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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Julkas Geschichte


Kirstin
29.03.2005, 00:29
Hallo,

ich habe Julkas Geschichte mal hierher kopiert, weil ich finde, dass sehr viele Gefühle doch wahrscheinlich viele Selbstbetroffene sehr gut nachfühlen können:

Julka schreibt:

"Ich möchte euch erzählen, was seit ca. einem Jahr in mir vorgeht, vielleicht hilft es Müttern mit betroffenen Kindern einen Einblick zu bekommen, wie man sich teilweise fühlen kann, es tut mir gut, das alles niederzuschreiben, was mich gerade bewegt, es soll euch nicht runterziehen, einfach nur mal zeigen wie ich denke und mcih fühle...

Es begann im April letzten Jahres, ich war voller Vorfreude auf meine Nasen op in Stuttgart im MArienhospital, ich hatte nach den ganzen Untersuchungen und Gesprächen das Gefühl, hier kann mir geholfen werden...Ich dachte: nach dieser Op wird alles endlich gut sein, natürlich war das etwas naiv von mir aber genauso habe ich mich gefühlt...Dann kam die Op, sie war sehr lang fst 4 Stunden, mir wurde Knorpel aus den Ohren entnommen um damit die Nase aufzubauen...Irgendwann bin ich dann aufgewacht...nach 2 Tagen konnte ich schon "normal reden" Schmerzen hatte ich zwar aber ich dahcte, für das ergebnis halte ich durch...nach 5 Tagen wurde die Tamponade gezogen, was für ein Schmerz, es hörte nicht mehr auf zu bluten und ich musste den Rest vom TAg im Bett liegen, ich dachte, alles wird gut, dann nach 10 Tagen der Gipswechsel, es wurde eine wasseransammlung in der nase bemerkt, also bekam ich eine Spritze direkt in die geschwollene schmerzende Nase um das abzusagen, ich dachte ich sterbe...dann ein neuer Gips, juhu, nach 2 einhalb Wochen durfte ich endlich heim und nach noch einer Woche kam der Gips ab...Nu ein großer Unterschied war es leider nicht...naja ich dachte abwarten bis alles abgeschwollen und verheilt ist, dann kam die Nachuntersuchung...ich freute mich darauf...dann die Entäuschung, ich war mit dem Ergebnis nun wirklich nicht zufrieden, mir wurde dann erklärt dass man nicht nochmal operieren sollte, weil alles so vernarbt ist schon und weil man ja schon Knorpel nehmen musste usw, aber man könnte die Lippe ja machen....Meine Lippe finde ich aber perfekt habe ich gesagt, mcih stört die Nase, aber man meinte man kann nichts mehr machen, versuchen ja, aber ändern eigentlich nciht...So nun bin ich 20 überhaupt nicht mit mir zufrieden und so wird es wohl auch bleiben müssen, ich bin in ein seelisches Loch gefallen und habe nichtmal versucht wieder herauszukommen...ich hatte vor Jahren schoneinmal Probleme mit 2 verschiedenen "Krankheiten" sozusagen, damit habe ich dann auch wieder angefangen, habe aber noch rechtzeitig damit aufgehört...

Ich will euch wirklich nicht herunterziehen, aber das ist was ich wirklich im Moment fühle, alleingelassen, hilflos und entäuscht...

Und dann auf der Straße oder sonstwo, diese Bemerkungen...ich stehe da heute noch nicht drüber...ich dachte bis zur 4ten Klasse, dass ich normal bin, wie jedes andere Kind auch, aber dann hat es angefangen mit Hänseleien usw...ich hoffe dass eure Kinder dem nicht ausgesetzt sein werden und nicht so drunter leiden wie ich und sehr viele andere...Gebt ihnen Selbstbewusstsein mit auf dem Weg und zeigt Ihnen rechtzeitig sich zu wehren, dass es nicht so weit kommt"

Kirstin
29.03.2005, 00:39
Hallo Julka,

ich hoffe Du bist damit einverstanden, dass ich Deinen Beitrag hierher kopiert habe, aber in vielen Dingen habe ich meine Gefühle wiedergespiegelt gesehen und ich denke es geht vielen Selbstbetroffenen so, oder zumindest waren sie mal an ähnlichen Punkten. Und vielleicht hilfe es ja dem einen oder anderen zu lesen, dass es andere gibt denen es ähnlich geht.
Dir wünsche ich, dass Du für Dich Deinen Weg findest, (und wenn wir Dir dabei helfen können, freut es mich natürlcih!)

Anonymous
30.03.2005, 16:32
Hallo Kirstin,

klasse gemacht! Danke für die Abnahme der Arbeit, wollte auch gerade kopieren! :D

Nicole und Julia
30.03.2005, 17:49
Danke Kirsten... da hattest du ja als Moderator hier echt nen guten Einfall. Denke wir sollten Euch auch schalten und walten lassen, ihr werdet das schon richtig machen, (gilt auch für die anderen Mods, aber ich kann mich leider nicht immer zurückhalten :D :oops: )

Julka
30.03.2005, 17:56
Hallo Julka,

ich hoffe Du bist damit einverstanden, dass ich Deinen Beitrag hierher kopiert habe, aber in vielen Dingen habe ich meine Gefühle wiedergespiegelt gesehen und ich denke es geht vielen Selbstbetroffenen so, oder zumindest waren sie mal an ähnlichen Punkten.

Ja klar kein Problem :oops:

Christoph
30.03.2005, 19:42
Hallo Julka,

hast du denn schon mal mit anderen Ärzten über weitere Operationen gesprochen? Ich habe da zwar keine Erfahrungen gemacht, habe auch eigentlich keine Probleme mit meinem Aussehen, mal von den 2 Narben mitten im Gesicht abgesehen, aber vielleicht können dir ja gespräche mit anderen Ärzten, die du noch nicht so gut kennst helfen. Vielleicht können sie dir entweder, in die eine Richtung neuen Mut geben, dass sie eventuell doch noch eine Möglichkeit sehen, oder dich aber in die andere Richtung aufbauen.
Leider gibt es ein gewisses Risiko bei allen Operationen, speziell bei Kosmetischen, wie man ja immer wieder hört.
Ich fühle mich in gewissen Dingen ähnlich. Bei mir sind es meine Zähne. Dabei geht es nicht um die Zahnstellung, die ist eigentlich ziemlich in Ordnung so, immerhin sehen sie relativ gerade aus, sondern vielmehr um die Zahngesundheit. Ich habe nie Ruhe mit meinen Zähnen und werde wohl auch bis zu einem künstlichen Gebiss nie Ruhe finden. Ständig sagt der Zahnarzt wieder, da ist aber wieder was und dort ist aber wieder nicht richtig geputzt. Es gibt ständig Rückschläge, so ist ein Stück eines Zahnes abgebrochen kurz nachdem eben dieser Zahn gefüllt wurde. Irgendwann wurde mir dies dann zuviel. Zunächst habe ich Termine nur "verbammelt", später habe ich mir eine Art Lügengeflecht aufgebaut, und meinen Eltern vorgeschwindelt, ich würde weiterhin zum Zahnarzt gehen. Irgendwann ist diese Bombe natürlich geplatzt, ich habe die Behandlung neu angefangen. Doch kurz bevor mal wieder alle Zähne "in Ordnung" waren, hieß es dann wieder, da ist aber wieder was neues. Also wieder eine erfolglose Behandlung. ungefähr seit meinem 19. Lebensjahr gehe ich nun nicht mehr zum Zahnarzt. Aus Angst wieder enttäuscht zu werden. Ich putze meine Zähne ständig, das muss reichen, dachte ich. Bislang (bin nun 21) habe ich keine grösseren Probleme gehabt, doch jetzt in jüngster Vergangenheit, habe ich immer häufiger Schmerzattacken und muss wohl davon ausgehen, das irgendwo eine Zahnwurzel entzündet ist. Ich versuche diesen Schmerz zu verdrängen und damit zu leben, leider fühle ich mich dadurch oftmals richtig schlecht. besonders kommt dieses trübe Gefühl bei den Zugfahrten zur Uni, bzw. momentan in den Semesterferien zur Arbeit auf.

Ich denke bei dir könnte es ähnlich verlaufen. Wenn du weitere Behandlungen machst, könntest du wieder enttäuscht werden, und dann könnte es noch schlimmer werden, als jetzt. Es wäre eine regelrechte Spirale, die sich immer enger zuschraubt. Daher ist es so, wie es jetzt ist vielleicht noch das Beste und sollte so bleiben. Sei Froh über den Umstand, dass dir alle dazu raten keinen weiteren Eingriff machen zu lassen und du es lässt, anstatt das du gegen den Rat der meisten Anderen entscheidest und merkst oh, die Anderen hatten wohl doch recht, hätte ich doch besser auf die gehört.