Unsere Viola ist nach drei Monaten Spitalaufenthalt endlich zu Hause. Wir sind total happy, dass wir nicht mehr ins Spital pendeln müssen und sie ganz für uns haben. Wir füttern sie mit dem Haberman. Von den 80ml pro Mahlzeit trinkt sie aber meist nur 30 bis 40ml, den Rest geben wir ihr über die Magensonde. Im Spital trank sie oft über 50ml. Zu Beginn der Mahlzeit trinkt sie jeweils ganz koordiniert und konzentriert, nach ein paar Minuten fängt sie aber an sich zu überstrecken (Kopf nach hinten, hohles Kreuz). Nach einem Bäuerchen geht's meist wieder, aber sie ermüdet schnell. Gibt es einen Trick, wie wir sie dazu bringen können, mehr zu trinken?
Vielen Dank für Eure Hilfe!
Kirsten und Noel
16.05.2008, 11:45
Hallo Martin,
ich habe Dir bei Eurer Vorstellung schon geantwortet, aber hier passt es sicher besser.
Meine Frage wäre, wie oft Viola trinkt - denn es kommt ja gar nicht so sehr auf die Menge bei einer Mahlzeit an, sondern auf die Gesamttrinkmenge. Die meisten muttermilchernährten Babys wollen häufig trinken, manche alle 2 Stunden - darauf ist die schnell verdaute Muttermilch auch ausgelegt. Bei Babys, die wie Eure Viola schnell ermüden, ist es oft besonders hilfreich, sie öfter zu füttern, das kompensiert die geringere Trinkmenge pro Mahlzeit. Wenn sie generell viel schläft, ist es vielleicht nötig, sie für häufigere Mahlzeiten auch aufzuwecken.
Falls Ihr das eh schon macht, gibt es schon ein paar Tricks.
-in einem kühlen Zimmer füttern oder sie etwas ausziehen, wenn sie einzunicken droht (bei Temeperaturen über 27 Grad Celsius nimmt die Trinkaktivität ab)
-bei gedämpften Licht füttern (grelles Licht läßt Babys ihre Augen schliessen)
-sie aufrecht halten, Blickkontakt aufnehmen, mit ihr sprechen
- wenn sie müde wird, die "Fütterseite" wechseln, also die in den anderen Arm nehmen und dann weiterfüttern
- den Hautkontakt beim Füttern verstärken, also z.B. im Bett nackt füttern, das verstärkt den Trinkreflex.
Vielleicht wäre es das Experiment wert, das Sondieren einfach mal wegzulassen und statt dessen zu versuchen, sie häufiger zu füttern, es dann aber bei den 40 - 50 ml zu belassen? Falls Ihr Angst habt, dass sie dann zu wenig bekommt: achtet darauf, ob sie mindestens 4 bis 6 nasse Windeln pro Tag hat und rosig aussieht, und mehrmals am Tag richtig aktive, wache Phasen hat. Vielleicht habt Ihr ja eine Hebamme, die das Ganze ein bisschen überwachen könnte, nur damit Ihr beruhigter seid. Je öfter sie trinkt, desto besser lernt sie ja auch, ihre Bewegungen zu koordinieren - und jeder Tropfen aus Sonde ist so gesehen eine vertane Chance, noch besser trinken zu lernen.
Ich wünsche Euch, dass Eure Tochter bald besser trinkt - und wenn Ihr Fragen habt, nur zu!
Hallo Kirsten
Vielen herzlichen Dank für Deine ausführliche und kompetente Antwort. Wir werden Deine wertvollen Tips gerne anwenden und sind gespannt auf die Wirkung. Wir melden uns dann wieder!
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