Seite 1 von 4 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 31

Thema: Wie viele OP´s hält ein Kind aus?

  1. #1
    Avatar von Andrea & Jana
    Registriert seit
    06.12.2007
    Ort
    Oberösterreich
    Beiträge
    471

    Standard Wie viele OP´s hält ein Kind aus?

    Ich mach mir große Sorgen.
    Jana ist nun 4 1/2 und wir haben 9 OP´s machen müssen.
    In diesem Jahr soll es noch eine werden. Aber nur wann?

    1. OP mit 13 Wochen Lippenverschluss
    2. OP Paukenröhrchen (sind aber wieder rausgefallen)
    3. OP Paukenröhrchen
    4. OP Gaumenverschluss
    5. OP Paukenröhrchen
    6. OP Restlochverschluss (erfolglos)
    7. OP Paukenröhrchen
    8. OP erneuter Restlochverschluss
    9. OP Paukenröhrchen

    In diesem Jahr soll nochmal ein Restlochverschluss in Salzburg gemacht werden. Bis dahin hat Jana eine Platte, die das
    Restloch abdeckt und den Fehlbiss erstmal korrigiert. = sie hat Druck auf den Schneidezähnen
    Zudem hat sie eine Fehlsichtigkeit von 4 d und wir müssen regelmäßig in die Sehschule. (mit Eintropfen und so)

    Also unser Leben besteht nur aus unangenehmen Arztterminen!
    Nun sind wir an einem Punkt angelagt, wo Jana in der Früh einfach nicht mehr aufstehen will und wenn sie aufsteht, dann nur den Weg bis zur Chouch um sich wieder hinzulegen. Um sie etwas aufzubauen gehen wir 1xwöchentlich Reiten. Das macht ihr auch richtig Spaß.
    Mit Cranio halten wir uns über Wasser.

    Gestern meinte sie: "Ich will die Platte nichtmehr, der Doktor soll das zunähen"
    Wie lange kann ich den Restlochverschluss noch hinauszögern um endlich mal für Jana eine Pause einzuräumen?
    Mama Andrea, Tochter Jana
    LKGS li, im oberen Normbereich

  2. #2

    Registriert seit
    11.08.2007
    Ort
    Am Wasser
    Beiträge
    695

    Standard

    Also,

    wenn Jana, dass der Doktor "das zunähen soll", würde ich diese OP nicht heraus zögern. Zumal ein Erfolg an dieser Front für Ruhe sorgt. Mich würden weniger die OPs stören als die ganzen anderen Termine. Und da kann man vermutlich entschlacken. Cranio-Sacraltherapie z.B. hat bislang keinen Wirkungsnachweis erbringen können und ich finde das dahinterliegende Konzept (das von irgendwelchen wissenschaftlich angeblich nicht messbaren und von den Händen des Therapeuten spürbaren Energieströmen ausgeht, die blockiert seien und gelöst werden müssten) nicht sonderlich schlüssig. Daher würde ich sagen: Weg damit! und schon hat man ein paar Nachmittage freigeschaufelt, an denen man mit dem Kind etwas tun kann, das wirklich Spaß macht (Basteln, in den Zoo gehen... Du kennst Jana besser als ich) . Sehschule klingt bei einer Fehlsichtigkeit auch etwas windig. Es gibt natürlich ein paar Sachen bei denen eine Sehschule etwas bringt, aber gegen die Dioptrien bringt das nichts.
    Ich denke mal, der Terminkaldender ist so voll geworden, weil es an jeder Stelle, die man anläuft heißt. "...und man könnte noch...". Weil man glaubt, dem Kind mit jeder dieser vorgeschlagenden Maßnahmen etwas Gutes zu tun, ist es am Ende völlig übertherapiert. Ich kenne natürlich Eure konkrete Situation nicht und kann daher nur sehr bedingt beurteilen, welche Therapietermine in Eurem Fall wie sinnvoll sind. Aber vermutlich kann man ohne Probleme mindestens ein Drittel davon streichen. Vermutlich wird es Jana sogar besser gehen, wenn man ein Drittel der Therapien einfach sein lässt. Ich würde Dir empfehlen, mal aufzulisten, was alles gemacht wird, und mit den Kinderarzt zu bereden, was davon wie sinnvoll und ggf. gestrichen werden kann. Das würde Jana viel effektiver entlasten als das Herauszögern einer OP.

    Gruß

    Andy

  3. #3
    Avatar von Birger mit Theo
    Registriert seit
    16.05.2008
    Ort
    Lüneburg
    Beiträge
    324

    Standard

    Hallo,

    ich denke auch, dass eine abschließende OP ersteinmal für Ruhe sorgt. Allerdings wenn Du schreibst, dass Ihr euch mit Cranio über Wasser haltet, solltet Ihr das auch weiter machen. Ich halte diese Therapie im übrigen für sehr gut, da es sehr entspannend wirkt und wenn Jana die OP hinter sich hat, dringender denn je auch braucht.
    Theo hat zwar nicht so viele OP´s hinter sich, allerdings würde ich bei Ihm auch meinen, dass das allein für einen gesunden Menschen schon heftig viele (zu viele, in zu kurzer Zeit, mit Risiko OP´s) waren und Theo hatte ja noch viele andere "Baustellen" gehabt, sodass wir die letzte OP im März immer noch nicht ganz verarbeitet haben. Auch wir als Eltern, müssen da viel aufarbeiten, deshalb ist auch die Frage erlaubt, ob Ihr dass auch noch könnt und wollt.
    Eine Gaumen OP hilft natürlich auch besser durch die kalte Jahreszeit zu kommen.
    Kleiner Vergleich
    Theo mit offen hartem Gaumen im Winter 2010/11:
    8 Antibiotika Kuren, 2x Krankenh., 1 Lungenentzündung, Anwesenheit in der Krippe ca 30%, Eltern 100% genervt und am Ende, Arbeitgeber ist genervt, usw

    Theo mit verschlossenem Gaumen Winter 2011/12 bis jetzt:
    0 Antibiotika Kuren
    0 Krankenhaus
    Anwesenheit im KiGa 95%, Eltern und Arbeit im normalen Stressmodus, wir haben sogar ein Haus im Oktober gekauft und selbst sanieren können.( ... ist allerdings immer noch nicht fertig)

    Spricht doch schon einiges für eine OP, aber immer nicht vergessen, sich auch die Ruhe zu gönnen!

    LG

    Birger
    Theo ist am 10.05.2008 geboren ( Pierre Robin Sequenz und zentrale Koordinationsstörungen)


  4. #4

    Registriert seit
    31.05.2010
    Ort
    Petershagen
    Beiträge
    226

    Standard

    Hallo erst einmal,

    na das die Kleine bei den vielen Terminen streikt, ist ja wohl klar. Da würde ich ich auch streiken. Leider ist es so, das man dem Kind natürlich alles erdenklich Gute zukommen lassen will, aber dabei leicht über das Ziel hinaus schießt. Sieh zu, das die Kleine schnellstmöglich die notwendige OP hinter sich bringt, und lass sie dann erst einmal Luft holen und einfach nur Kind sein.
    Traurig finde ich auch, das sich der Gaumenverschluß schon so lange hin zieht.
    Maxi hat zwei OPs hinter sich, einmal Lippenheftung und dann der Komplettverschluß. Dabei hat er gleich Dauerpaukenröhrchen bekommen. Das war es aber auch. Alles zu, alles prima. Und nun darf er erst einmal die Welt auf den Kopf stellen ( was er auch mit einer unglaublichen Akribie macht ).
    Klar wurde uns empfohlen, macht dieses, macht jenes, und das sowieso. Quatsch, er ist Maxi, der spielen will, und kein Mensch, der ausschließlich auf sein Markel reduziert wird.
    Aber das hat jeder für sich zu entscheiden. Wir fühlen uns jedenfalls zuhause wohler, als in irgendwelchen Wartezimmern.

    In diesem Sinne

    Gruß Karsten


    "
    Habt keine Angst vor der Aufgabe, die euch das Leben stellt.
    Besondere Kinder kommen nur zu den Eltern, von denen das
    Leben weiss, das sie ihre Aufgabe gut machen werden.
    !"

    Lippenverschluß am 26.1.2011 Prof. Dr. Sader Frankfurt
    Gaumenverschluß am 28.4.2011

  5. #5
    Avatar von Andrea & Jana
    Registriert seit
    06.12.2007
    Ort
    Oberösterreich
    Beiträge
    471

    Standard

    Das Problem ist.. wir hatten ja gerade wieder eine unerwartete OP, Paukenröhrchen vor 5 Wochen.
    Auch wenn ich möchte.. die Gaumen OP wird erstmal nicht möglich sein. Zudem hatten wir 3 erfolglose Op´s.

    Logopädie hab ich erstmal zurückgestellt und wir üben nurnoch spielerisch im Kiga oder wenn es passt.
    Sehschule hab ich abgesagt und keinen Ersatztermin gemacht.. hab aber ein schlechtes Gewissen.
    Ich hab nun sogar eine Ersatzbrille gekauft, damit sie nicht zum Optiker mitmuß zum Geradebiegen oder Einstellen der Brille.

    Zur Cranio gehen wir, weil sie es jetzt selber will und ihr es echt gut tut.

    Ich spare mit Terminen wo ich nur kann, sie ist aber so frustriert wie nie.
    Wir sollten die Zähne kontrollieren.. schieben es aber immer vor uns her. Sehschule überfällig und erstmal nachrangig.
    HNO ist vorerst abgeschlossen.
    Die Platte ist keine Dauerlösung, keine Ahnung wie lange man dieses Provisorium tragen kann.
    Hierfür müßten wir wieder einen KHDurchlauf machen. Telefonisch was zu klären ist nicht so einfach, man bekommt
    eben einen Kontrolltermin = wieder ins Wartezimmer.
    Sie hat riesen Angst vor dem Abdruck für eine neue Platte. Selbst hierfür wär eine Narkose notwendig!!!
    Ich hab es erstmal wieder eine Woche aufgeschoben.
    Vielleicht passiert ein Wunder.
    Mama Andrea, Tochter Jana
    LKGS li, im oberen Normbereich

  6. #6

    Registriert seit
    11.08.2007
    Ort
    Am Wasser
    Beiträge
    695

    Standard

    Ich hab nun sogar eine Ersatzbrille gekauft, damit sie nicht zum Optiker mitmuß zum Geradebiegen oder Einstellen der Brille.
    Ich weiß, es nicht gerade dazu bei Euch zu entlasten, aber als langjähriger Brillenträger kann ich Dir sagen, dass das nicht funktionieren wird. Jede Brille wird individuell an den Träger angepasst. Und wenn der Träger nicht da ist, kann man eine verbogene Brille nicht wieder so hin biegen, dass sie optimal sitzt. Und gerade bei kleinen Kindern ist es wichtig, dass die Brille gut sitzt, damit sie nicht so sehr störender Fremdkörper empfunden wird, denn man loswerden muss.

    Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Such Dir beim Kinder- oder Hausarzt Unterstützung, wenn Du den Therapie-, Untersuchungs- und Kontrollkalender entschlackst. Als Laie kann man nur sehr schlecht einschätzen, was jetzt gerade Priorität haben sollte und was man gefahrlos vertagen kann. Du brauchst einen Führer durch dieses Dickicht und dafür sind Haus- und Kinderärzte ja da.
    Sie hat riesen Angst vor dem Abdruck für eine neue Platte. Selbst hierfür wär eine Narkose notwendig!!!
    Als bei mir regelmäßig Abdrücke gemacht wurden, war ich etwas älter als Jana, aber Du könntest versuchen, sie spielerisch auf die Situation vorzubereiten. Wette mit ihr, wie viele Gummibärchen (oder sonst irgendwelche kleinen, essbaren Sachen) sie in den Mund kriegt und lege einen gleich großen Stoß daneben, wenn ihr der Spatel für den Abdruck gezeigt wird. Dann sieht sie, dass das Ding gar nicht soo sperrig ist. Oder lass sie mit Essknete oder Kaugummi "schöne Abdrücke" von ihren Zähnen machen und sie Dir zeigen. Dann kannst Du ihr, wenn der Abdruck ansteht, sagen, dass das im Prinzip wie das Spiel mit der Essknete ist, nur dass die im Krankenhaus halt ein bisschen anders schmeckt...
    Es ist vielleicht nicht immer appetitlich, wenn man aus heiterem Himmel einen angekauten Kaugummi unter die Nase gehalten bekommt, um den Abdruck zu beurteilen, aber wenn es so möglich würde, Abdrücke zu nehmen, ohne dafür eine Narkose zu brauchen, sollte es sich doch gelohnt haben...

  7. #7
    Administrator Site Admin Avatar von Doreen mit Elisei
    Registriert seit
    06.07.2004
    Ort
    Cottbus/Brandenburg
    Beiträge
    7.780

    Standard

    Hallo Andrea,
    ich finde auch, ihr solltet die OP nicht so lange aufschieben. Wo hat sie denn das Restloch und wie äußert es sich?
    Bei der Paukenröhrchen-OP ist das nur ne ganz flache Narkose, gar nicht vergleichbar mit denen bei den Spalt-OPs. Da müsst ihr euch wegen des Abstands nun keine Sorgen machen. Aber dann ist Jana hoffentlich endlich die Platte los. Oder muss sie die wegen des Fehlbisses weitertragen?
    Könnt ihr den Zahnarzt nicht so legen, dass ihr alle zusammen einen Termin macht? Das hab ich am Anfang auch so gemacht. So fällt es Jana evtl. nicht so schwer, wenn sie sieht, dass ihr Großen auch dran seid.

    Mein Sohn hat auch insgesamt 6 OPs (Paukenröhrchen gar nicht mitgezählt) in den ersten 2 1/2 Jahren hinter sich, auch einen Restlochverschluß. Er bekommt Logo, muss regelmäßig zum KFO, da er seit 4 Jahren eine Zahnspange trägt und hatte bis vor kurzem auch noch Ergo wegen heftiger Konzentrationsprobleme in der Schule. Er war auch echt müde, was die Termine anging und auch sehr hoffnungslos, wie er weiter in der Schule klarkommen soll. Er hat ADHS. Von ihm kam oft: "immer ich" oder "warum muss das alles sein", "ich will das nicht".
    Ich habe daraufhin beschlossen, dass er nun doch Medikamente bekommt und dafür die Ergo wegfällt. Das war schon mal ne gute Idee, denn seitdem hat er mehr Freizeit und kommt in der Schule super mit. Hätte ich schon viel eher machen sollen, aber ich war total gegen diese Medikamente und dachte, es geht ohne. Geht aber nicht.
    Zum KFO geht Eli gerne. Ist ja eh nur alle 2 Monate. Die Abdrücke kann er auch nicht gut haben, aber im Sitzen geht es. Der KFO ist aber auch super lieb. Der gibt sich echt Mühe mit den Kindern.
    Und die Logofrau kennt er schon seit er 2 ist und mag sie ganz gern. Trotzdem macht er öfter mal nicht wirklich mit, aber sie kriegt ihn immer wieder. Sie kommt in die Schule, so dass wir da keinen Extraweg haben. Und es gibt auch immer wieder Pausen.
    HNO haben wir nur noch 2 mal im Jahr, weil er keine Röhrchen mehr hat. Das hat sich total gebessert, als der Gaumen dann endlich dicht war.
    Momentan geht es ihm wieder richtig gut und er klagt über keinen Termin.

    Ich hoffe, ihr kriegt das alles gebacken, dass es der Kleinen gut gehen kann.

    Nachtrag: Und was bei uns ganz dolle hilft, kein Jammern, sondern Augen zu und durch. Das vermittle ich auch Elisei. Es gibt halt Dinge, die müssen sein. Die sind nicht schön, aber nicht vermeidbar. Und ich zeige ihm auch mal Kinder, die auch zur Logo gehen, zur Ergo oder HNO, die operiert wurden. (Wir haben im Bekanntenkreis ein Mädchen mit einer Speiseröhrchenanomalie. Die Speiseröhre war bei Geburt extrem verkürzt und führte nicht zum Magen, sondern zur Lunge. Die Kleine hat schon über 70 OPs hinter sich und ein Ende ist nicht abzusehen.)
    Geändert von Doreen mit Elisei (20.01.2012 um 19:55 Uhr)
    Liebe Grüße von Doreen (Kontaktadresse der WRG) mit Elisei ( 11/03 beidseitige LKGS) und den 3 Geschwistern
    Steckbrief und Fotos



    Jeder sollte nur soviel Staub aufwirbeln, wie er bereit ist zu schlucken.

  8. #8
    Avatar von Julia und Felix
    Registriert seit
    01.02.2007
    Ort
    Krebeck
    Beiträge
    744

    Standard

    Hallo,
    im Großen und Ganzen ist wohl alles bereits gesagt. Möchte mich hier nur mal melden, weil auch wir zu denen gehören, die ein Kind mit vielen "Baustellen" haben und sehr gut nachvollziehen können, wie es ist, wenn Termine sich aneinander reihen und man manchmal nicht weiß, wie man es für das Kind und auch sich selbst erträglich gestalten kann.
    Auch ich bin der Ansicht, dass zumindest bei der OP wegen des Restlochverschlusses, angeraten wäre, wie Doreen es schon sagte, "Augen zu und durch" und dies ja mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit, auch für Ruhe in manch anderem Bereich sorgen könnte.
    Es ist immer ein Angehen und als Eltern tut man sich wahnsinnig schwer damit, weil vorweg der Berg erstmal wieder ansteigt.
    Ich erinnere mich noch recht gut, dass ich mehr als einmal kurz vor nem Nervenkoller war, weil wir gerade aus dem KH raus waren und wir dann wieder erneut hin mussten, wieder OP, Narkose etc., aber danach wurde es tatsächlich ruhiger und ich könnte mir vorstellen, dass auch du dann auch ein wenig anders mit Therapiepausen und dergleichen umgehen kannst und nicht so stark von einem schlechten Gewissen geplagt wirst (durch die Sorge, etwas wichtiges für dein Kind verpassen zu können).
    Ich kann jetzt auch nur von unseren eigenen Erfahrungen sprechen und das, was ich von anderen Eltern gehört habe. Selbstverständlich kann auch ich nicht beurteilen, welche Therapien unerlässlich sind und welche auch mal pausiert werden können, aber ich gebe Andy da schon auch recht- heutzutage ist es manchmal auch so, dass alles und jedes therapiert wird und unsere Kinder, aus Angst, man könne einen wichtigen Entwicklungsschritt verpassen, übertherapiert werden und es dann doch wichtig sein kann, mal einen Schritt zurückzutreten und zu schauen, wo die Prioritäten liegen.
    Felix sollte auch alles mögliche zeitgleich kriegen, Ergo, Logo, KG, Frühförderung etc., KG und Logo standen schon vor dem Kiga an und als er dann in den Kiga kam, habe ich die Ergo zunächst zurückgestellt, weil es einfach zuviel gewesen wäre-Beginn Kiga und dort ankommen und zeitgleich wieder neue Therapien. Diesen Entschluss haben wir nicht bereut, zwar ist die Ergo dann doch dazu gekommen, aber zu einem Zeitpunkt, wo Felix das sehr gut annehmen konnte.
    Nun haben wir das Glück, dass es bei ihm mittlerweile auch gut funktioniert, ihn spielerisch auf Abdrücke und sonstige Untersuchungen vorzubereiten, aber ich habe auch von vielen Eltern gehört, dass sie das auch in ähnlicher Weise gemacht haben, ihre Kinder sich aber bei den Untersuchungen trotzdem völlig verweigern. Einen guten Rat habe ich dafür auch nicht, finde es nur wichtig, dass das Vertrauensverhältnis stimmt und sehe es auch durchaus als völlig legitim an, den Kindern, nach vollbrachter Tat mit einer Überraschung (Essen bei MC Donalds, Besuch beim Hubschrauber oder, oder oder) die Situation zu erleichtern.
    Ich denke, es wäre auch für dich sicher sinnvoll, mal einen Schritt zurück zu treten und sich die Situation anzusehen und die Priortäten abzugehen. Dadurch klärt sich einiges und führt mitunter dann auch wieder dazu, dass sich einiges von allein gibt und sich manche Baustelle ggf. auflöst. Das ist nicht leicht, das weiß ich und wir wir Eltern haben diese Entscheidungsqual letztendlich, aber es ist halt auch nicht machbar, an allen Stellen gleichzeitig anzugreifen und 100% heraus zu holen, das ist weder für das Kind, noch euch gut.
    Uns stellte sich am Anfang die Situation so dar, dass Felix Beine gegipst werden mussten, die Herz-Op und die Zeit danach es aber nicht zuließ, dass die Beine in der Stellung gegipst werden konnten- ganz klar, keine wirkliche Frage, was die Priorität war, denn ohne Herz-OP hätte er gar nicht überlebt, trotzdem habe ich mir nen wahnsinnigen Helm gemacht, wie ich es bewerkstelligen konnte, die Beine nicht völlig außer Acht zu lassen. Sicher hat diese Entscheidung auch gewisse Folgen mit sich gebracht und die Krux ist einfach, dass man nie im Vorfeld weiß, welche, aber mir ging es wesentlich besser, als ich eine Entscheidung getroffen habe und wir Luft holen konnten. Gerade, wenn mehrere Dinge vorliegen, bleibt einem nichts anderes übrig, es nach und nach anzugehen, es ist möglich, dass manches nicht mit der Beachtung bedacht werden kann, die es eigtentlich hätte, wenn man sich nur um eine Sache kümmern muss, aber manches lässt sich auch dann noch gut lösen, wenn es nicht sofort und auf der Stelle passiert. Damit will ich sicher nicht sagen, dass man sich einfach komplett zurücklegen kann und sagt, ich mache nur das eine, alles andere ist egal, aber eben wirklich nach den Prioritäten suchen und die anderen Dinge im Blick behalten.

    Alles Gute, Julia

  9. #9
    Avatar von Andrea & Jana
    Registriert seit
    06.12.2007
    Ort
    Oberösterreich
    Beiträge
    471

    Standard

    Ich es ja auch eher als ein "vorübergehendes" Tief.. bin mir aber dennoch nicht mehr sicher das richtige zu tun.
    Jana gegenüber muß ich alles extra lustig gestalten, damit es einigermaßen läuft. Es ist aber anstrengend.
    Dabei hab ich aber schon lange herausgefunden, daß sie nur in meinem Beisein so ein Theater macht, wenn ich sie bei der
    Logo alleine lasse, funktioniert es am Besten.
    Bei Arztterminen kann man sie ja nicht alleine schicken. Sie lässt es ja dann über sich ergehen, ist aber mir gegenüber
    sehr nachtragend, weil ich das eben zulasse bzw. sie erst dahin bringe. Fazit: am besten das Haus erst garnicht verlassen!

    Das mit dem Abdruck mit Essknete werden wir morgen probieren. Mit der Klinik hab ich auch erstmal telefoniert, da können wir aber erst
    nächste Woche die richtigen Ansprechpartner erreichen. Die OP würde ich ja auch gerne hinter uns bringen. Ich hab auch vertrauen in die neue
    Klinik, nur.. das hatte ich auch beim Primar und es hat nicht gehalten. 3 mal ERFOLGLOS! Ich wüßte momentan nichtmal mehr wie wir die
    Zeit nachher überstehen. Suppe oder breiiges geht seit der letzten GaumenOP garnicht mehr.

    Die Ersatzbrille war erforderlich, weil sie die voll Zorn Versteckt oder draufspringt. Eine ist immer zur Reparatur.
    Irgenwie schaffen wir es dann doch wiedermal die Brille passend zu bekommen. Diese Wut bzw. Antriebslosigkeit macht mir Sorge.
    Wie gesagt, die Termine haben wir schon extrem gekürzt.. nur selbst ein normaler Einkauf ist schon zuviel für sie.
    Den Kindertheaterbesuch hat sie auch nicht durchgehalten, Baden war einfach zu anstrengend, Bobfahren geht nur kurze Zeit.
    Alles was sie normalerweise sehr gerne macht..außer Reiten, das geht immer, macht sie fertig.

    Mal schaun, was die Klinik dazu meint... das aber erst nächste Woche.
    Vielen Dank!
    lg
    Mama Andrea, Tochter Jana
    LKGS li, im oberen Normbereich

  10. #10

    Registriert seit
    11.08.2007
    Ort
    Am Wasser
    Beiträge
    695

    Standard

    Suppe oder breiiges geht seit der letzten GaumenOP garnicht mehr.
    Das kenne ich. Seit meiner Kiefer-OP habe ich einen richtigen Horror vor Kartoffelpürree und rahmigen oder passierten Suppen. Das liegt daran, wie mir diese Sachen im Krankenhaus serviert worden sind. Fast immer völlig versalzen und oft waren noch Klümpchen drin aus den das Pulver, aus dem sie den Fraß zusammengerührt hatten, rausstaubte, wenn sie geplatzt sind. Aber ich bin erwachsen und koche selber, deswegen ist es kein sonderliches Problem, diese Sachen in meiner Ernährung einfach nicht stattfinden zu lassen.
    Du könntest Du Dich, wenn es wieder akut wird, einer Suppen- und Breikost von Randbereichen her nähern. Eine Milchsuppe mit Schokolade liegt an der Grenze zwischen Suppe und Heißgetränk, und Schokalade geht bei den meisten Kindern ja in jeder Form. Und eine Suppe die in eine Kaffeebecher daher kommt, ist ganz gut getarn. Und es gibt ja noch andere süße Suppen, mit denen Jana sich vielleicht doch locken lässt. Ich denke da vor allem an Kaltschalen mit Obst. Auch mit Nudeln kann man sich an der Grenze von fester Nahrung zu Suppe und Brei bewegen. Wenn man die Spaghetti in der Tomatensauce durch Kritharaki-Nudeln ersetzt (das sind griechische Nudeln, die in Größe und Form an Reiskörner erinnern), hat man schon etwas breiartiges, das Jana aber vielleicht nicht als Brei erkennt, wenn man es weiter "Nudeln mit Tomatensauce" nennt. Je nachdem, wie viel Sauce man nimmt, könnte man das Ganze sogar zur Suppe strecken. Auch ein Auflauf mit kleinen Nudeln kann (wenn man die Kruste wegmacht), schon eine breiartige Konsistenz kriegen und eventuell als Speise für die ersten Wochen nach einer Gaumen-Op infrage kommen. Vielleicht ist Jana auch groß genug, dass Buchstabensuppe so ein Event ist, dass sie darüber vergisst, dass sie es mit Suppe zu tun hat. Auch rustikale Eintöpfe oder Schmorgerichte könnten die Tür in Richtung Suppe wieder öffnen. Bei so einem Pichelsteiner oder Gaisburger Marsch hat man ja recht große Stücke Fleisch und Gemüse, die in Brühe schwimmen. Das ist nicht so richtig suppig, hat aber trotzdem eine leichte Tendenz in die Richtung, so dass solche Sachen sich als erster Schritt in Richtung wirklich flüssiger Suppe eignen könnten.

    Ich hoffe, da waren ein paar Impulse dabei, die Dir helfen, Deine Tochter für die Suppenzeit nach der nächsten Gaumen-OP vorzubereiten.

    Gruß

    Andy

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •