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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Meiner sprachunterstützende OP vom 1.12.


Anonymous
08.12.2005, 17:51
Hallo zusammen!

Ich melde mich mal zurück, um von meiner sprachunterstützenden Operation bei PD Dr. Dunsche in Karlsruhe am 1.12. zu berichten. Ich verweise vorab auch auf Peters Ausführungen dazu in diesem Thread: http://www.lkgs.net/viewtopic.php?t=478

Seit meiner Nasenkorrektur schaute ich ernsthaft nach Möglichkeiten für eine solche OP, vor einer generellen Re-Operation der Velopharyngoplastik sah ich bislang wg. Schnarchrisiko u.a. ab, aber so ganz ohne ging es nicht (später dazu mehr). Das Defizit bei den typischen Problem-Lauten wie das sch ist je nach Konzentrationslage meinerseits eher weniger das Problem. Eher hatte ich Probleme aufgrund meines Näselns. Es ging sogar soweit, dass ich es am Telefon mal selbst hörte, wie der nasale Luftstrom das Gespräch negativ beeinflussen kann. Nach einem Auslandsgespräch (und entsprechende Störungen wie z.B. Nachhall konnte ich mal selbst hören, wie ich beim Gegenüber, der mich nicht sehen kann und mich meistens nicht persönlich kennt, ankomme. Darüber war ich sehr erschrocken. Zwischenzeitlich hatte ich mir vor zwei Jahren ein neues Handy besorgt, was auch eine Aufzeichnungsfunktion hatte und damit simulierte ich Gespräche. Ich nahm an, dass vielleicht die Nasenkorrektur was bringen könnte, aber da täuschte ich mich.

Gegen Ende Oktober war ich zur Routine-Kontrolle meiner Implantate in Karlsruhe und hab danach mal nach Möglichkeiten zur Sprachunterstützung gefragt und hierbei auch die Levatorunterstützungsplastik nach Sader angeführt. Zunächst schien Dunsche eher skeptisch zu sein, merkte an dass ich "riesige" Restlöcher habe, schickte mich zunächst zur HNO / Pädaudiologie. Die Chefin schaute sich das an und machte auch eine Nasale Videoendoskopie (*autsch*) und schaute sich von dort aus die Gaumensegel an, während ich die typischen Sätze sagen musste. "Da ist gut gearbeitet worden" sagte sie und hielt eine OP im Prinzip für nicht notwendig. Sobald ich unter Spannung stehe (und darunter steht man unweigerlich, wenn man gerade einen Schlauch in der Nase hat!) sieht alles sehr gut aus. Sie empfahl mir Krafttraining, um die Körperspannung zu erhöhen und Logopädie, ggf. als einmalige stationäre Intensivtherapie über drei Wochen in einer speziellen Reha-Klnik bei Bad Oeynhausen.

Ich kehrte zur MKG zurück, zugegebenermaßen erst ein wenig geknickt, aber das war schnell vorbei, denn da wartete auch schon Gabi :) ... ich ging nochmal kurz zu Dunsche, er liess mich nochmal diverse Sätze immer wieder und wieder sagen, schnell, langsam, laut und leise und mit allen Problem-Lauten (das wurde mir fast richtig peinlich). Dann sagte er, wir probieren mal was aus, das wird aber ein wenig unangenehm, verschwand aber gleichzeitig damit ich keine Einwände erheben konnte ;) Er spritze mir mit mehreren Einstichen Kochsalzlösung in die Gaumensegel, um diese anschwellen zu lassen, es simulierte mehr oder weniger den Verschluss der Restlöcher und zog den ganzen Gaumen für einige wenige Minuten nach unten und als ich dabei widerum die Sätze aufsagte, konnte ich schon ein wenig erahnen, dass es mir was an Erleichterung bringen könnte. Auch Dunsche sah eine Chance, dabei so einiges für mich herauszuholen. Da entschied ich mich, den Eingriff zu wagen und so verständigten wir uns darauf, es war dann tatsächlich die Levatorunterstützungsplastik vorgesehen.

Mit viel Glück bekam ich dann einen Termin für 30.11. für die stationäre Aufnahme und für den folgenden Tag die OP. So sei es auch geschehen und zu meiner Überraschung kam ich bereits um 7.30 Uhr morgens in den OP und war soweit ich es mitbekommen habe gegen 10.15 im Aufwachraum, also die reine OP-Zeit müsste ungefähr zwei Stunden gewesen sein.

Am nächsten Abend, am Freitag um 20.30 Uhr kam Dunsche nochmal zu mir ins Zimmer und erklärte mir das Vorgehen genauer. Es war recht umfangreich, was er mir erzählte und ich bekomme auch nicht mehr alle Einzelheiten korrekt zusammen, da muss ich den OP-Bericht abwarten. Ich habe aber soviel mitbekommen, dass er für die einzelnen Schritte jeweils ein anderes Verfahren angewendet hat: Zunächst wurde der weiche Gaumen darstellt, Teile der alten Velopharyngoplastik (die als solches fast nicht mehr nicht mehr existierte, da alles erschlafft und teilweise vernarbt) gelöst, dann für den Zug des weichen Gaumens nach unten die Levatorunterstützungsplastik gemacht und die Muskelstränge aus dem M. longus capitis ringförmig angebracht. Das soll bei mir relativ einfach gegangen sein. Für die weiteren Schritte hat Dunsche bei mir die in den USA übliche Furlow-Plastik(!) und für die seitliche Verengung des pharyngealen Raums mehr oder weniger eine Velopharyngoplastik gemacht, letzteres führt leider auch dazu, dass ich möglicherweise ein wenig schnarchen werde. Aber damit kann ich leben.

Die OP als solches ist problemlos verlaufen und ich habe sie kreislaufmäßig gut vertragen, hatte aber im Gegensatz zu den anderen Operationen ein paar Probleme, den Nebel im Kopf loszuwerden, ein gewisser Rauschzustand war mir anzumerken. Außerdem war ich sehr verschleimt, was auch bis zum Entlassungstag andauerte. Das das Schlucken schwierig ist wird merkte ich schon beim Aufwachen, kurze Zeit später kamen auch richtige Schmerzen, die vom Wundgebiet in den Kopf und in die Ohren ausstrahlten, sie konnten aber mit einem intravenös verabreichten Schmerzmittel beherrscht werden. Das ist auch das einzigste Mal, dass ich Schmerzmittel verlangt und gebraucht hatte. Der Schluckvorgang ist immer noch ein kleiner Angang, schon etwas mehr als eine Halsentzündung, aber man hält es ohne weiteres aus, solange man nicht aufstoßen, niesen oder gähnen muss.

Obwohl ich früh fertig war, bekam ich am OP-Tag gar nichts mehr zu essen, was aber auch völlig ok war, bekam mehrere Liter Flüssigkeit intravenös verabreicht und somit war ich für den Tag auch gut versorgt (hatte keine Nasensonde bekommen). Zu meiner Überraschung durfte ich am Freitag gleich mit gebundenen Suppen anfangen, die an Körperverletzung grenzenden Wasserbrühen blieben mir gottlob erspart. Ich merkte aber schnell, dass auch gutgemeinte Ratschläge (die allesamt per SMS kamen), viel Eis zu essen eher schaden denn nützen können, man hat mir auch kein Eis gegeben. Das schlucken ist bis heute noch viel leichter, wenn ich warme Suppen und Getränke (Tee, jetzt trinke ich auch wieder mal einen Kaffee) zu mir nehme, bei Wasser und Säften, selbst bei Zimmertemperatur, habe ich immer noch Probleme, ich schlage selbst beim stillen Wasser immer noch die Kohlensäure raus ... deshalb trinke ich momentan auch noch viel zu wenig. Prinzipiell dürfte ich alles essen, so lange ich nicht wieder gleich zur Brezel greife *g* ich gehe halt nach Gefühl vor, inzwischen bin ich bei Püriertes angelangt und jeden Tag geht ein bisserl mehr. Kaputt machen kann ich aber wohl nichts mehr.

Insgesamt war es eine sehr schnelle Angelegenheit - Do. 1.12. OP, und am Montag, den 5.12. konnte ich schon wieder heim. Immer wieder toll auch das Pflegepersonal, da kommt man fast gerne hin.

Sprechen kann ich inzwischen auch ein wenig, wenn auch noch etwas Heiser und nach längerer Zeit ist es etwas anstregend. Eine Verbesserung beim Sprechen an sich ist noch nicht erkennbar, ich vermag noch nicht die neuen Gegebenheiten richtig zu nutzen. Allerdings hat sich meines Erachtens das Näseln schon um einiges verbessert. Das ganze wird auch noch einige Wochen brauchen, solange bis es ausgeheilt ist, sagte Dunsche. Aber ich merke inzwischen sehr gut, dass jetzt alles ein wenig anders als vorher ist und bin daher zuversichtlich, dass es was gebracht hat. Ich werde weiter berichten.

lg,
Ronaldo

Katja
08.12.2005, 18:32
Schön, das freut mich für Dich, dass die OP scheinbar nicht umsonst war! Das kannst Du ja fast als ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk betrachten. Zumindest wird das neue Jahr für Dich hochmotiviert anfangen!

Viele Grüße, und eine schnelle Restgenesung!
Katja

Gigi und Leon
08.12.2005, 21:29
Wow Ron, da hast du ja wirklich Interessantes zu berichten.
Da bin ich ja auf den weiteren Verlauf gespannt und auch, ob du diesen Eingriff später auch empfehlen würdest, also ob sie bei dir erfolgreich war.
Ganz ganz liebe Grüsse

Gigi

Kirsten und Noel
08.12.2005, 21:45
Hi Ronaldo,

vielen lieben Dank für Deinen ausführlichen Bericht! Scheint ja wirklich ein spannender Eingriff gewesen zu sein. Ich wünsche Dir gutes und schnelles Abheilen und drück Dir beide Daumen, dass das Ergebnis sich hören lassen kann!!!
Viele Grüße von

Nicole und Julia
09.12.2005, 09:49
Danke Ronaldo das du dich für diesen interessanten und ausführlichen Bericht noch mal meldest...

Also sind die restlichen Löcher bei dir nun auch geschlossen worden? Machst du den Vorschlag mit dem Kraftraining wegen der Körperspannung??? Kann das sein das man das auch bei Zungenhaltungsschwierigkeiten machen muß???

Bin zzt da etwas am verzweifeln wegen Julia... aber das tut ja hier nix zur Sache.

Freut mich das alles so glatt über die Bühne lief , daß du nun noch einige Wochen bis zur vollständigen Genesung brauchst, ist ja klar. Hoffe das Essen wird bald richtig schmecken und auch das Schlucken wieder beschwerdefrei sein.

Lass mal wieder von dir hören, ....

maria
09.12.2005, 21:40
Hallo Ronaldo,

dank dir für deinen Bericht und das du uns nicht vergessen hast! :blume:
Scheint ja wirklich alles gut gegangen zu sein und ich hoffe für dich, das sich die OP gelohnt hat!

Ich wünsche dir alles alles Gute, das die Schmerzen bald besser werden und du wieder ganz der Alte bist!

Frohe Weihnachten noch! :tannenba:

Andrea und Lukas
09.12.2005, 23:47
Hallo Ronaldo,

danke für deinen ausführlichen Bericht. Ich wünsche dir eine gute Wundheilung und gute Erfolge, so wie du sie dir vorstellst.
Hörte sich bis jetzt sehr gut an. :)

Anonymous
14.12.2005, 18:56
Hi zusammen,

es ist mittlerweile fast zwei Wochen seit der OP vergangen. Es sieht nachwievor sehr gut aus, die Heilung schreitet voran.

Essen wird langsam, prinzipiell geht eigentlich alles, aber das meiste fängt mit der Zeit an am Hals zu kratzen, von daher bin ich derzeit noch in dieser Beziehung noch (vielleicht zu) sachte. So sind die Schluckbeschwerden auch noch nicht vollkommen weg. Inzwischen spreche ich fast normal, aber ich vermag diese neuen Gegebenheiten noch nicht so richtig umzusetzen, so dass ich auch immer noch ein wenig schwer zu verstehen bin, daher habe ich mir immer noch striktes Telefonierverbot auferlegt. Ich bleibe dabei, dass sich das Näseln schon sehr deutlich reduziert hat. Ich werde am Anfang des nächsten Jahres zur Logopädie gehen, um das maximalste herauszuholen.


@gigi

lg an alle, besonders an Leon .. hoffe es geht Euch gut.


@nicole

Ich bin nun in der Beziehung jedenfalls vollkommen dicht :mrgreen:

Das "Krafttraining" (aber eher Richtung Ausdauer denn richtige Kraft) denke ich würde mir sowieso gut zu Gesicht stehen, deshalb werde ich es machen, sobald ich mich dafür fit fühle. Ob es bei Zungenhaltungsstörungen hilft ist schwer zu sagen ...... wobei an ein solches Training bei Kindern im Alter von Julia sowieso nicht zu denken ist .... habe Geduld mit ihr, nicole, macht das weiter, was ihr schon jetzt macht und das wird sich schon weiter entwickeln, da bin ich mir absolut sicher!

Danke an alle, wünsche Euch eine frohe (Vor-)Weihnachtszeit!

lg,
Ron

Ronaldo
18.02.2006, 23:23
Hi zusammen,

wie versprochen nochmal das neuste zusammengefasst.

Inzwischen habe ich den OP-Bericht erhalten. Die Schritte waren folgende:

- Levatorunterstützungsplastik zur Verlagerung des weichen Gaumens nach unten

Dafür wurde Muskulatur am Hinterrand des harten Gaumens freipräpariert (also nicht wie vorher geschrieben den M. logus capitis), nach steißwärts gezogen und diese im Sinne einer Levatorunterstützungsplastik in die Mitte gebracht.

- Furlow-Z-Plastik zur Verlängerung des weichen Gaumens

Die Furlow-Plastik musste angewandt werden, um einen Wundverschluss und wohl auch dem Verschluss der Restlöcher (wenn ich es richtig interpretiere) hinzubekommen.

- (sekundäre) Velopharynxplastik nach Orticcochea zur Einengung des pharyngealen Raums um über 50%

Der Durchgangsraum wird mittels dieser Orticocochea-Plastik beidseits deutlich eingeengt.

Als vierter Schritt wäre noch die Durchtrennung meiner alten, primären Velopharynxplastik nach Sanvenero Rosselli zu denken, die inzwischen überflüssig ist und Zitat Dunsche "schlaff hängt", auf der aber verzichtet werden musste, heisst also ich müsste mich theoretisch irgendwann nochmal kurz auf den OP-Tisch legen. Wenns wirklich sinnvoll ist mache ich es aber irgendwann mal .....

Insgesamt offenbar eine recht seltende Kombination.

Inzwischen bin ich seit sechs Wochen in logopädischer Behandlung und ich muss sagen, ich bin positiv überrascht davon, das liegt aber auch an beiden Logopädinnen, die Chefin hat wirklich Ahnung von der Materie und die Angestellte (glaube sogar etwas jünger als ich) ist echt niedlich :) die Therapiestunden sind nicht langweilig und habe auch nicht das Gefühl, mir blöd vorzukommen, das ganze hat schon Hand und Fuss.

Die Fehler bei mir sind auf der einen Seite Koinzentrationsschwäche (das ist ein anderer Ansatzpunkt) und auf der anderen Seite "handwerklicher" Natur. Ich atme und spreche zu sehr aus dem Oberkörper, ich muss mehr aus dem Bauch heraus atmen und dabei bewußt das Zwerchfell einbeziehen. Hinzu kommen ein paar Schwächen in der Artikulation.

Sie sind vom Fortschritt und vom Ergebnis der OP sehr begeistert und sehen sehr gute Chancen, dass ich das ganze erfolgreich bis in den Alltag hinein stabilisieren kann. Bei der Therapie und in den Stunden danach habe ich oft das Gefühl, begriffen zu haben, wie man im logopädischen Sinne richtig spricht und das es mir in den Momenten kurzzeitig in Fleisch und Blut übergeht. Um das nun in den Alltag zu integrieren, ist schon recht schwierig. Nebenbei bin ich nun auch mit dem Kraftausdauertraining angefangen und mache einiges, um auch dauerhaft eine Körperspannung aufrecht erhalten zu können.

Inzwischen merke ich, dass auch von der Umgebung die ersten positiven Rückmeldungen kommen. Gestern abend z.B. bin ich von jemanden angerufen worden und derjenige war erst im Zweifel, ob ich wirklich am Telefon war *grins* hat mir bescheinigt dass ich nun wirklich besser zu verstehen bin. Dafür hat sich schon das ganze gelohnt, denke ich .......

Erstmal von mir ....

lg,
Ron

Gigi und Leon
20.02.2006, 08:34
Huhu Ron :hallo:
Schön von dir zu lesen.
Mit dem "Übergang" zum Alltag hat Leon auch so seine Probleme *zwinker*
Im Logoraum selber spricht er einsame Spitze und auch wenn unsere Logo bei uns ist, oder wir bei ihr ( sie ist ja Patentante von Rebecca geworden *ggggg*, was so eine langjährige intensive Logo alles mit sich bringt *kicher*, sie ist ja inzwischen meine beste Freundin) spricht er vollkommen anders als im Alltag. Da arbeiten wir zur Zeit auch sehr intensiv, aber es gelingt nur teilweise, seufz.

Prima, dass die Op doch einen solchen Erfolg bei dir hatte.

Ganz lieben Gruß aus Aachen von allen hier.
Gruß Gigi

Ronaldo
22.02.2006, 14:34
Hi Gigi :)

manchmal nehme ich es in den nächsten Tag mit rein, dann isses aber vorbei. Kommt drauf an, wie gut ich bei der Sache war .... gestern war es inpuncto Konzentration beispielsweise verbesserungswürdig :roll:

lg an alle, vorallem an Leon!!!!

Ron

Ronaldo
14.04.2006, 22:29
Kaputt machen kann ich aber wohl nichts mehr.

tja .... :?

Vor etwa drei Wochen fing es an, ich verschluckte mich andauernd beim Trinken oder sogar an meiner eigenen Spucke sozusagen und merkte dass ich im Rachen Luft zog, wie bei einem Schlauch der Löcher hat. Das Sprechen verschlechterte sich wieder total. Wie es der Zufall will, anderthalb Wochen zuvor hatte ich für den 6. April sowieso einen Kontrolltermin in KA vereinbart.

Meine erste Selbstdiagnose per Handspiegel und Leselampe war nicht schwer. Am nächsten Tag ging ich zum Zahnarzt, widerum ein Tag später war ich bei der Kieler Ex-Kollegin von Dunsche und die Sache war klar. Sie organisierte dann quasi die stationäre Aufnahme für den Tag, an dem eigentlich nur Kontrolle war.

Letzte Woche Donnerstag traf ich in Karlsruhe ein, die Nacht zuvor hatte ich außerhalb im Hotel übernachtet, ich fuhr dann spekulativerweise nüchtern zur Klinik um evtl. die OP am selbigen Tag zu ermöglichen. Es klappte! Nach 8 Uhr schaute sich Dunsche die Sache an, etwas mehr als drei Stunden später lag ich schon auf dem OP-Tisch.

Was ist passiert .... der "Schaden", eigentlich eher Perforationen beidseits entlang des Stiels ging von der ganz alten, 24 Jahre alten Velopharyngoplastik, die in der letzten OP noch nicht durchtrennt werden konnte, aus und hat sich nicht mal milimeter-, eher nanometerweise vorgearbeitet (so auch die allmähliche Verschlechterung der Sprache). Warum passierte das ..... anfangs hatte ich den Verdacht das ganze durch die Logopädie ausgelöst zu haben .... das Aufgehen an sich gehört leider zum Risiko und auch in Anbetracht der Tatsache dass es aufgrund von Vor-OPs und Begleiterkrankungen ein paar Besonderheiten bei mir gibt muss ich nunmal mit sowas rechnen ...... trotzdem bleibt ein gewisser "Geschmäckle" aber ich schaue nun nicht zurück und hoffe nun dass es jetzt gut so ist.

Dunsche hat es nochmal fast von vorne angefangen und hat den Muskel noch weiter "gesteppt", sprich die Levatorunterstützungsplastik re-operiert und somit auch den varynghealen Raum nochmal enger gezogen und einen neuen Stiellappen angelegt. Möglicherweise kann die oberste Schleimhaut erneut anreißen aber daunter soll es nun durch die Muskulatur vollständig abgedeckt sein.

Ich habe zur Zeit mehr Beschwerden als im Dezember, brauche auch heute noch Schmerzmittel, muss mich mit dem Sprechen erstmal noch zurückhalten und werde noch wohl einige Wochen mit Flüssignahrung (Suppen) vorlieb nehmen müssen. Geschwächt durch Antibiotika, die ich wegen meiner Herzerkrankung nehmen muss geht es mir soweit ganz passabel, es reichte immerhin, um die 800 km lange Heimreise alleine zu bewältigen.

So schnell mache ich so eine Aktion nicht wieder, es musste aber sein, weil das Sprechen noch schlechter war als vor der OP im Dezember. Wäre dies nicht der Fall dann hätte ich es erstmal so gelassen.

Ursprünglich wollte auch an dem Treffen in Stuttgart teilnehmen, das hätte ja auch gut gepasst, musste kirstin aber leider leider absagen.

lg,
Ron

Nicole und Julia
14.04.2006, 23:28
Huhu Ron :hallo:
Schön von dir zu lesen.
Mit dem "Übergang" zum Alltag hat Leon auch so seine Probleme *zwinker*
Im Logoraum selber spricht er einsame Spitze und auch wenn unsere Logo bei uns ist, oder wir bei ihr ( sie ist ja Patentante von Rebecca geworden *ggggg*, was so eine langjährige intensive Logo alles mit sich bringt *kicher*, sie ist ja inzwischen meine beste Freundin) spricht er vollkommen anders als im Alltag. Da arbeiten wir zur Zeit auch sehr intensiv, aber es gelingt nur teilweise, seufz.

Prima, dass die Op doch einen solchen Erfolg bei dir hatte.

Ganz lieben Gruß aus Aachen von allen hier.
Gruß Gigi
Echt Gigi... ist das bei Leon auch so....

Da hab ich ja noch was vor mir, Jule spricht ja bei den Übungsblätter auch super, aber im Alltag.... na dann.... warnst mich ja schon mal tröstend vor, danke!!!

@ron....

habe es von gabi beim Stuttgart treffen erfahren und war fassungslos, das die wunderbare OP nach so vielen monaten doch wieder aufgehen konnte... einfach saublöde gelaufen.... mensch, tut mir total leid. Kann nur hoffen das es jetzt endgültig ist und nicht noch mal so was passiert und das die sprachliche seite wieder so erfolgreich wird wie es vor der jetzigen nötigen OP gewesen ist! Drück dir dafür ganz ganz feste die Daumen, das du das nicht ein weiteres Mal mitmachen mußt und das die Schmerzen die jetzt da sind ganz rasch vergehen und die Wunde/Naht gut und belastbar zusammenwächst!

Constanze2
15.04.2006, 01:00
Hallo Ron,

ich habe mit Entsetzen deinen letzten Beitrag gelesen und bin sehr erstaunt, dass sich das Ergebnis dieser OP plötzlich verschlechtert hat.
Ich habe auch schon über die Levatorplasik einiges gelesen und nahm an, dass sie vielleicht erfolgsversprechender als die Veloparyngoplastik ist.

Ich hoffe sehr für dich, dass wenigstens beim zweiten Versuch alles hält. Ich drücke dir ganz doll die Daumen.

Ich selbst war mit einer PRS und medianer Gaumenspalte geboren.

Ich hatte 1994 (im Alter von 29 J.) eine sekundäre Veloparyngoplastik nach Sanvereno Rosseli ("Parynxlappen mit cranialem Stiel", also nach oben gerichtet).

Das war bei mir ebenfalls eine sprachverbessernde OP mit anschließender logopätischer Behandlung.

Die Sprache hat sich zwar verbessert, aber ich habe nach wie vor eine Längsfalte von ca. 1cm am harten Gaumen, die vor der dieser OP auch schon existierte.

Nun mache ich mir Sorgen, ob die Falte dicht ist,
diese muss laut Befund meiner 1.OP (Brückenlappenplastik) im Alter von 3 Jahren, ein Restloch in Erbsengröße gewesen sein, was später zu einer Längsfalte verwachsen ist.

Aber manchmal kommt es mir bei bestimmten Luftverhältnissen vor, als ob zeitweise, ehr selten, etwas Luft durch die Falte tritt.
Hier mal mein Link zu meinem Thema:

http://www.lkgs.net/showthread.php?p=38455#post38455

Ich habe eben Angst, dass evtl. durch die Spannung, welche bei der Veloparyngoplastik entsteht, die Falte einreisen könnte. Kirsten (mit Noel) hat auch schon davon geschrieben, dass bei Erwachsenen sogar manchmal Restlöcher wieder aufreisen.

Glaubst du, dass es wie bei mir günstiger ist, wenn der Parynxlappen nach oben gestielt ist.
Man sieht sozusagen unterhalb des Zäpfchens die durch die OP veränderte Haut im Hals bzw. Rachenhinterwand.

Es sieht meist aus, wie leicht entzündet, scheinbar, weil sie durch das Abtragen des Hautlappens dünner ist.
Ansonsten befindet sich der Hautlappen ja oberhalb des Gaumensegels (eben nach oben gestielt) und ist dann auch oberhalb des Gaumensegels vernäht.

Ich glaube, ich kann es mir ungefähr vorstellen, wie es bei einem steißwärts gestielten Lappen aussehen könnte.
Ich habe mir aus Angst wegen besagter Falte kurzfristig einen Termin in der Spaltsprechstunde des Uniklinikums geholt.
Weißt du zufällig, welche Untersuchungsmethoden es gibt, die Dichte der Falte/Restloches zu testen?
Ich weiß eben auch nicht, falls es durchgängig ist, ob ich es lieber so lassen soll, oder ob es da auch die Möglichkeit eines kleineren risikoärmeren Eingriffes gibt.

Meine Sprache ist eigentlich seit der V.plastik besser, aber zeitweise noch leicht nasal. Allerdings weiß ich nicht, ob die geringe Nasalität auf die Falte, falls sie offen sein sollte, zurückzuführen ist, oder ob es keinen Einfluss auf meine Sprache nimmt.

Ich würde mich sehr über eine Antwort von dir freuen.
Also noch mals gute Besserung.

Liebe Grüße
Constanze2

Constanze2
15.04.2006, 01:02
Ich noch einmal.
Ich habe es ganz vergessen.
Trotz aller Probleme, die du im Moment hast, wünsche ich dir schöne Ostern.
LG Constanze2

Kirsten und Noel
15.04.2006, 10:36
Ich habe eben Angst, dass evtl. durch die Spannung, welche bei der Veloparyngoplastik entsteht, die Falte einreisen könnte. Kirsten (mit Noel) hat auch schon davon geschrieben, dass bei Erwachsenen sogar manchmal Restlöcher wieder aufreisen.


Hallo Constanze,
damit meinte ich, dass der operative Verschluss von Restlöchern bei Erwachsenen schwieriger ist und sie dann eher dazu tendieren, nach der OP wieder aufzugehen (da hab ich irgend eine Studie zu gelesen, müsste ich mal raussuchen).

Weißt du zufällig, welche Untersuchungsmethoden es gibt, die Dichte der Falte/Restloches zu testen?

Es gibt das "Nasal View", ein Gerät, mit der die sogenannte Nasalanz bestimmt werden kann. Es misst genau die Luft, die beim Sprechen aus Nase bzw. Mund entweicht - damit kann zumindest objektiv festgestellt werden, ob Du nasal sprichst, allerdings nicht genau, warum (kann ja auch am unzureichenden Abschluss des Segels liegen...)
Mit anderen Methoden kenn ich mich nicht aus - vielleicht mal mit dem Lichtendoskop gucken? Da wissen die Selbstbetroffenen sicher mehr...

Viele Grüße und frohe Ostern von

Gigi und Leon
15.04.2006, 12:44
Ach Mensch Ron!
Was machst du denn für Sachen???
Ich hoffe, es geht dir wieder besser (zumindest klingst du wieder sehr zuversichtlich)
Wie war das letztes Jahr? "Unkraut vergeht nicht....*lach*"
Schöne Ostern!
Gigi

Constanze2
15.04.2006, 19:20
Hallo Kirsten und Noel,
danke für deine Antwort.

Eine "Nasometrie" ist bei mir vor knapp 2 Jahren gemacht worden, ich weiß aber nicht, ob das das gleiche wie ein "Nasal-View" ist.
Es war eine Untersuchung bei der ich unterhalb der Nase und vorm Mund eine Sonde angebracht bekam. Die Sonden waren an einer Halterung befestigt, die ich auf den Kopf gesetzt bekam.
Ich musste dann verschiedene Worte sprechen und danach sind die Nasallaute (55%) und Explosivlaute (52,7%) ausgewertet worden.

Leider konnte mir keiner sagen, wieviel Prozent die Laute im Optimalzustand haben müssten. Man sagte nur, dass kaum einer 100% erreicht.

Dann kenne ich noch eine Untersuchung, welche 1994 vor und nach der Veloparyngoplastik gemacht wurde. Dabei bläst man mit und ohne Nasenklammer in einen Schlauch, welcher an einem Behälter angeschlossen ist. An einer Anzeige sieht man dann, wieviel Luft in den Behälter geblasen worden ist.
Die Werte mit und ohne verschlossene Nase werden dann miteinander verglichen.
Am optimalsten ist es, wenn die Werte kaum von einander abweichen.
Daran konnte man nach meiner OP deutlich erkennen, dass nicht mehr so viel Luft durch die Nase ausströmte als verher.
Eine lichtendoskopische Untersuchung ist bei mir noch nicht vorgenommen worden, aber ich werde zu meinem Termin in der Kieferchirurgie danach fragen.

Sicher kann man da auch erkennen, wie es oberhalb des Gaumens aussieht, was ja bestimmt auch nicht unwichtig ist.
Zuguterletzt habe ich seit ca. 1 1/2 eine Zyste (Verdacht auf Mukozele, an der Stelle, wo 1994 ein eitriger Zahn Nr. 16 gezogen wurde) von gut 1cm in der rechten Kieferhöle.
Ich habe eben auch Angst, dass sie sich ungünstig auf meine Gaumennarben auswirken kann.
Der Kieferchirurg hat mir zur OP geraten, aber die HNO-Ärztin wiederum hat abgeraten. Man hätte, wie sie sagte, ständig Schmerzen im Knochen usw..
Wie man leider sehen kann, kommt bei mir so einiges zusammen, was mir oft Angst macht.

Vielleicht hat ja von euch jemand einen Rat für mich.
Ich würde mich freuen.
LG Constanze2
und noch frohe Ostern...

Ronaldo
15.04.2006, 21:02
Hallo Leute!

@constanze

Generell gesagt gilt die Levatorunterstützungsplastik als "besser" und erfolgsversprechender als alle bisherigen sprachunterstützenden Operationen bei etwas verbesserter Heilungszeit und verminderten Einschränkungen und Schmerzen postoperativ. Wenn man das Vorgehen der Operationen vergleicht entspricht das Ergebnis der Levatorunterstützungsunterstützungsplastik am ehesten eines physiologischen Zustandes, an den man ja möglichst nah herankommen will. Soweit die Theorie.

In der Praxis und vorallem bei uns älteren Patienten weicht das Vorgehen manchmal stark ab und wird individuell gestaltet, so wie bei mir geschehen.Die Levatorunterstützungsplastik war bei mir wenn man so will nur ein Teil des ganzen, wesentlich war eine sekundäre Velopharynxplastik nach Orticcochea um die Einengung des pharyngealen Raumes zu erreichen. Die Kombination dieser Verfahren ist äußerst selten und nicht übertragbar auf anderer Ergebnisse.

Ich möchte auch davor warnen meine Geschichte als Beispiel eines missglückten Vorgehens zu betrachten! Das gewünschte Ergebnis ist ja mit dieser OP erzielt und mit dreimonatiger logopädischer Behandlung nochmals optimiert worden. Es hat ja funktioniert! Dass es aufgegangen ist, kann passieren und wie Kirsten es treffend hervorgehoben hat steigt dieses Risiko mit zunehmenden Alter und sicherlich auch mit zunehmenden Vor-OPs an. Das Gewebe ist nicht mehr dasselbe wie im Kindesalter und ggf. durch Vor-OPs deutlich vernarbt. Für uns Betroffende klingt das wie die perfekte Ausrede. Ich schrieb, dass bei mir wegen der Geschichte noch ein Geschmäckle verbleibt, aber dies und der Ärger verraucht allmählich und mit mehr Abstand werde ich es als Risiko akzeptieren und darauf vertrauen dass es jetzt hält. Ja ich habe mich geärgert aber meinem Chirurgen konnte und kann ich da keinen Vorwurf machen!

Und nun zu deinem harten Gaumen, meiner Einschätzung (! - ohne Gewähr) nach kann eine Furche im harten Gaumen nicht verantwortlich für eine "Rest"-Rhinophalia aperta (offenes Näseln) sein. Ich weiss nicht, ob eine Lichtendoskopie da Klarheit verschafft, eine andere Möglichkeit wäre noch mit einer farbigen Flüssigkeit (Jod z.B.) mit einer Spritze entlang der Furche zu gehen um zu gucken ob dort diese Flüssigkeit ein- und wieder austritt. Keine Angst, es wird da nicht in den Gaumen gepiekst sondern mit einer sondenartigen Kanüle gearbeitet. Es entsteht keinerlei Unannehmlichkeiten, nur das Jod schmeckt scheusslich. ;) So wurde jedenfalls bei mir nach Restlöchern nach meiner ersten Kieferspaltosteoplastik 1995 gesucht und gefunden, was auch zu einer kleinen Re-OP geführt hat. Ein erfahrender Spaltchirurg wird es aber bei Dir möglicherweise auch so sehen und einschätzen können. Auf alle Fälle würde ich es mir mit einer OP sehr gut überlegen: Relationen Nutzen/OP-Belastung/Risiko? Bist Du Raucher? (wichtig!) Dein Alter ist prinzipiell kein Hinderungsgrund, aber es spielt wie gesagt in der Heilungsphase doch eine Rolle.

Stattdessen sehe ich das Problem der Zyste bei Dir als dringlicher an. Die Gefahr eines ausgedehnten Abszeß ist ja doch irgendwo gegeben, nicht nur dass es mehr Schaden anrichtet, sowas ist auch gefährlich. Danach würde ich bei der Spaltsprechstunde auch fragen. Bei einem guten Chirurgen ist eine Zyste relativ problemlos zu entfernen. Solche Eingriffe haben keinerlei Auswirkungen auf den Gaumen. Ich hatte vor ziemlich genau drei Jahren unter Vollnarkose alle Weisheitszähne zum Teil richtig ausgraben lassen und das wirkte sich auch nicht aus.

@constanze, nicole und gigi .... danke!

gigi, grüss bitte alle von mir, besonders Leon!

Ich wünsche Euch allen ein fröhliches Osterfest!!!

lg,
Ron

Constanze2
15.04.2006, 23:43
Hallo Ron,
danke für deine schnelle Antwort.

Den Tipp mit der Jod-Untersuchung werde ich mir merken und evtl. bei der Spaltsprechstunde ansprechen. Auf jedem Fall versuche ich sie davon zu überzeugen, das evtl. Restloch zu prüfen.
Du hast von einer kleinen Re-OP deines Restloches geschrieben. Konnte man das unter Lokalanästhesie durchführen? Hat das gehalten?
Natürlich spielt der Erfolg bzw. das Risiko eine große Rolle. Man muss eben einschätzen, inwieweit es die Sprache beeinträchtigt bzw. abwägen, was das beste ist.
Denn scharf bin ich auch nicht auf eine OP, wenns nicht sein muss.
Sicher habe ich mehr Gewissheit, wenn sie diese Falte genauer untersuchen. Denn man macht sich schon Gedanken, ob das mal später einreißen kann.

Rauchen tue ich nicht.
Von der Zystenentfernung war ich eigentlich vorerst abgekommen, da meine HNO-Ä. mir abgeraten hat.
Aber ich werde die Problematik bei meinem Termin in der Kieferchirurgie in 14 Tagen mit ansprechen.

Es besteht der Verdacht, dass es eine Mukozele (Schleimzyste) sein könnte.

Allerdings gibt es von meiner Seite her noch eine andere Vermutung, die mir Angst macht.

Mir ist am Tag der OP, der Verloparyngoplastik 1994 auch ein Zahn Nr. 16 gezogen worden, welcher an der Wurzelspitze eine Eitezyste hatte.
Im Befund steht, dass das Loch im Zahnfleisch mit einem Tampon versehen wurde.
Beim Fädenziehen am Gaumen, wurden ebenfalls die Fäden am Zahnfleisch gezogen, allerdings keine Teile des besagten Tampongs entfernt, dass hätte ich ja mit bekommen.
Die anderen Patienten, mit denen ich auf Station lag, haben davon erzählt, dass bei ihnen Tampons bzw. Mullbinden aus dem Zahnfleisch gezogen worden sind.

Ich bin da schon sehr verunsichert, ob das nun eine Zyste oder das damalige Tampon ist.

Wie dem auch sei, ich werde bei meinem Termin die ominöse Zyste und den Test der Falte ansprechen, in der Hoffnung dass sie mir helfen können.

Nochmals Danke für deinen Rat und gute Besserung sowie schöne Rest-Ostern.
LG Constanze2

Ronaldo
16.04.2006, 21:52
Hi Constanze,

solche Eingriffe werden in der Regel nicht unter örtlicher Betäubung gemacht, bei mir wurde es auch unter Vollnarkose gemacht. Du muss halt schauen, was es bringen könnte. Ich denke aber nicht, dass es Jahrzehnte nach einer Vor-OP noch weiter einreißen kann.

Bei Zysten ist eine Entartung extrem selten zu beobachten, dennoch strebt man in der Zahnmedizin eher zur Entfernung solcher Zysten aufgrund möglicher Auflösung und/oder Auftreibung der Knochensubstanz. Und an diesem Punkt streiten sich HNO-Ärzte und Zahnärzte / Kieferchirurgen sehr gerne. ;)

Ein vergessener Tampon wäre der Oberhammer aber ich glaube nicht dran, weil dieser Dir spätestens einige Monate nach der OP Probleme bereitet hätte. Außerdem macht man in der Regel einen Tag nach Eingriffen am Knochen eine Röntgenaufnahme. Und das Entfernen merkt man auch nicht immer.

Wünsche Dir alles Gute!

lg,
Ron

Constanze2
16.04.2006, 23:11
Hallo Ron,
nochmals danke für deinen Tipp.

Wegen dem Tampon im Zahnfach....
Es ist nach der OP keine Röngtenaufnahme gemacht worden. Erst Jahre später 2002 und 2004 ist ein OPG gemacht worden, wo man von der Zyste nichts erkannte.

Dann sind noch einmal 2002 öfters sogenannte Zahnfilmaufnahmen vom Zahn 17 gemacht worden, wegen einer Wurzelbehandlung.

Die Zyste hat man erst 2004 inem MRT als Nebenbefund entdeckt. Danach erst ist ein CT gemacht worden, wo man aber auch nicht mit Sicherheit sagen kann, was es genau ist. Man vermutet, dass es eine Mukozele ist, man ist sich aber nicht sicher.

Und das Entfernen des Tampons.....
Zumindest haben das die anderen Patienten als sehr schmerzhaft empfunden, ich glaube schon, dass ich das bemerkt hätte.
Wenn ich der Ärztin beim Gaumenfäden ziehen nicht gesagt hätte, dass ich am Zahnfleisch auch noch Fäden habe, dann hätte sie das völlig vergessen oder übersehen.
Ich hatte bei dem damaligen Klinikaufenthalt auch den Eindruck, dass die Ärzte voll im Stress standen, und wenn man eine Frage hatte, war nie einer für einen da.
Da kann es durchaus auch möglich sein, dass so etwas vergessen werden kann.

Auf jedem Fall werde ich es versuchen zu klären, auch wenn ich vor der Zysten-..oder was auch immer-Entfernung große Angst habe.

Mir ist auch gesagt worden, dass sich diese Zysten nicht von selberurückbilden, sie können in der Größe so bleiben, können aber auch wachsen.
Sie hätten mal einen Patienten gehabt, bei dem hätte die Zyste die gesamte Kieferhöle ausgefüllt, was aber ehr selten vorkommt.
Im Hinblick auf das Abheilen von Erkältungen und Nasennebenhölenentzündungen seien die Zysten ungünstig.

Mir ist vor ca. 1 Jahr gesagt worden, dass man den Eingriff mit Lokalanästhesie durchführen kann und dabei ca. bei Zahn 14, also ein Stück hinter dem Eckzahn den Knochen eröffnet.

Ich darf garnicht dran denken.....
Aber ich werde wohl nicht drum herum kommen.
Ich werde wohl in den sauren Apfel beisen müssen.

Ich will hoffen, dass man diese OP noch ca. ein viertel Jahr hinaus schieben kann, da ich im Mai mit einer Fortbildung beginne.

LG Constanze2

Constanze2
16.04.2006, 23:19
noch kurz eine Textnachbesserung:
Komischer weise überschreibt es manchmal den Text, wenn man im Nachhinein noch etwas einfügen will. Ich habe es leider erst zu spät bemerkt, ich bin nicht betrunken oder so ;), sorry. Es sollte heißen:

Die Zyste hat man erst 2004 bei einem MRT als Nebenbefund entdeckt........
......
Mir ist auch gesagt worden, dass sich diese Zysten nicht von selber zurück bilden, sie können in der Größe so bleiben, können aber auch wachsen.

Ronaldo
17.04.2006, 01:27
Hi Constanze,

imho hätte man den Tampon in der OPG sehen müssen. Auch die Diskrepanz der Befunde zwischen CT/OPG und dem Kernspin sprechen eher für die Zyste. Wucherungen etc. lassen sich ja im MRT meist besser erkennen.

Bei den Voruntersuchungen für die Entfernung der Weisheitszähne war die Ärztin auch der Meinung eine Zyste oberhalb Zahn 23 in der Röntgenaufnahme gesehen zu haben und wollte eine WSR auf den Plan schreiben - sie wurde von den OA und den Kollegin überstimmt. Auch zwei Jahre später war an der Stelle nix zu sehen.

Das Problem bei der Zyste ist halt die Einwirkung auf den Knochen und da sollte man schon was machen.

lg + gute n8,
Ron

Constanze2
17.04.2006, 02:23
Hi Ron,
noch mal Danke für deine Antwort.
Wie ich sehe, bin ich nicht der einzige Nachtmensch hier...;)

Dein Argument, dass man einen Tampon bei einem OPG hätte sehen müssen, beruhigt mich erst einmal.

Bei dem Schädel-MRT hat man in der anderen (linken) Kieferhöle ebenfalls Schleimhautwucherungen entdeckt, was ja eigentlich auch für die Schleimhautzyste in der rechten Höle spricht.

Aber trotzdem macht man sich so seine Gedanken. Aber ich versuche mich nicht mehr verrückt zu machen und lasse es ggf. noch einmal durch ein CT abklären.
Dann werde ich sehen, ich behalte es auf jedem Fall im Auge.

Gute Nacht
Constanze2

Kirstin
17.04.2006, 19:32
Hallo Ron,

ich freu´mich von Dir zu hören, und drück Dir die Daumen, dass dieses Mal nichts mehr aufgeht, und Du mit dem Ergebnis zufrieden bist! - Flüssignahrung!!!! Du hast mein vollstes Mitgefühl!