilfsmittel ist und somit Behandlung ist. OK sie hat mehrmaliges Zähneputzen (Mundraum reinigen) anerkannt, aber diese Zeitvorgabe vom MDK kannst du eher vernachlässigen. Wegezeit zum Arzt und zur Therapie sind Pflege, die Behandlungszeiten beim Arzt und Therapeuten werden nicht angerechnet.
    LG Mausi

  6. #6

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    Hallo,

    wir hatten auch kein Pflegetagebuch geführt. Ich habe einfach erzählt, welchen Aufwand wir haben.

    Dazu gehört, das füttern (bei uns 90 Minuten pro Flasche), das ständige umziehen nach den Mahlzeiten wegen Spuckens, das Bett einmal täglich beziehen wegen Spucken, die Reinigung der Platte nach jeder Mahlzeit, Reinigung von Mund- und Nasenraum nach jeder Mahlzeit, und das Abpumpen von Muttermilch.

    Die Reinigung der Platte gilt sehr wohl als Mehraufwand.

    Auch die Besuche bei Ärzten zählen dazu. Die habe ich detailiiert aufgeschrieben mit Anfahrtszeit, Wartezeit, Behandlungsdauer, Rückfahrt. Diese Zeiten werden ebenfalls angerechnet. Dadurch haben wir sogar eine Höherstufung bekommen. Die normalen Kinderarztbesuche für U-Untersuchung oder Impfung zählen nicht dazu.

    Es gibt Dinge, die der MDK an Zeiten abziehen muss, weil dieser Aufwand bei jedem Kind gleich ist. Ihr könnt dazu unter einer Seite nachschauen: http://www.behinderte-kinder.de/pflege/pfleg.htm

    Lieben Gruß
    Dajana

  7. #7
    Avatar von Annchen
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    Hallo Anke,

    ich habe zwei Wochen sehr detailliert Tagebuch geführt. Auszüge habe ich Dir exemplarisch als E-Mail gesendet. Ich hoffe, es hilft Dir.

    Wir hatten einen Arzt vom MDK zu Besuch, der gar keine Ahnung hatte. Er erzählte mir ausschließlich von den Erfahrungen seiner Frau mit den eigenen Kindern..... Das Tagebuch war für ihn sehr hilfreich, um sich einen Überblick zu verschaffen. Es diente uns als gute Gesprächsgrundlage. Wir haben damals Pflegegeld erhalten.

    Toi, toi, toi :-)
    Viele Grüße
    Anna
    (mit Ronja * 2002, doppelseitige LKGS-Spalte, DRK-Kinderklinik Siegen, Dr. Hubertus Koch)

    Wir sollten weniger den Weg für unsere Kinder bereiten - vielmehr unsere Kinder für ihren Weg.


    Meinen großartigen Katzenmädchen-Avatar habe ich von Nadja. Ihre Arbeiten findet Ihr hier: nadja-illustration.de

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