Eloy
05.07.2005, 00:57
hallo alle,
ich möchte euch mal an dieser stelle eine "kleine horrorgeschichte" erzählen.
und wenn ich auch als betroffener nicht alle fachbegriffe kenne (und sie deswegen weglasse), dann vergebt mir bitte :)
anfang der neunziger, ca. 10j. nach meiner letzten op (1982 nasenkorrektur im alter von 22j.), bekam ich von der uni-klinik HH-eppendorf eine einladung zur "bestandsaufnahme".
diese fiel, was die zähne betraf, ziemlich vernichtend aus. eine komplette zahnsanierung war angesagt. vor allem sollte oben vorne zahnwurzelimplantate eingesetzt werden mit teleskopkronen für eine zahnprothese.
und nach dem mir alles erklärt wurde wie das von statten gehen solle...hab ich dann doch erstmal dankend abgelehnt :?
ca. 2 jahre später bekam ich 2 bandscheibenvorfälle im HWS und mußte mein beruf als elektriker aufgeben - eine umschulung zum kaufmännischen beruf war angesagt. und aufgrund dessen sah ich mich dann doch "genötigt" die zahnsanierung in angriff zu nehmen. :(
zahnsanierung in meinem fall bedeutete:
1. akt: dez.94 - knochentransplantation um den oberkiefer für die wurzelimplantate zu stärken, unter vollnarkose.
2. akt: märz 95 - zahnwurzelimplantate einsetzen, unter vollnarkose.
3. akt: juni 95 - implantate freilegen vom drübergewachsenen zahnfleisch - ambulant. und beginn der anfertigung der zahnprothese.
fertig :-) beginn der umschulung im sep 95 mit erhofften neuen zähnen :o
das ganze "unternehmen" sollte ca. 3/4 jahr dauern...und VOR beginn meiner umschulung fertig werden. soweit also die theoretische planung :D leider hatte ich die rechnung ohne den wirt (krankenkasse) gemacht :-(
praktisch verlief das folgerndermaßen:
1. akt: dez.94 - knochentransplantation von einer rippe. und, was nicht abgesprochen war ... ich mich aber seeeehr drüber gefreut habe, war die auffüllung des gaumens.
2. akt: wurde von der kk abgelehnt und erstmal ein gutachter bestellt. nach dem der gutachter der sache selbstverständlich zugestimmt hatte...mußte nun also erstmal wieder ein neuer op-termin gefunden werden. dann hatte der operateur urlaub...dann war er krank....dann waren wieder alle betten belegt.....
sep 95 - beginn der umschulung :?
2. akt: jan 96 - tja, angeschissen. da über ein jahr seit der knochentransplantation ins land zog, hat sich dieser wieder zurückgebildet und der 1. akt mußte wiederholt werden!!! :cry:
1. akt: jan 96 - erneute knochentransplantation. diesmal vom kinn (innenseite, unterhalb der zähne...weswegen sich dort jetzt immer die essensreste sammeln).
2. akt: juli 96 - 4 zahnwurzelimplantate vorne. besonders stolz waren die ärzte, daß es ihnen gelungen war ein implantat direkt in die ehemalige spalte einzusetzen...und diese mit einer konterschraube zu befestigen. ich konnte gar nicht zählen wie oft sie danach diese stelle geröngt haben um ihre "leistung" zu dokumentieren :D
3. akt: okt 96 - tja, wieder angeschissen. durch umorganisation in der uni-klinik wurde dieser akt erstmal aufgeschoben. :(
3. akt: feb 97 - der kostenvoranschlag für die zahnprothese wurde von der kk abgelehnt mit der begründung: die zahnwurzelimplantate dienten "nur" des erhalts des oberkieferknochens. eine prothese sei nicht vorgesehen :eek: - das freilegen der implantate wurde daraufhin auch wieder aufgeschoben.
3. akt: aug 97 - nach erneutem einschalten eines gutachter...und bewilligung, endlich die implantatfreilegung. aber nun mußte gemeißelt werden, da auch der knochen etwas drüber gewachsen war. seit dem hatte ich schmerzen im bereich der ehemaligen spalte. für mich ganz klar, das zahnwurzelimplantat, worauf die ärzte so stolz waren, ist schuld daran.
4. (unplanmäßiger) akt: okt 97 - dauerschmerzen noch immer vorhanden! die meinung der ärzte: an dem implantat könne es nicht liegen...das sieht doch alles sooo schön aus. aber - die gaumenfüllung, worüber ich mich ja so gefreut hatte, sei angeblich entzündet und müsse "etwas" abgekratzt werden....weil, angeblich KREBSGEFAHR!!! :eek: der ärztliche totschläger!
dieses "leichte auskratzen" der oberschicht des gaumens war in wahrheit ein totales ausbrennen. und selbst der zahnarzt (für die prothese zuständig), der dem chirurgen assestierte, sagte mir am nächsten tag: es war ein "massaker" und auch er hatte in der nacht alpträume!
vor der auffüllung des gaumens hatte ich eine kleine schlucht...jetzt isses ein (gefühlter) grand canyon!
achja, die dauerschmerzen waren natürlich auch noch da! :?
dez 97 - eines morgens, beim zähneputzen...fiel mir plötzlich das "spaltenimplantat" raus....huch, und plötzlich waren auch die schmerzen weg!!! :jump:
übrigens,die zahnprothese war trotz drängens immer noch nicht fertig.
jan 98 - mündliche abschlußprüfung (ohne zähne) bei der umschulung. meine angst, man könne mich nicht verstehen (wie in meiner kindheit) bewahrheitete sich. durchgefallen!
2 tage(!) später war die prothese fertig! :evil:
mein fazit nach 7 jahren: mit dem endergebnis bin ich noch immer zufrieden. aber andererseits waren das für mich definitiv die letzten spalten-op's meines lebens. da kann kommen was will.
***
übrigens, der grund für die zahnsanierung ist eine andere traurige geschichte...
ich möchte euch mal an dieser stelle eine "kleine horrorgeschichte" erzählen.
und wenn ich auch als betroffener nicht alle fachbegriffe kenne (und sie deswegen weglasse), dann vergebt mir bitte :)
anfang der neunziger, ca. 10j. nach meiner letzten op (1982 nasenkorrektur im alter von 22j.), bekam ich von der uni-klinik HH-eppendorf eine einladung zur "bestandsaufnahme".
diese fiel, was die zähne betraf, ziemlich vernichtend aus. eine komplette zahnsanierung war angesagt. vor allem sollte oben vorne zahnwurzelimplantate eingesetzt werden mit teleskopkronen für eine zahnprothese.
und nach dem mir alles erklärt wurde wie das von statten gehen solle...hab ich dann doch erstmal dankend abgelehnt :?
ca. 2 jahre später bekam ich 2 bandscheibenvorfälle im HWS und mußte mein beruf als elektriker aufgeben - eine umschulung zum kaufmännischen beruf war angesagt. und aufgrund dessen sah ich mich dann doch "genötigt" die zahnsanierung in angriff zu nehmen. :(
zahnsanierung in meinem fall bedeutete:
1. akt: dez.94 - knochentransplantation um den oberkiefer für die wurzelimplantate zu stärken, unter vollnarkose.
2. akt: märz 95 - zahnwurzelimplantate einsetzen, unter vollnarkose.
3. akt: juni 95 - implantate freilegen vom drübergewachsenen zahnfleisch - ambulant. und beginn der anfertigung der zahnprothese.
fertig :-) beginn der umschulung im sep 95 mit erhofften neuen zähnen :o
das ganze "unternehmen" sollte ca. 3/4 jahr dauern...und VOR beginn meiner umschulung fertig werden. soweit also die theoretische planung :D leider hatte ich die rechnung ohne den wirt (krankenkasse) gemacht :-(
praktisch verlief das folgerndermaßen:
1. akt: dez.94 - knochentransplantation von einer rippe. und, was nicht abgesprochen war ... ich mich aber seeeehr drüber gefreut habe, war die auffüllung des gaumens.
2. akt: wurde von der kk abgelehnt und erstmal ein gutachter bestellt. nach dem der gutachter der sache selbstverständlich zugestimmt hatte...mußte nun also erstmal wieder ein neuer op-termin gefunden werden. dann hatte der operateur urlaub...dann war er krank....dann waren wieder alle betten belegt.....
sep 95 - beginn der umschulung :?
2. akt: jan 96 - tja, angeschissen. da über ein jahr seit der knochentransplantation ins land zog, hat sich dieser wieder zurückgebildet und der 1. akt mußte wiederholt werden!!! :cry:
1. akt: jan 96 - erneute knochentransplantation. diesmal vom kinn (innenseite, unterhalb der zähne...weswegen sich dort jetzt immer die essensreste sammeln).
2. akt: juli 96 - 4 zahnwurzelimplantate vorne. besonders stolz waren die ärzte, daß es ihnen gelungen war ein implantat direkt in die ehemalige spalte einzusetzen...und diese mit einer konterschraube zu befestigen. ich konnte gar nicht zählen wie oft sie danach diese stelle geröngt haben um ihre "leistung" zu dokumentieren :D
3. akt: okt 96 - tja, wieder angeschissen. durch umorganisation in der uni-klinik wurde dieser akt erstmal aufgeschoben. :(
3. akt: feb 97 - der kostenvoranschlag für die zahnprothese wurde von der kk abgelehnt mit der begründung: die zahnwurzelimplantate dienten "nur" des erhalts des oberkieferknochens. eine prothese sei nicht vorgesehen :eek: - das freilegen der implantate wurde daraufhin auch wieder aufgeschoben.
3. akt: aug 97 - nach erneutem einschalten eines gutachter...und bewilligung, endlich die implantatfreilegung. aber nun mußte gemeißelt werden, da auch der knochen etwas drüber gewachsen war. seit dem hatte ich schmerzen im bereich der ehemaligen spalte. für mich ganz klar, das zahnwurzelimplantat, worauf die ärzte so stolz waren, ist schuld daran.
4. (unplanmäßiger) akt: okt 97 - dauerschmerzen noch immer vorhanden! die meinung der ärzte: an dem implantat könne es nicht liegen...das sieht doch alles sooo schön aus. aber - die gaumenfüllung, worüber ich mich ja so gefreut hatte, sei angeblich entzündet und müsse "etwas" abgekratzt werden....weil, angeblich KREBSGEFAHR!!! :eek: der ärztliche totschläger!
dieses "leichte auskratzen" der oberschicht des gaumens war in wahrheit ein totales ausbrennen. und selbst der zahnarzt (für die prothese zuständig), der dem chirurgen assestierte, sagte mir am nächsten tag: es war ein "massaker" und auch er hatte in der nacht alpträume!
vor der auffüllung des gaumens hatte ich eine kleine schlucht...jetzt isses ein (gefühlter) grand canyon!
achja, die dauerschmerzen waren natürlich auch noch da! :?
dez 97 - eines morgens, beim zähneputzen...fiel mir plötzlich das "spaltenimplantat" raus....huch, und plötzlich waren auch die schmerzen weg!!! :jump:
übrigens,die zahnprothese war trotz drängens immer noch nicht fertig.
jan 98 - mündliche abschlußprüfung (ohne zähne) bei der umschulung. meine angst, man könne mich nicht verstehen (wie in meiner kindheit) bewahrheitete sich. durchgefallen!
2 tage(!) später war die prothese fertig! :evil:
mein fazit nach 7 jahren: mit dem endergebnis bin ich noch immer zufrieden. aber andererseits waren das für mich definitiv die letzten spalten-op's meines lebens. da kann kommen was will.
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übrigens, der grund für die zahnsanierung ist eine andere traurige geschichte...