PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie 5-jährigem OP erklären?


Tina5733
25.06.2008, 11:02
Guten morgen,

ich habe am Montag mit meinem großen Sohn einen OP Termin für Polypenentfernung und evtl. Paukis. Er fragt mich jetzt immer, wie das gemacht wird, ob ihm das weh tun wird usw.

Ich weiß gar nicht recht, wie ich ihm alles erklären soll. Sage bisher immer, das er ja nix merkt, da er feste schläft! Heut kam dann die Frage, wie sie ihm die Flüssigkeit aus dem Ohr holen und wie sie die Polypen entfernen! Das mit der Flüssigkeit hab ich ihm dann erklärt, das es mit einem kl. Staubsauger gemacht wird! Hab nix von einem Schnitt oder ähnliches erzählt! Auch nix von den evtl. Röhrchen! Bei den Polypen hab ich gesagt, sie werden mit einem Löffel, wie beim Pudding, entfernt! Bin mir aber nicht sicher, ob es so richtig war!

Wird er danach Schmerzen haben??? Ich hab alles mit 3 Jahren entfernt bekommen, daher kann ich mich an nix mehr erinnern! Ich finde es vor allem echt komisch, wir wären nie auf die Idee gekommen zum HNO zu gehen, erst seit der Kleine auf der Welt ist und eine Lippen und Weichgaumenspalte hat! Und nun heißt es, das der Große zwar auch eine kl. verdeckte Spalte hat, die aber nicht operiert werden muß! Dadurch dann auch immer seine Probs mit den Ohren in den letzten Jahren.

Ich danke euch schon einmal im Voraus für eure Antworten!

Liebe Grüße Tina mit Maximlian & Kevin

Petra und Julius
25.06.2008, 11:56
Hallo Tina!

Ich finde, du hast das sehr gut erklärt. Ich würde ihm auf keinen Fall sagen, wie das tatsächlich gemacht wir, das würde ihm nur unnötig Angst machen (und er kriegt davon ja wirklich nichts mit).

Bei Fragen zu Dingen, die er dann sehr wohl bewusst erleben wird, würde ich bei der Wahrheit bleiben. Ich hab mit Julius immer offen gesprochen. Ja, es kann sein, dass es weh tut, aber du bekommst eine Medizin, damit du nichts mehr spürst usw. Wir haben auch immer vorher darüber gesprochen, wie das sein wird, wenn er in den OP gebracht wird. Dass ich nur bis zu einem bestimmten Punkt bei ihm sein kann, aber dass man sich gut um ihn kümmern wird. Und natürlich, dass ich wieder da bin, wenn er aufwacht. Allerdings hab ich ihm zB auch gesagt, dass er sich keine Sorgen machen muss, wenn ich noch nicht da bin, dass ich dann schon auf dem Weg bin und bald komme (für den Fall, dass er sehr schnell auwacht oder man mich zu spät anruft).

Ich finde, wenn die Kinder wissen, was mit ihnen passiert, ist es leichter für sie. Alles, worauf sie nicht vorbereitet sind, macht ihnen dann in der Situation nur noch mehr Angst.

Alles Gute für die OP!

sandra dirscherl
27.06.2008, 11:57
Hallo Tina,

auch ich finde es richtig alles zu erklären. Annabell war 6 Jahre alt als sie an der verdeckten WeichGS operiert wurde. Die war erst kurz zuvor entdeckt worden. Wir haben uns zusammen Kinderbücher übers Krankenhaus angeguckt. Da ich aber nichts finden konnte, das ihre spezielle OP erklärt, haben wir zusammen einfach selbst ein Buch gemalt. Auf der ersten Seite wie wir ins KH kommen und ein Zimmer kriegen. Dann Voruntersuchung, OP, später ein Bild von Annabell mit Magensonde und Tropf und wie wir zusammen spielen. Das letzte Bild war dann wieder zu Hause mit Willkommen-Schild und Geschenk für die tapfere Kranke.
Ich habe gezeichnet und Annabell durfte dann Pflaster usw. aufmalen. Die Seiten haben wir zusammen getackert und immer wieder angesehen. Dazu hab ich erzählt was so im KH passiert. Auf Nachfragen immer ehrlich antworten! Das hat Annabell viel von ihrer Angst genommen.

Deine Erklärungen finde ich gut. Ich glaube aber Du darfst ruhig deutlicher werden. Und gegen die Halsweh, die er hinterher bestimmt haben wird, kann man ja auch viel Eis lutschen.

LG
Sandra

Tina
27.06.2008, 14:05
Bin zwar keine Mama, aber ich kann aus der Warte eines ehemaligen kleinen Patienten sagen, dass meine Eltern und auch der Arzt mir immer wahrheitsgemäß erzählt haben, was so auf mich zukommen wird - natürlich altersgerecht.

Und im Nachhinein gesehen, war es das Beste, was alle tun konnten. Klaro hatte auch ich ein Grummeln im Bauch vor jedem KH-Aufenthalt, aber ich bin nie böse überrascht worden, so dass ich nie das Vertrauen verloren habe. Denn ich denke, dass Vertrauen das A und O ist.

Es hat sich bei mir bis heute gehalten, dass ich bei Arztbesuchen immer alles haarklein wissen möchte. Auch wenn es den ein oder anderen Doc nerven mag, aber ich bohre immer so lange nach, bis ich glaube, alles zu meiner Beruhigung zu wissen.

Du machst das schon vollkommen richtig:gut:

LG von Tina zu Tina:blume:

Tina5733
01.07.2008, 10:25
Guten morgen zusammen,

ich danke euch für eure Antworten. Hab es beherzigt, ihm soweit alles ehrlich zu erklären. Auch das er danach Halsweh haben wird!

Gestern war dann sein großer Tag. Er hat zwar danach sehr gelitten und als er dann endlich zu Hause sein durfte, tief und fest geschlafen. Er hat nur eine Parazentese beidseits und entfernung der übergroßen Polypen bekommen! Zum Glück brauchte er keine Paukis. Wäre zwar nicht so schlimm gewesen, aber wenn wir ohne auskommen, umso besser!!! Ich finde es echt erstaunlich, das man erst jetzt bei ihm festgestellt hat, das er die leichteste Form einer Spalte hat! Zum Glück so minimal, das außer Logopädie nix gemacht werden muß!

Ich wünsche euch allen einen sonnigen Tag.

Lg Tina mit Maximilian & Kevin