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Thema: OP mit 10 Jahren: Knochentransplantation zum Retten des bleibenden Zahns

  1. #1
    jamballa
    Gast

    Standard OP mit 10 Jahren: Knochentransplantation zum Retten des bleibenden Zahns

    Hallo zusammen,

    hat jemand von Euch Erfahrungen mit einer Knochentransplantation zur Rettung eines festen Zahns?
    Mein Sohn hat noch nicht alle festen Zähne bekommen und bald steht wieder die jährliche Vorstellung in der Spaltsprechstunde der Uniklinik Köln an.
    Letztes Jahr hieß es, dass er Knochenmasse (aus der Hüfte?) entnommen bekommen soll und diese in die verbliebene Spalte im Oberkiefer gepflanzt werden soll. Damit soll erreicht werden, dass sein bleibender Zahn, der dann kommt, einen Halt im Kiefer hat und erhalten werden kann.
    Hat jemand von Euch Erfahrung damit?
    Und: Gibt es Alternativen dazu bzw. muß das überhaupt sein?

    Lieben Dank für Antworten im Voraus,

    jamballa

  2. #2
    Avatar von Karina
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    Standard

    Hallo,

    das wurde bei mir auch gemacht: Ich hatte einen Spaltzahn, also einen bleibenden Zahn der in dem Restloch wuchs. Es wurde Knochen transplatiert und das Restloch damit verschlossen. Dann habe ich eine feste Zahnspange bekommen und der Zahn wurde an seine richtige Position verschoben. Das wäre ohne den zusätzlichen Knochen nicht möglich gewesen. Die OP (Name: Osteoplastik) ist Routine bei Spaltpatienten. Die Entnahmestelle an der Hüfte schmerzte bei mir danach mehr als der Kiefer, aber trotzdem ist das alles nicht so schlimm. Ich war damals 13 und habe keine schlimmen Erinnerungen mehr daran. Der einzige Wehrmutsstropfen dabei ist, dass sich der Knochenspan (es wird kein ganzer Knochen transplantiert) sich nach gut 7 Jahren teilweise wieder abgebaut hat. Ich habe dann noch einmal ein großes Stück (keinen Span) aus dem Unterkiefer in den Oberkiefer transplantiert bekommen. Meine Spaltzahn ist immer noch da und trägt jetzt meine Brücke. Ohne ihn hätte ich jetzt ein Gebiss tragen müssen. Von daher war die OP lohnend für mich.

    Grüße

    Karina
    Karina
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    mit Söhnchen Paul und Oskar und Töchterchen Annika - alle ohne Spalte

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  3. #3

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    Hallo,

    bei mir wurde die OP auch gemacht, als ich 15 war, und auch mehr als 20 Jahre später hält noch alles. Die Zähne sitzen fest, und der Knochen hat sich nicht abgebaut. Ob ich vielleicht Zähne "verloren" hätte, wie es die Ärzte prophezeit haben, wenn ich die OP nicht hätte machen lassen, lässt sich jetzt natürlich nicht mehr sagen.

    Wie Karina habe ich auch die Wunde am Becken als schmerzhafter in Erinnerung als die im Oberkiefer. Das hat mehrere Wochen gedauert, bis ich wieder einwandfrei laufen konnte.

    Ich denke, es geht darum, dass alle Frontzähne einen guten Halt haben, nicht nur der eine, der noch nicht durchgebrochen ist.

  4. #4

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    Hallo :-) bei mir wurden 2 Osteoplastiken (Knochenentnahme aus dem Becken und Einpflanzung in das Oberkiefer) im Alter von 8 und 9 Jahren durchgeführt.

    Dies läuft wie folgt ab:
    Der Herr Dr. entnimmt aus dem Becken einen ganz kleinen Teil des Knochens und setzt diesen im Oberkiefer im Spalt ein. Ich war damals je ca. 1 Woche im Krankenhaus, ich kann mich an keine wesentlichen Schmerzen mehr erinnern! Ich durfte zu Beginn nur Flüssiges essen, danach insgesamt fast 3 Monate nur Brei und alles gaaaaaaanz klein aufgeschnitten (mini Wurst-"Würfel" und Käse-Würfelchen", Brot im Kaffee eingetaucht, Fleisch in Mini-Format). Weiters war ich in dieser Zeit vom Turnunterricht befreit, da sich die Narbe im Becken komplett auskurieren muss - Sportverbot!

    Ergebnis: Leider konnte sich der Knochen beide Male nicht festigen und "verschwand wieder in der Dunkelheit" ... Dies kommt gerne bei Spaltenkindern vor, da es auch auf die Kiefer-Umstände darauf ankommt, ob der Knochen Halt findet - diese waren wohl bei mir nicht optimal. Damals war ich sooooo sauer, dass ich 2x umsonst operiert worden bin!!! Ich kam mir vor wie ein Versuchskaninchen. Nimm nicht automatisch an, dass bei deinem Kind der Knochen gefestigt werden kann, ansonsten bist du danach nur zu enttäuscht...

    Grund der Operation: Diese Osteoplastik wird durchgeführt, um vorhandene/noch kommende Zähne im Spalt zu erhalten ... Wenn dies funktioniert, super! Ebenfalls besteht die Möglichkeit, bei fehlenden Frontzähnen in Zukunft ein Implantat zu befestigen ... ohne Knochen - kein Implantat grundsätzlich.

    Eigener Werdegang: Da ich keinen festen Knochen habe, scheiden Implantate bei mir aus - mir fehlen die beiden Schneidezähne im Oberkiefer ... früher oder später kommt da nur eine Brücke infrage, die festsitzend im Oberkiefer "montiert" wird. Im Moment habe eine herausnehmbare Spange, wo die beiden fehlenden Zähne daran befestigt sind.

    Rat: Macht die Osteplastik EIN MAL ... wenns klappt, super für die erhaltenen Zähne! ... wenn nicht, würde ich's aufgeben --> Alternative: Brücke. lg

  5. #5

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    Hallo
    @ Julchen vielen Dank für die ausführliche Info.
    Die Osteoplastik dauert bei uns zwar noch lang an, mach mir aber trotzdem viele Gedanken. Demian hat ja ne bds. Spalte, rechts bestimmt 2 cm. Frage mich warum das erst mit 10 Jahren gemacht werden und die Kinder so lange mit einer großen Spalte rumlaufen sollen. Naja und kann man statt Hüftknochen nicht Knochenersatzmaterial benutzen?
    vielen Dank

  6. #6

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    Dass da Knochen fehlt, sieht ja keiner, und man selbst merkt es auch nicht. Der Gaumen wird ja viel früher verschlossen.

    Ich denke, der Zeitpunkt hängt mit den bleibenden Zähnen zusammen.

  7. #7
    Administrator Site Admin Avatar von Doreen mit Elisei
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    Hallo Demian, das wird erst gemacht, wenn der bleibende Eckzahn sich durch den Kiefer schiebt, weil sich die Knochenteile sonst wieder auflösen, wenn sie nicht bald belastet werden, also der Zahn da reinwächst. Das passiert nicht in jedem Fall, kommt aber oft vor. Deswegen muss der richtige Zeitpunkt abgepasst werden.

    Hallo Jamballa, leider gibt es für diese OP keine Alternative. Sie muss gemacht werden. Meinem Sohn steht sie auch noch bevor in den nächsten 1-2 Jahren.
    Liebe Grüße von Doreen (Kontaktadresse der WRG) mit Elisei ( 11/03 beidseitige LKGS) und den 3 Geschwistern
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  8. #8
    jamballa
    Gast

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    Hallo an alle,

    ganz lieben Dank für die ganzen Antworten und Infos. Mein Sohn ist nur im ersten Lebensjahr 2x operiert worden und seitdem ist Ruhe. Aber dass das wieder ansteht... Nun, morgen mach ich erstmal den nächsten Termin zur Spaltsprechstunde.
    Dank Euren vielen Infos fühl ich mich gleich viel besser informiert! Und wenn wir es bis hierhin geschafft haben, schaffen wir auch die weiteren Etappen.

    jamballa

  9. #9

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    Hallo Doreen
    Demian wurde der Eckzahn während der Gaumenop gezogen, da er wohl im Spalt gestört hätte. Der Arzt meinte es könne noch einer nachkommen das sei wohl nicht selten.
    lg

  10. #10
    Administrator Site Admin Avatar von Doreen mit Elisei
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    Wie alt war Demian beim Zahnziehen? War das schon ein bleibender Zahn?

    @Jamballa, wurde euch damals nicht gesagt, dass irgendwann noch eine Kiefer-OP erfolgen wird? Die meisten hier kriegen das gleich mit auf den Weg und haben es eben solange die Kinder klein sind nur im Hinterkopf.

    Aber he, ihr schafft das. Schau, dass dein Sohn alles gut erklärt bekommt. Und versucht es so positiv wie möglich zu verpacken, denn die OP hilft ihm ja wieder ein Stück weiter zur Normalität. Schließlich soll er mal ne vollständige Zahnreihe haben.
    Liebe Grüße von Doreen (Kontaktadresse der WRG) mit Elisei ( 11/03 beidseitige LKGS) und den 3 Geschwistern
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