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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : traumatisches Erlebnis als Kind


Karina
08.07.2005, 23:18
Im Bezug auf psychosoziale Probleme, wie sie in letzter Zeit öfter hier angesprochen werden, möchte ich euch gerne etwas berichten (aus meiner Sicht als 5-Jährige), was ich früher erlebt habe und was mich heute auch noch beschäftigt, weil es mir heute einfach unfassbar erscheint.
Es war folgendes bei einem Krankenhausaufenthalt (Gaumen-OP) in der Uniklinik Rostock 1988, wobei ich mich an die OP selbst nicht mehr erinnern kann: Wir waren 4 Spaltkinder auf einem Zimmer. Auf einmal kam eine Schwester in Zimmer und nahm zwei von uns mit. Wir mussten uns an den Händen fassen und sie zog uns fort mit den Worten: "Schnell wir müssen uns beeilen!" Ich hatte eine riesige Angst und wusste gar nicht was los war (ich wusste auch nicht was es bedeutet operiert zu werden, bzw. dass ich überhaupt operiert werden müsste). Ich kam in einen Raum mit ca. drei weiß gekleideten Leuten. Ich musste mich ausziehen und auf eine Pritsche legen und habe nur noch geschrieen. Es wurde Blut abgenommen und, so kam es mir damals vor, ich bekam mind. 3 weitere Spritzen in den Po. Ich schrie um mein Leben, und hatte Angst. Ich dachte, warum lässt meine Mama mich bei diesen Leuten? Die Ärzte und Schwestern hat das nicht interessiert. Sie hielten mich an Armen und Beinen fest und schimpften immer nur.

Ich war damals gerade 5 und sollte schon in einem "normalen" Bett schlafen. Aber weil ich so "böse" war, musste ich in einem Gitterbett schlafen und die Gitter mussten oben bleiben, damit ich nicht davon lief. Meine Mama hatte mir einen Spielzeugkoffer (habe ich heute immer noch) mit Büchern und Malsachen mitgegeben, den ich auch nicht haben durfte. Er stand zwar neben meinem Bett aber ich kam mit meinen kurzen Armen nicht an ihn ran. Meine Mutter hatte extra für mich Karottensaft gemacht, den es in der ehemaligen DDR nur selten gab und hat ihn den Schwestern gegeben, um ihn für mich aufzubewahren. Ich habe den nie bekommen. Einmal gab es wieder eine hektische Situation, in der eine Ärztin mich im Krankenzimmer abholte, in einen für mich riesigen Hörsaal führte und mich dort auf einen Tisch hob. Es saßen so viele Leute um mich herum und alle schauten mich an. Ich musste den Mund aufmachen und eine Ärztin sagte etwas zu den Leuten die dort saßen. Nebenher wurden an einer Wand Dias gezeigt, ich nehme an von meiner Gaumen-OP, mit viel Blut. Ich musste eine Feder wegblasen und in eine Pfeife pusten, die aussah wie ein Vogel. Danach durfte ich mich zu einem "alten" Mann im weißen Kittel auf die Bank im Zuschauerraum setzen. Ich denke, es war ein Professor von der Uniklinik. Der drückte mich etwas und schaute mich ganz lieb an. Dann zog mich wieder jemand weg zurück ins Krankenzimmer. Dort stand für mich ein Teller mit Marmeladenbrot. Ich habe mich noch nie so sehr auf Marmeladenbrot gefreut, denn es gab sonst immer nur Griesbrei und Vanillepudding, was ich gar nicht mochte. "Zur Belohnung, weil du so tapfer warst.", sagte eine Schwester.

Die Tür zu unserem "Kinderzimmer" stand immer offen und eines Tages stand in der Tür ein Mann in einem blaugestreiften Bademantel. Er war nett und er fragte, was ich denn habe und wie es mir geht. Mit meinem operierten Gaumen und der Gaumenplatte, die sie mir verpasst hatten, konnte ich im Grunde gar nicht reden, aber ich konnte ihm alles erzählen was mich bedrückte und habe mich erstmal kräftig an seiner Schulter ausgeheult. Wir saßen oft im Flur an einem Tisch und er spielte mit mir "Hoppe-Reiter" und erzählte Geschichten. Ich fand ihn toll. Meine Mutter kam zur Besuchszeit in die Klinik und bekam einen riesigen Schreck, als sie mich so bei ihm auf dem Schoß sitzen sah. Meine Mutter hat mir später erzählt, der Mann hätte ganz schrecklich entstellt ausgesehen. Ich weiß nicht was ihn so entstellte, mir war es jedenfalls nicht aufgefallen.

Nunja, so etwas würde heute denke ich nicht mehr passieren. Für mich war es einfach nur schrecklich, weil ich mich so allein gefühlt habe. Ich habe auch lange an Albträumen gelitten, in denen meine Eltern mich einfach alleine zurück gelassen haben, in denen sie sogar vor mir wegliefen. Ich hatte riesige Trennungsängste. Als ich später in der ersten Klasse in den Hort ging, musste meine Mutter mit meiner kleinen Schwester schon früh zur Arbeit, bzw. meine Schwester in die Kinderkrippe bringen, etwa 1 1/2 Stunden, bevor ich in den Hort ging. Ich war, wie man es heute nennt, Schlüsselkind. Meine Mutter ging früh zu Arbeit und kam spät wieder. Vor und nach der Schule war ich im Hort und der war auch schon zu Ende bevor meine Mutter zu Hause war, so dass ich danach in unserer Plattensiedlung mit den anderen Kindern draußen spielte. Mein Vater lebte zu dieser Zeit schon im Westen, wo er wegen eines neuen Arbeitsplatzes hinziehen musste. Immer wenn ich merkte, dass meine Mutter sich morgens auf den Weg zur Arbeit machte, stand ich auf und fing fürchterlich an zu weinen. Ich hatte immer wahnsinnige Angst davor, dass sie weggeht. Ich habe sie festgehalten und sie nicht gehen lassen wollen. Sie musste mich manchmal einfach heulend stehen lassen, damit sie den Bus nicht verpasste. Später fand ich dann oft eine kleine Überraschung auf meinem Frühstücksteller, der schon jeden morgen für mich bereit stand. Diese sollte mich aufmuntern. Nachdem ich mich beruhigt hatte und mich fertig für die Schule gemacht habe ging ich dann zum Hort, den ich auch nicht sehr mochte. Auch hier fing ich auch oft an zu weinen. Meine Freundin von damals, musste nicht in den Hort, was ich furchtbar ungerecht fand. Manchmal durfte ich aber vor und nach der Schule zu ihr gehen, wenn unsere Eltern das abgesprochen hatten. Eines Tages wollte ich wieder auf keinen Fall alleine sein und in den Hort gehen, also schrieb ich selbst einen Zettel, auf dem stand: "Karina darf heute zu Nadine" -ich war in der ersten Klasse und natürlich war das nicht annähernd die Schrift meiner Mutter, wenn das was da stand überhaupt zu entziffern war. Das gab vielleicht ein Donnerwetter, als meine Mutter nach Hause kam und ich musste mich am nächsten Tag bei der Hortleiterin entschuldigen, weil auch sie mich an diesem Tag vermisst hat.
Ich war früher extrem viel krank und im nach hinein denke ich, bin ich krank geworden, damit meine Mutter nicht zur Arbeit gehen konnte, sondern bei mir blieb.

Gabi und Lukas
08.07.2005, 23:35
Oh, Karina!
Das klingt wirklich ganz furchtbar!
Wenn ich das lese, kommen mir die Tränen.

Und umso dankbarer bin ich, dass ich die ganze Zeit bei Lukas sein durfte!

Danke, Karina, dasss Du diese Erfahrung für uns aufgeschrieben hast.
Liebe Grüße von Gabi

Anonymous
09.07.2005, 01:06
Hi Karina!

Das ist schon ein paar Minuten her als ich es zum ersten Mal gelesen habe und bin immer noch fassungslos. Da findet man keine Worte.

Fühl Dich :knuddel:

lg,
Ronald

blondi
09.07.2005, 10:28
Hallo Karina,

ich habe mich schon seit längerer Zeit hier im Forum nicht mehr zu Wort gemeldet,aber an der Stelle muss ich das einfach tun.

Mir sind echt fast die Tränen gekommen, als du das erzählt hast!
Richtig heftig!!

Um so mehr bin ich froh,dass ich das nicht durchmachen musste und mich meine Eltern nie(!!) alleine gelassen haben und ich bin erleichtert, dass sich die Zeiten wirklich geändert haben und hoffe,dass das keinem Kind mehr passiert!!

Fühl dich mal gedrückt!! :knuddel:

Liebe Grüße
Anna

Laura
10.07.2005, 14:22
Karina, was ich dazu sagen soll weiß ich gar nicht so recht. Bin bestürzt!

Gerade das was du schreibst widerlegt die Annahme die nicht gerade wenige haben „Ach der/die Kleine merkt und versteht das doch eh alles nicht“. Diese Unzulänglichkeit die man Kindern da unterstellt ist absolut furchtbar! Auch wie du es beschreibst Karina, ganz gewiss merken sich Kleinkinder viel und bekommen viel viel mehr mit als Außenstehende denken. Gerade das macht es meiner Meinung auch wichtig, dass Krankenhaus Personal bzw. Schwestern und Pfleger eine psychologische Ausbildung (in den Niederlanden übrigens Pflicht) erfahren und sei es nur ein Seminar oder ein Semester. Das kann schon ein Anfang sein und dieses Wissen erleichtert es dem Pflegepersonal womöglich enorm. Es ist doch letzten endes einfacher ein ruhiges Kind, dem alles Kind gemäß erklärt wurde, zu behandeln als ein schreiend, aufgebracht und unwissendes Kind.

Ich habe etwas erlebt, ich habe jedoch eher verschwommene Erinnerungen daran. Ich war wohl 4 Jahre oder so in etwa. Ich hatte eines dieser weißen Krankenhaus Nachthemden an und lag im Arm einer Krankenschwester, sie tröstete mich, um mich rum überall Ärzte und Schwestern in grünen op Kitteln. Ob ich eine negative Erinnerung mit diesem Bild verbinde kann ich nicht sagen. Es ist einfach eine Erinnerung die in meinem Kopf ist.

Jasmin
10.07.2005, 15:30
hallo karina :razz:

das ist ja sehr schlimm was du im krankenhaus erlebt hast, das
schlimmste ist ja noch wenn die eigene mutter nicht da ist , das
war für mich sehr schlimm ich lag damals in einem alten
krankenhaus wo es meistens nur einzelzimmer gab, und
ich hatte sehr große angst, ich habe jede nacht geweint.
meine oma schlief dann einge tage bei mir im zimmer
das ich nicht so alleine bin, meine mutter konnte damals nicht
bei mir übernachten weil sie ja noch meinen bruder hatte der
damals noch sehr klein war, die ärzte waren mir auch sehr
unsymphatisch.
ich kann mich noch sehr gut erinnern wie ich in der früh
zum operieren abgeholt wurde, und meine
mutter stand im gang und hat sich von mir verabschiedet
da habe ich so geheult das war sehr schlimm für mich.


jasmin

Katja
10.07.2005, 19:24
Moin Karina!

Ich kann Dich gut verstehen...
Auch ich wurde damals alleine gelassen, zum Glück war ich noch zu klein, um es selber zu begreifen...erst als ich 5 war (Gaumen-OP), durfte meine Mutter das erste Mal im Kloster nebenan wohnen und mich zwischendurch besuchen. Sie meint, noch heute hat sie Alpträume und ein schlechtes Gewissen, wenn sie an den Tag denkt, als sie mich nach 2 Wochen Klinik (muss der weiche Gaumen gewesen sein so mit ca. 2) wieder abholen durfte und ich von oben bis unten nass im Spielzimmer stand, keine Kraft mehr zum Weinen...

Es ist gut, dass die Mütter heute bei den Kleinen bleiben dürfen, das erspart beiden Seiten - glaub ich - viele Ängste und Sorgen!

Liebe Grüße
Katja

bene
10.07.2005, 20:41
das ist ja schrecklich!! :cry:

seit meiner geburt (intensivstation usw) war immer ein elternteil da (auch wenn sie nicht übernachten durften. dann aber immer tagsüber).

seit dem ich mich erinnern kann war, bei egal welcher OP, immer mein vater mit im krankenhaus.

okay... mit meiner letzten OP (mit 16) hab ich das nicht mehr gebraucht, aber das mit dem übernachten wär da sicherlich auch noch gegangen, wenn ich das gewollt hätte.
es tut aber gut, wenn irgendjemand bei einem ist!

Billy
10.07.2005, 21:12
Hallo Karina,

ich danke Dir, dass Du das hier gepostet hast.

Ich habe als Kind auch einige sehr unangenehme Erfahrungen im Krankenhaus gemacht, die ich wohl mehr oder weniger heute noch mit mir rumschleppe. Das Gefühl der Einsamkeit und der Verlassenheit habe ich dort auch häufig gehabt. Aber es war eine andere Zeit

Vielleicht traue ich mich auch irgendwann mal hier darüber zu schreiben.

Viele Grüße:hallo:
Billy

Doreen mit Elisei
10.07.2005, 22:06
Hallo Karina, ich weiß gar nicht so recht was ich schreiben soll. Ich stell mir immer Eli in diesen Situationen vor und könnte nur heulen.
Leider gibt es sowas heute immer noch, dass mit Kindern im KH so umgegangen wird. Bei uns gibts eine Stationsschwester in der Kinderklinik, die öffentlich sagt, dass ihr die Eltern am liebsten sind, die nur einmal die Woche oder noch seltener kommen. Außerdem wird immer wieder hartnäckig behauptet, dass die Kleinen das eh alles vergessen und sich später an nichts erinnern können.
Was bin ich froh, mit Eli nicht auf dieses KH angewiesen zu sein. Ich hatte da mit meiner Tochter auch schon so meine Kämpfe, bin aber nie von ihrem Bett gewichen. Bloß gut hat sie das DS und ich konnte immer darauf pochen, das sie ja behindert ist. Das ist da fast der einzigste Grund mit da bleiben zu dürfen. Übernachtet habe ich dann auch schon mal auf einem super grässlichen DDR-Campingstuhl, wo ich morgens nicht mehr wußte, wie ich mich bewegen soll.
Was mich plagt ist der Gedanke, dass so viele Kinder das alles noch ertragen müssen und man kaum die Chance hat was zu ändern. Ich habe mich wohl beim Chefarzt beschwert, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass das überhaupt ankam. Also, was tun?

Lea@Jana
10.07.2005, 22:42
Hallo Karina


Da hadt Du wirklich schrecklich erlebst! Sei ganz lieb gedrückt! Das tut einem richtig in der Seele weh!

Vor Leas Lippenverschluß sagte Meiner Schwiegermutter auch ich sollte doch Zuhause bleiben Lea bekommt das eh noch nicht mit! Das hätte Ich niemals getan niemals! Und das war auch so gut! Auf der Intensivstation wurden alle Kleinkinder mit einer Sonde gefüttert wäre Ich nicht da gewesen wäre das auch mit Lea passiert aber das wollte Ich nicht also stand Ich immer auf der Matte! Zu jeder Mahlzeit und bin erst gegangen wenn Lea geschlafen hat! War auch Nachts oft auf der Intensiv bei Lea! Uns durch die Intensiv Zeit wurde das Verhältnis zwischen Mir und Lea noch viel inniger sie läßt keinen so nah an sich wie Mich! Egal wie Klein sie sind alle Kinder und Kleinkinder spüren wer da ist!

Karina
10.07.2005, 23:21
Hey Ihr!

Es weider leider früher so üblich, dass Eltern nicht bei ihren Kindern im Krankenhaus blieben (in der DDR wohl noch mehr als in der BRD). Meine Mutter wäre auch lieber bei mir geblieben, aber das durfte sie nicht. Ich glaube die Schwestern hatten auch immer ein bischen Angst vor den Eltern, weil diese logischer Weise immer sehr wachsam sind, wenn es ihre Kinder betrifft und sich den Ärger mit wütenden Müttern und Vätern ersparen wollten. Es gab nämlich auch bei mir einen Vorfall, als ich noch ein Baby war, worüber meine Mutter sich bei den Schwestern beschwert hatte. Von da an hing über meinem Bettchen ein Schild, auf dem stand:"meine Mama kommt mich jeden Tag besuchen!" Wohl weniger um mich zu beruhigen, als den anderen Schwestern mitzuteilen, dass ich mit besonderer Sorgfalt zu behandeln bin um weitere Beschwerden meiner Mutter zu verhindern.

Heute hab ich meine Angst vorm Alleinsein, aber völlig überwunden. Ich klette mich nicht mehr überall fest. Bei meinen letzten Krankenhausaufenthalten bin ich auch ohne meine Eltern klar gekommen. (bin ja schon groß :wink: ) Und ich muss auch sagen, dass ich trotzdem keine schlimme Kindheit oder so hatte , wie es einst mein Logopäde mir weiß machen wollte. Das einzige was bleibt, sind eben diese Albträume, die mir in mancher Zeit zu schaffen machen.

Andrea und Lukas
11.07.2005, 13:46
Hallo Karina,

ich kann dir das auch gut nachfühlen. Ich hatte als Kind ein ähnliches Erlebnis. Damals zwar nur eine Blinddarm-OP aber für mich ähnlich schlimm. Zuerst wurde ich in einer Klinik hier in der nähe operiert und dann verlegten die mich nochmals 20 km weiter in ein Kinderkrankenhaus! Damals hatte nur mein Vater ein Auto und der war halt von morgens bis abends weg und dann nochmals in die Klinik war halt sehr schwer! Zu gerne wäre meine Mutter in der Klinik geblieben ,aber damals war das nicht möglich?!? Das Kinderkrankenhaus, würde mal denke, hätte eigentlich freundlich sein sollen, aber es war wie du beschrieben hast ,wie ein Gefängnis! Ich musste auch in einem Gitterbett schlafen das viel zu hoch und sicher nicht Kindgerecht war, und es gab Weintrauben zu fast jedem Abendbrot, igit! Vielleicht mag ich Weintrauben, deshalb heute noch nicht gerne, aber genug von der schauer Geschichte!

Ich glaube für mich auch ein Grund, das ich mir die Leute, die meine Kinder behandel, sehr gut anschaue und wo es uns nicht gefällt auch nicht mehr hingehe. Ich versuche auch bei allen Untersuchung dabei zu sein und auch immer wieder nach zufragen, ob es denn nicht doch möglich ist, dabei zu sein. Aber da spreche ich sicher hier vielen Müttern aus der Seele!

MarvinMichels
21.08.2005, 04:33
also was du da geschrieben hast hört sich an wie ein alptraum, und doch ist er realität.
ich hatte auch schon ein paar schöne erlebnisse, aber die sind halb so wild wie deine, wenn nicht sogar sehen sie wie ameisen dazu aus.
Also wenn eine schwester auf einer kinderstation so mit kindern umgeht muss man sich fragen ob man nicht das krankenhaus wechselt, und da können schwestern auch keine ausreden für finden warum sie so reagieren wie sie reagieren.
es sollte bald mal ne prüfungskommisoon für Schwestern geben, wo kontrolliert wird ob die schwester noch geeignet ist für ihren Beruf

Also sowas macht mich echt sauer wenn ich lese wie schwestern mit ihren patienten umgehen, ich denke mal es hat sich in vielen kliniken bis heute nicht geändert

mit freundlichen grüßen

Marvin :x

Andrea
21.08.2005, 13:03
Ich war auch immer bei allen OPs dabei (selbst jetzt im Juli, obwohl Sabrina schon 14 ist). Es ist ganz wichtig, dass ein Elternteil dabei ist und die Kinder auf so etwas vorbereitet sind.

Sabrina schläft heute noch nicht ohne Licht (wird aber immer dunkler). Wer erzählt, dass kleine Kinder alles vergessen, der hat keine Ahnung. Die Sache an sich vielleicht, aber die Ängste bleiben ein Leben lang.

Ich war froh, dass ich jetzt im Juli mit war und ihr seelische Unterstützung geben konnte. Und die Schwestern werden ja eigentlich entlastet (und als Mutter stört man manches Mal, aber das ist mir egal).

Annika
21.08.2005, 17:13
Hey Karina,
wirklich schlimm, was dir da passiert ist, beimLesen lief mir ein eiskalter Schauer den Rücken runter und irgendwie war ich auch wütend, wütend, dass sie damals in dieser Weise mit dir umgegangen sind....

Ich hatte früher keine schlimmen erfahrungen gemacht in der Klinik wo ich war, aber meine Eltern legen und legten Wert darauf, das auf jedenfall einer immer in der Klinik ist, sogar bei meiner op, als ich 15 war ;)

LKGS22
23.08.2005, 00:05
Hi, Karina.

Ich finde es bemerkenswert wie du deine damalige Situation beschreibst.
Ich denke jeder hier kann wenn er das liest genau mit dir mitfühlen.
Bei mir war es so, dass ich vom ersten bis zum zehnten Lebensjahr ca. 10 x operiert wurde. Ich hatte solche Angst im Krankenhaus alleine zu sein, dass ich noch bis zu meinem zehnten(!) Lebensjahr darauf bestand, dass meine Mutter über Nacht bei mir ist.
Ich glaube heute kann ich sagen, dass dies weniger das alleine sein selbst war, als viel mehr das allein sein IN EINEM KRANKENHAUS. Denn (vermutlich durch die vielen OPs) betrete ich noch heute Krankenhäuser sehr ungern.
Ich hatte einfach Angst in dieser sterilen Umgebung und wenn ich aufgewacht bin und meine Mutter neben mir liegen sah, dann wusste ich dass mir nichts passieren kann.

Anonymous
28.08.2005, 15:40
Hallo Karina,

ich kenne die Situationen aus der DDR-Zeit, denn ich stamme selbst daher. In Kinder-Krankenhäusern bekam man bekanntlich keine Zuneigung. Die Besuchszeiten waren auch fatal. Ich war mal in einem Krankenhaus, da waren die Besuchszeiten von 12 - 14 Uhr. Meine Oma wollte mich besuchen so gegen 12, da sagte man ihr, ich würde Mittagsschlaf machen. Und meine Oma muste wieder gehen. Bei einer sechswöchigen Kur hat man mir die Post vorenthalten und erst bei Beendigung gegeben.

Den Schulhort kenne ich auch. Es war sinnlose politische Beschäftigung. Okay - die Hausaufgaben hat man dort erledigen können.

Naja - ich will trotzdem nicht klagen
So schlecht war die DDR auch nicht.

Gruß
Jens