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Thema: Psychische Schwierigkeiten, evtl "Trauma" von OP's ...

  1. #1

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    Standard Psychische Schwierigkeiten, evtl "Trauma" von OP's ...

    Hallo, ich habe mal eine Frage bezüglich der Psyche und des Essverhaltens eurer Spaltkinder...

    Meine Tochter ist 8 3/4 Jahre alt und hat eine beidseitige Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte. Lippenschluss wurde mit 5 Monaten und der Gaumen mit 11 Monaten gemacht.

    Nach der ersten OP wurde nach 10 Tagen die Magensonde gezogen und Elena hat ganz normal ihr Fläschchen getrunken. Nach der zweiten OP wurde wieder nach 10 Tagen die Magensonde gezogen und sie hat sich geweigert mit ihrem "neuen" Gaumen zu trinken.
    Seitdem hat sie immer wieder psychische "Themen" im Mundbereich. Einmal hatte sie wiederholt das Gefühl nach dem Essen, es steckt was hinten im Hals und sie müsse ersticken. Ein andermal hatte sie Angst, dass ihre eigene Spucke giftig ist und hat sie wochenlang nicht mehr geschluckt. Seit diesem Frühling hat sie Angst, dass fremdes Essen giftig ist. Sie hatte sogar mal eine Panikattacke beim Einkaufen, weil sie dachte, sie muss sterben. Sie isst nur noch sehr wenig ausgewählte Sachen. Mit ihr Essen gehen war im Sommer nicht möglich, bzw. saß sie hungrig neben uns und wartete bis wir zu Hause waren. Im Moment es wieder ein bisschen besser.
    Prinzipiell hat sie Schwierigkeiten mit Veränderungen.

    Letzte Woche hatten wir einen Termin im Spalt-Zentrum (Kieferosteoplastik steht an), da hat sie sich nicht röntgen lassen. Gestern beim KFO hat es geklappt. Gottseidank soll die Kieferosteoplastik erst nächstes Jahr gemacht werden, denn der Kinderarzt meint, dass für meine Tochter im Moment nicht gut wäre...

    Wie ist das denn bei Euren Kindern. Gibt es irgendwelche Verhaltensauffälligkeiten in diesem Bereich?

    Bin gespannt auf Eure Antworten
    Adriane mit Elena 8 und Romina 6
    Geändert von dieWoelfin (16.10.2013 um 16:13 Uhr)

  2. #2
    Administrator Site Admin Avatar von Doreen mit Elisei
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    Hallo Adriane,

    das klingt gar nicht gut. Hast du deine Tochter mal einem Kinderpsychologen vorgestellt?

    Meiner ist 9 (bald 10) und hatte auch eine beidseitige Spalte. Nach den OPs gab es jedesmal für 5 Tage eine Sonde. Danach hat er jedesmal wieder normal getrunken und gegessen. Sachen, die gut gekaut werden müssen, mag er auch nicht. Fleisch z.B., aber sonst isst er schon alles. Nur am Tempo müssen wir noch arbeiten. Er braucht oft 45 min für eine halbe Schüssel Müsli.

    Die Osteoplastik konnten wir auch noch mal um ein Jahr nach hinten schieben.
    Liebe Grüße von Doreen (Kontaktadresse der WRG) mit Elisei ( 11/03 beidseitige LKGS) und den 3 Geschwistern
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    Jeder sollte nur soviel Staub aufwirbeln, wie er bereit ist zu schlucken.

  3. #3
    Avatar von Chrissy
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    Hallo Adriane,

    ich kann nur von mir selbst berichten - heute 27 Jahre alt.

    So extrem wie deine Tochter hatte/habe ich das Problem zwar nicht, aber auch ich mag -wie Eli- nichts, was gut gekaut werden muss. Überhaupt mag ich am Liebsten sehr weiche Nahrung wie Breie, Joghurts, Pudding, Suppen etc.
    Auch beiße ich nicht gerne von etwas ab.

    Damit kann ich gut leben und es schränkt mich kaum ein.
    Das Verhalten deiner Tochter finde ich aber enorm auffällig und rate dir ebenfalls sie bei einem Kinderpsychologen vorzustellen.
    "Du hasst dein Spiegelbild und willst dich davon befreien,
    doch du kannst nicht davor fliehen, es holt dich immer wieder ein.
    Du bist tief in dir gefangen und das Urteil ist gefällt.
    Ohne Aussicht auf Bewährung, denn der Richter bist du selbst."

    Verlorene Jungs - Im Spiegel

    rebel without a cause

  4. #4
    Administrator Site Admin Avatar von Doreen mit Elisei
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    Ja, abbeißen mag er auch nicht so gern, weil er nur einen wirklichen Schneidezahn oben hat.

    @Chrissy, Eli steht total auf Sahnetorten. Schön weich, schön süß.
    Liebe Grüße von Doreen (Kontaktadresse der WRG) mit Elisei ( 11/03 beidseitige LKGS) und den 3 Geschwistern
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  5. #5
    Avatar von Carmen und Fabian
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    Hallo Adriane,

    ich möchte mal behaupten, dass dieses Essverhalten Deiner Tochter kein typisches "spaltenbedingtes" Verhalten ist. Nach den OP's hatte mein Sohn auch immer ca. 4 Wochen Probleme mit der Nahrungsaufnahme, dass hat sich dann aber immer wieder eingespielt. Was Du von Deiner Tochter schilderst finde ich schon enorm und würde ich psychologisch begutachten lassen. Das ein Kind mit 8 Jahren vom Essen so abgeneigt ist, ist heftig.

    Hat sie denn schwerwiegend negative Erfahrungen gemacht oder gibt es in Eurem Umfeld jemanden, der auch mit dem Essen so gewaltige Probleme hat? Sicherlich gibt es Lebensmittel, die man generell bevorzugt oder eben nicht, aber eigentlich isst doch fast jeder gerne, oder?

    Wo seid Ihr in Behandlung? Kann es vielleicht auch sein, dass der Rachen zu eng ist und somit kaum Schlucken kann? Notfalls müsste sich mal ein anderer MKG-Chirurg Deine Tochter ansehen.

    Ich hoffe, dass Dir hier jemand ein paar Tipps geben kann. Viel Spaß beim Austauschen.
    Liebe Grüsse von Carmen und Fabian (*01.02.05) LKGS rechts.



    STARK ZU SEIN BEDEUTET NICHT, NIEMALS UMZUFALLEN, SONDERN, IMMER WIEDER AUFZUSTEHEN.

  6. #6

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    Hallo :-) ich bin 21 und habe eine bds LKGS ... ist deine Tochter nach ihrem 1. Lebensjahr nicht mehr operiert worden? Wenn ja, dann wird ihr Verhalten ñichts mit OP's zu tun haben, da sie sich sicher nicht mehr daran erinnern kann!
    Weißt du, was ich glaube: dass ihr die Tatsache 'das Essen ist giftig' irgendjemand eingeredet hat ... Mitschüler, Cousin, Tv, Kinderbuch, Comicfigur ... was sagt sie denn, wenn du sie darauf ansprichst?
    Geändert von julchen19_92 (17.10.2013 um 21:36 Uhr)

  7. #7
    Avatar von Andrea & Jana
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    Ich kann auch ein Lied davon "singen" zum Thema Essen.
    Jana hat uns jede OP übel genommen und alles Essen verweigert. Aus Frust wie ich heute weiß.
    Wir hatten einige Gaumenop´s, weil einiges schief gelaufen ist. Eines ist aber sicher.. Jana hat es psychisch sehr mitgenommen.
    Jeden Frust hat sie mit Essenverweigerung gezeigt.
    Hätten wir nicht eine super Cranio Therapeutin.. wir wären verzweifelt.
    Wir arbeiten laufend an ihrem psychischen Zustand = alle 6-8 Wochen Cranio und therapeutisches Reiten
    Sogar vom Kiga wurde mir bestätigt, wie spürbar der positive Effekt nach einer Behandlung zu erkennen war.

    Wir mussten Jana wiedermal auf eine OP mental vorbereitet werden, haben wir auch eine Kinderpsychologin hinzugeholt.
    Hier haben wir aber keine Hilfe bekommen. Das muß aber nicht heißen, daß das bei euch auch so sein muß.
    In den abendlichen Gesprächen, konnte ich eigentlich bei meiner Tochter am meisten bewirken.
    Wir haben viel über die Spalte geredet und was das für sie bedeutet. Die Narbe, die Form der Nase und eben, dass es wichtig ist zu Essen.

    Ich halte es auch durchaus möglich, dass es Einfluss von Außen sein kann. Kinder schnappen oft mehr auf als einem Lieb ist.
    Mein Sohn ist gerade 9 geworden und hat oft Ansichten, dass sich mir die Haare sträuben. zB Atomunfall/Japan.. alles ist vergiftet und viele Menschen sind gestorben.
    Nachrichten kann man nicht abschirmen.. in diesem Alter bekommen sie das voll mit.
    Reden, reden, reden,...
    Alles Gute für euch!!
    lg
    Mama Andrea, Tochter Jana
    LKGS li, im oberen Normbereich

  8. #8
    Avatar von Steffi und Dino
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    Hallo,

    unser Sohn ist erst 3 1/2 und hatte bisher immer so seine Schwierigkeiten mit dem Essen, aber auch eher mentaler Natur. Er ist aber auch Autist.
    Er hat nur wenige Speisen die er gerne isst, z.B. Nutella-Brot mit Käse, Nudeln mit Ketchup, Laugenstange. Es hat auch sehr lange gedauert, bis er überhaupt mal abgebissen hat.
    Wir hatten auch eine ganze Zeit vermutet, das er aufgrund der OP's merkwürdiges Verhalten beim Essen zeigt. Teilweise kommt es sicher auch von der Spalte, aber ein ganzer Teil
    kommt definitiv bei Ihm auch vom Autismus. Zum Beispiel dürfen keine Speisen gemischt werden etc.

    Meiner Meinung nach geht es bei deiner Tochter auch über das eigentliche Problem mit der Spalte und den OP's hinaus. Ich denke, man muss nur jemanden finden der das ganze nicht sofort abstempelt.
    Denn so ein Stempel ist unter Umständen schwer wieder los zu werden. Hast Du mal mit Deinem Kinderarzt darüber gesprochen?

    Ich war gerade wegen des Essverhaltens aber auch noch einiger weiterer Dinge Anfang des Jahres fast 4 Wochen in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie stationär mit meinem Kleinen. Vielleicht kommt so etwas für Euch auch in Frage?

    Viele Grüße

    Steffi und Dino

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