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hallo,
welche Vorteile, aber auch welche Nachteile kann der Besitz eines Schwerbehindertenausweises bringen?
mathias
also ich kenn nur vorteile!
zB vergünstigten eintritt in freizeitparks ;)
Hallo Mathias,
als anerkannter Schwerbehinderter (in Verbindung mit einer LKGS) bekommt man vom Arbeitgeber ein paar Tage mehr Erholungsurlaub und genießt einen verbesserten Kündigungsschutz. Bei Betrieben/Behörden ab einer bestimmten Größe darf man außerdem an der Wahl einer Schwerbehindertenvertretung teilnehmen.
Behörden/Betriebe ab einer bestimmten Größe müssen einen bestimmten Mindest-Prozentsatz an Schwerbehinderten beschäftigen. Ist dieser Prozentsatz nicht erreicht, hat man dort als gleichgeeigneter Bewerber einen kleinen Vorteil.
Außerdem kann man evtl. Kosten im Zusammenhang mit der Krankheit von der Steuer absetzen (wenn z.B. spezielle Essgeräte benötigt werden).
Einige Vereine, Öffentliche Bäder udgl. bieten auch vergünstigte Mitgliedsbeiträge/Eintrittsgelder für Schwerbehinderte an. Der verlangte Mind.-Grad der Behinderung kann hier unterschiedlich ausfallen, teilw. sogar gestaffelt sein.
Allerdings gelten viele der o.g. "Vorteile" erst ab einen Grad der Behinderung (GdB) von 50 % oder mehr. D.h. erst ab 50 % gilt man als schwerbehindert.
Nachteile: Als Behinderter (lt. meinem Arzt angeblich sogar schon unter 50 %) ist man verpflichtet dies bei Vorstellungsgesprächen mit anzugeben.
Hinzu kommen evtl. Gebühren und evtl. mehr oder weniger Schreibkram mit den zuständigen Behörden für den Schwerbehindertenausweis.
Einige Arbeitgeber zögern etwas Behinderte einzustellen, weil sie die o.g. Sonderrechte des Arbeitnehmers als Nachteil empfinden oder glauben ein Schwerbehinderter sei weniger belastbar.
Oft reicht auch eine LKGS nicht für 50 % aus (das ist natürlich Fallabhängig!). So hat man zwar einen Ausweis und muss dies in Vorstellungsgespräch auch angeben, hat aber keine Vorteile davon. Insofern sollte man sich vorher lieber mit seinem Haus- oder Facharzt absprechen, ob sich die Beantragung eines solchen Ausweises überhaupt lohnt oder ob nicht die Nachteile überwiegen.
Viele Grüße
Leo
also ich hab genau 50% da ich auch noch auf einem ohr nicht so gut höre. ich denke aber mal, dass die vorteile überwiegen, denn bei einem vorstellungsgespräch kommt es ja auch auf das auftreten an. und ich denke, dass die leute mit einer lkgs keine nachteile davon haben. (eher vorteile, da viele lkgs- leute eine hammer austrahlung haben) ich hatte zwar noch nie so ein richtiges vorstellungsgespräch, aber ich stells mir so vor ;) *gg
Also ich sehe das mit dem angeben bei Bewerbungsgesprächen eher als
Vorteil, da es nach meinen Erfahrungen positiv ist, da zumindest hier
sehr oft bei steht, dass behinderte Menschen bei gleicher Eignung bevorzugt
werden.
Hat einer von euch den Ausweis beantragt?
Was habt ihr dort angegeben?
Habt ihr ihn beim ersten mal bekommen oder wurde erst mal abgelehnt?
Wo habt ihr ihn beantragt?
Lieben Gruß, anne
Hallo,
da muß ich jetzt auch mal meinen Senf dazugeben, den ich aus eigener Erfahrung beitragen kann:
Es gibt Firmen, die haben da kein Problem, vorallem wenn man sich im öffentlichen Dienst bewirbt, kann man es ruhig angeben, dann muß die Bewerbung nämlich an den Schwerbehindertenvertrauensmann weitergeleitet werden, der dann auch im Vorstellungsgespräch dabei ist. Es kann einem schon die Tür zu einem Vorstellungsgespräch öffnen, in dem man dan überzeugen kann. Wenn man es in der Bewerbung erwähnt, würde ich aber auch kurz erwähnen, dass die "Behinderung" keine Auswirkung auf die Tätigkeit hat. Und Achtung! Man spricht von Grad der Behinderung und nicht von Prozent! Also z.B. GdB von 50 nicht von 50% (Man sagt ja auch nicht draussen hat es 37 Grad Prozent) Die korrekte Einheit ist also Grad und nicht Prozent. Prozent kommt von dem veralteten MdE (Minderung der Erwerbsfähigkeit) wie es früher hiess, was natürlich völliger Blödsinn ist, denn z.B. ein Rollstuhlfahrer mit GdB oder früher MdE 100, ist ja nicht in seiner Erwerbsfähigkeit zu 100% eingeschränkt! Sondern kann je nach Job, z.b. im Büro durchaus 100%ige Arbeit leisten!
Die Erfahrung in Industriebetrieben ist eher negativ bei Einstellungen, weil die Arbeitgeber immer noch denken, dass eine Kündigung völlig ausgeschlossen ist. Das stimmt zwar nicht, aber man kämpft ganz schön gegen Vorurteile. Ausserdem muß der Arbeitgeber eben 5 Tage mehr Urlaub zahlen und man muß gegen Vorurteile, wie öfter krank, bestimmt ständig in Kur, nicht so leistungsfähig kämpfen! - Das ist bei der heutigen Wirtschaftslage nicht gerade das, was die Arbeitgeber wollen.
Also genaues Abwägen, halte ich für sinnvoll. Evtl. erst einen Ausweis beantragen, wenn man arbeitet und die Probezeit hinter sich hat, und einen unbefristeten Vertrag hat!
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