Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie ist die seelische belastung der kinder?
DIana und LIna
30.07.2008, 23:57
Also wir stehen nun vor der zweiten op. Gaumenverschluss, lippenbänchen, paukenröhrchen. mehr bei opterminen.
meine frage ist nun.
bei der ersten op. 6monate war die kleine da. und vor opbeginn als dann mein Mann da war, ging bei mir nichts mehr, war nur am weinen und das hörte erst auf als lina dann im op war.
das geht ja nun nicht, ich kann doch vor lina (18monate) nicht so total abfallen und nervlich am ende sein. aber damals ging es nicht anders. was geht in den kleinen köpfen dann vor, wenn mama weint und angst hat?
ich bin erstaunlich ruhig geworden, mache mir kaum sorgen aber weiss ebend auch nicht wie es kurz vor der op aussieht.
Was muss ich beachten um meinem kind kein schaden zuzufügen, seelischer art?
Hoffe jemand versteht meine fragen und kann etwas beantworten.:hoff:
Vronileine
31.07.2008, 11:47
Bei seiner 2. OP war er gut 10 Monate alt und ich war nur am plärren (weinen), bis er reingeschoben wurde im OP-Raum. Bei der 1. OP wars das gleiche. Gott sei Dank hat mich mein Mann dann abgelöst und ich konnte draußen fertig weinen und er hat das geschupft.
In diesem Alter war ihm das allerdings noch ziemlich egal, also brauchst nicht an seelische Spätfolgen denken. Notfalltropfen und dgl. haben alles nichts genützt.
Schlimm wars, als letzte Woche meine Tochter am Auge operiert wurde (Schiel-OP). Sie ist 7 und es war meine größte Sorge, daß sie das natürlich mitbekommt. Ich blieb ruhig bis sie in den Aufwachraum geschoben wurde. Vorher, auf der Station, bekam sie schon den Beruhigungssaft. Dann gings bei mir schon wieder los, aber ich hab mich fürchterlich zusammen gerissen und so mit ihr gespielt, daß ich hinter ihr am Bett sitze und ich heimlich wischen kann...
Also wie gesagt, wenn sie noch so klein sind, brauchst dir keinen Kopf machen!
Viel Glück!
Dani & Corvin
31.07.2008, 13:43
Verhalt dich einfach ganz normal!! Wenn du weinen musst dann ist das so!!
Kinder müssen auch lernen mit unseren Emotionen umzugehen! Du kannst ihr ja erklären das Mami aufgeregt ist wegen der Op weil du sie lieb hast! Das ist schon ok!
Ich bin ein total emotionaler Mensch und werd auch mal schnell laut! Corvin stimmt mir dann meist zu! Also er kann damit gut umgehen das Mama mal meckert, besonders beim Autofahren :roll: !!!
Meine Eltern haben Emotionen vor uns Kindern nie gezeigt das ist für Kinder viel schlimmer! Damit kann man ganz schlecht umgehen! Wenn ich wegen etwas traurig oder wütend bin dann zeige ich das auch, Corvin nimmt mich dann in den Arm und tröstet mich!
Julia und Felix
31.07.2008, 16:12
hallo,
denke auch, dass es schon ok ist, wenn du weinst!
ich persönlich, mache es auch immer so, dass ich felix dann in den arm nehme, ihn streichel und ihm dann erkläre, dass ich nicht böse bin auf ihn, sondern einfach die aufregung ist und ich ihn ganz doll lieb habe.
zwar ist es mir bislang immer ganz gut gelungen, nicht kurz vor der op in tränen auszubrechen, aber ich denke, jeder kennt das und das lässt sich nicht eben mal verschieben.
felix ist jetzt anderthalb und er kommt dann auch immer an, wenn er merkt, dass ich weine und nimmt mich in den arm und küsst mich:-).
so, als wollte er mir sagen "mensch mama, mach dir mal keinen kopp, alles wird gut!"
natürlich bin ich kein experte, aber ich bin auch der meinung, dass die kinder besser mit den erklärungen umgehen, wenn bei uns eltern mal die emotionen hochkommen, als wenn sie es zwar sehen, man aber versucht, es zu vertuschen, dann überträgt sich die unruhe erst recht- so zumindest meine erfahrung, mit meinem kind.
liebe grüße, julia
DIana und LIna
31.07.2008, 21:58
ich danke euch wirklich von herzen. ich hatte mir schon so was gedacht...
was denken die kinder, wenn wir eltern sie in die hände geben, sie wieder aufwachen und schmerzen haben, denken die dann nicht. du hast mich hierher gebracht du bist schuld das ich die schmerzen habe... ich meine das den kindern zu erklären. schön und gut aber verstehen die das schon in dem alter?
Dani & Corvin
31.07.2008, 22:10
Ich glaube nicht das Lina dir „die Schuld” daran gibt! Sie merkt ja an deinem Verhalten das du das nicht wolltest und es nicht gemacht hättest wenn du es hättest verhindern können! Im Prinzip kannst du nur eins machen und das ist für sie da zu sein, sie auf den Arm nehmen!!! Dann weiß sie das du ihr nicht mit Absicht wehgetan hast! :knuddel:
So wirklich sagen können wir das alle nicht was die Kinder denken in dem Moment, gefragt haben wir uns das sicher alle! Klar kommen nicht alle Kinder mit solchen Erlebnissen gleich klar und brauchen danach mehr Zuwendung und die sollte man ihnen zugestehen! Corvin war ungefähr in Linas Alter bei seinem Gaumenverschluss und hat das hinterher ganz schnell wieder vergessen! Er ist ein total fröhliches und ausgeglichenes Kind! Ihr schafft das auch! :gut:
DIana und LIna
31.07.2008, 23:16
Danke schön. worüber ich mir schon wieder gedanken machen.
Ich danke fürs zuhören... denkt an uns am dienstag
Dani & Corvin
01.08.2008, 10:14
Wir drücken euch ganz fest die Daumen!!! :Daumendrück: :alleswirdgut:
Vronileine
01.08.2008, 11:57
Naja, klar kann/soll man den Kindern gegenüber Emotionen zeigen.
ABer ich denke mir, daß das das zu operierende Kind extrem unruhig und nervös macht, wenn die Mama hemmungslos weint.
Denn wenn die Mama so weint, ist immer "etwas gaaaannz schrecklich". Da sollte man sich zumindest bemühen, die Fassung zu bewahren...
Julia und Felix
03.08.2008, 10:52
klar, es ist schon so, dass man zwischen ein paar tränen und einem ausgewachsenen nervenzusammenbruch unterscheiden muß.
es ist auch sicher einfacher, wenn es zuhause mal so ist, dass man anfängt zu weinen, als wenn es in direktem zusammenhang mit der op steht.
bei unserem hartgaumenverschluss im januar, hatte ich felix schon seit einer stunde im aufwachraum im arm und plötzlich wurde die blutung immer stärker.
auf einmal ging ein richtiges gewusel los, die ärzte kamen, wollten felix wieder in den op bringen, um die blutung zu stoppen.
ich stand da, der ganze kittel voller blut, felix schon auf dem weg in den op, die arme nach mir ausgestreckt und ich dachte immer nur "bleib ruhig".
ich habe ihm immer wieder gesagt, dass sie ihm jetzt helfen werden, dabei konnte ich halt auch nicht vermeiden, dass mir die tränen runterliefen, aber mir ist es gelungen, ganz ruhig zu sein, es gab eben nur die alternative, zurück in den op und zu sehen, warum es nachblutet.
beim warten, habe ich dann gedacht, dass jetzt alles sicher ganz fies und schlimm wird, wenn er aufwacht und sich alles verzögert mit der heilung.
was soll ich sagen, bereits am nächsten tag war alles wieder beim alten, er wollte über die flure krabbeln und war fröhlich.
ich bin schon der meinung, dass diese ganzen aufenthalte und das bloßliegen der nerven spuren hinterlassen. sicher können die kinder später nicht irgendwelche einzelheiten erzählen, man merkt es aber schon an ihrem verhalten, wenn es mal wieder zu untersuchungen geht.
ich versuche, unseren alltag so fröhlich wie möglich zu gestalten und mir auch zu sagen, dass diese ganzen therapien und untersuchungen notwendig sind, um keine spätfolgen zu haben, das hilft mir doch meistens.
die leute, die felix sehen, sagen mir immer, dass sie es so großartig finden, wie fröhlich und freundlich er trotz des erlebtem ist und das zeigt mir, dass es nicht so falsch läuft:-)!
es gibt immer tage, an denen man mal nicht so gut mit allem umgehen kann, aber ich denke, dass du deiner tochter zeigst, dass du da bist und sie liebst und das zeigt sich immer wieder darin, dass sie sich in zeiten, wenn es ihr nicht gut geht, an dich kuschelt und dir vertraut.
ich habe auch oft gedacht, dass felix sich abwenden würde, weil immer ich es bin, die ihn festhält, wenn es um infusionen, gipsabdrücke,kg und all das geht- das gegenteil ist der fall!
liebe grüße, julia
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