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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Immer noch traurig....


Kirsten und Noel
11.03.2005, 13:33
Hallo Ihr Lieben,
heute erreichte mich die Nachricht, dass eine gute Freundin von mir ihr zweites Kind geboren hat, ein gesundes Mädchen. Natürlich habe ich mich wahnsinnig mit ihr gefreut, aber gleich nach dem Telefonat stürzten mir die Tränen aus den Augen, ich habe bestimmt 5 Minuten lang geheult, dei Ereignisse nach Noels Geburt vor einem Jahr kochten wieder hoch und die längst vergessen geglaubten Fragen "Warum" und "Warum wir" tauchten wieder auf und hämmerten in meinem Kopf.
Dabei dachte ich doch, dass ich das alles so gut verarbeitet hätte, dass ich Noels Spalte voll und ganz akzeptiere, alles im Griff habe und dass es mir überhaupt nichts mehr ausmacht. Dem ist wohl nicht so? Ob das wohl mal aufhört - ob ich mich jemals wieder einfach über die Geburt eines Kindes freuen kann, ohne jedesmal so einen total egozentrierten Mini-Nervenzusammenbruch zu kriegen??? Das nervt nämlich total...
Wie geht es Euch denn Euch - seid Ihr auch manchmal noch traurig, auch wenn alles eigentlich prima läuft?
Eure

Nicole und Julia
11.03.2005, 13:40
Hi Kirstin....

Also ich kann da mich gut freuen und bekomme keine Zusammenbrüche, hab die eigendlich auch noch nie bekommen. Ich nehme Julia wie sie ist und wie sie damals bei Geburt halt war.(Auch die Vergangenheit gehört zu ihrer Geschichte) Ändern konnte man ja eh nix mehr und traurig bin ich nicht so direkt, ich weiß das vieles noch auf uns zu kommt, ich weiß auch das wir schon einiges recht gut geschafft haben, das gibt mir die Kraft das das was noch kommt auch noch zu packen ist und ich gehe davon aus das alles gut wird.

Gerade weil Jule echt fit und sehr weit für ihr Alter ist kompensiert das einiges. Wäre sie hinten an wäre ich bestimmt oft trauriger... aber so steht sie den anderen in nix nach, worüber sollte ich also traurig sein??????

Kopf hoch, das wird schon noch bei dir, der eine verkraftet es schneller der andere halt langsamer, obs welche gibt die es gar nicht verkraften weiß ich leider nicht, aber ich hoffe für dich das du es auch bald Verarbeitet hast!

(zu meiner PN hast du noch nix geschrieben....*wart*)

blondi
11.03.2005, 13:44
Liebe Kirsten,

ich bin zwar selbst (noch)keine (betroffene?! )Mutter,aber ich glaub ich kann mir sehr gut vorstellen wie du dich fühlst.

"Warum",ja die Frage die geistert mir auch ab und an durch den Kopf. Aber ich muss sagen,wenn ich mir dann so anschau wie jede OP doch ganz gut verlaufen ist (auch wenn viele Tränen geflossen sind) und mir das heutige Ergebnis anschau,dann kann ich echt nicht meckern!
Und man wird auch von mal zu mal viel Selbstbewusster....

Ich glaub auch fest daran,dass bei deinem süßen Noel auch alles gut wird und es ein tolles Ergebnis wird. Klar es wird manches mal sicher nicht einfach,aber mit deiner Hilfe da packt er das ganz bestimmt!!
Und wenn ich mir deinen Noel anguck,das ist so ein super süßes Kerlchen!!
(ich mein ist jetzt kein Trost,aber ich kann dir gern mal ein Baby-Bild von mir schicken....wenn ich bedenk wie toll mein Prof.das hinbekommen hat...!!)

Ich wünsch dir auf jeden Fall alles alles Liebe und Gute,das
wird schon!
Kopf hoch *Aufmunter*

Liebe Grüße
Anna

Nicole & Ben
11.03.2005, 13:54
Hallo Kirsten :knuddel: ,
mir geht es auch noch oft so.
Im großen und ganzen habe ich jetzt alles gut im Griff, aber wenn mich etwas an die Anfangszeit oder die Schwangerschaft erinnert, muß ich auch noch oft heulen :cry: (wir wußten es ja vorher und es war eine sch..SS). Tja, und was erinnert einen mehr dran, als die Geburt eines Babys....Vorallem geht es mir bei neugeborenen Babys von Freunden so, bei denen alles so super glatt läuft, genau so, wie ich es mir immer gewünscht habe... :cry: dann denke ich auch, warum mußte bei uns soviel schief laufen....ungerecht....Die Tochter meiner besten Freundin ist so alt wie Ben, und bei denen läuft alles perfekt. Nach 2 Tagen mit dem Baby nach Hause (Ben wart 10 Tage auf Intensiv) das Stillen hat über ein Jahr perfekt geklappt, die Kleine ist bildhübsch und war bis auf Schnupfen noch nieeeee krank :eek: :eek: ...sowas gibt es???
Ich kann mich kaum an 3 zusammenhängende Wochen ohne Artzttermine erinnern...
Die wollen jetzt ein zweites Kind und eigendlich hatte ich das auch Mal so im Kopf...aber jetzt habe ich Angst, das alles nochmal so kommen könnte, das würde ich glaube ich nicht packen, es ist mir jetzt schon oft zuviel.... :cry: ...(natürlich würde ich nochmal ein Baby mit Spalte wollen, ich habe nur Angst vor der "Mehrbelastung" das ich das nicht mehr schaffe)
...so jetzt rede ich mich hier in Selbstmitleid rein und vergesse fast was ich antworten wollte.... :gruebel:
...Jaaaaa Kirsten mir geht es auch oft so wie dir....

Lieben Gruß von Nicole & Ben

Gerda mit Luca
11.03.2005, 14:46
Hallo Kirsten,

sicherlich kann ich Dich gut verstehen.

Einerseits freust Du Dich mit, auf der anderen Seite denkst Du zurück wie´s "damals" bei Euch war.

In unserer ersten Zeit habe ich kaum nachdenken können und als wir in ruhigere Fahrwasser kamen habe ich auch zu anderen Mütter herübergeschaut. . . immer sehr dankbar daß es sich bei uns zum Guten gewand hat. . . aber ab und an auch mit , hm, nicht direkt Neid, aber einem Gefühl von *hmpf* (Du weißt schon)

Ich gönne es bestimmt jeder anderen Zwilli-Mutter bis zur 38. Woche zu kommen und zwei quitschgesunde, proppere 6-Pfünder innerhalb weniger Tage mit nach Hause zu nehmen. . . aber ich hätte es auch gern gehabt wenn Linus nicht unterversorgt gewesen wäre und Luca nicht die Probs gehabt hätte. . . . . . . . aber um nichts in der Welt möchte ich meine Kinder missen. . . oder andere haben :-)

Andererseits haben meine Kinder mich sehr verändert und auch unser holperiger Start hat das Seinige dazugetan, nicht daß ich vorher leichtfertig war, aber ich bin dankbarer geworden, nehme nicht mehr alles als "selbstverständlich" hin.

Als ich in den letzten Tagen eine Kollegin mit Babybauch getroffen habe, hat´s mir auch weh getan. Sie durfte ihr Baby behalten. . . .

Lange Rede-kurzer Sinn. Kisten, ich versteh´ Dich.

Viele Grüße
Gerda

Sylvia mit Paulchen
11.03.2005, 17:01
Hallo,
Ich kann mich da nicht anschließen, ich freue mich über jedes gesund geborene Kind in meinem Freundes und Bekanntenkreis.
Da kommt weder Neid noch die "Warum-Frage". Paul ist für uns sowieso das süßeste Baby der Welt und warum sollte ich dann neidisch sein???
Er ist in unseren Augen auch nicht behindert, er hat ein Problem, welches aber weitestgehend behoben wird. Klar hätte ich mir ein "gesundes, normal aussehendes" Baby gewünscht, aber nicht für mich, sondern für Paul.
Er muss im großen und ganzen mit seiner Situation klarkommen, wir werden ihn "nur" unterstützen, so weit wir es können.
Gruß, Sylvia

Kirsten und Noel
11.03.2005, 17:19
Hallo Sylvia,

versteh mich bitte nicht falsch, ich freu mich doch auch über die neuen Menschlein, die in unserer Umgebung ankommen :)
Es ist eben halt nur so, dass da in mir auch noch andere, offenbar noch nicht verarbeitete Gefühle sind - und dafür kann ich ja nix, ich find das auch nicht toll, das kannst Du mir glauben! Es ist wunderbar, dass das für Dich kein Thema ist. Vielleicht bin ich ja auch irgendwann mal soweit.

katha mit ben
11.03.2005, 18:49
hallo kirsten,

ich bin da auch noch ein bissel sensibel, wenn jemand ein kind bekommt... obwohl es mich ja garnicht mehr juckt das ben die lkgs hat.. aber die frage ,,warum wir" geht auch noch im hinter stübchen rum.. komisch aber is so. aber ich denke mal das schaffst du auch, und wir auch, irgentwann lachen wir drüber :P irgentwann sind alle zweifel und ängste weg.. das is nur noch ne frage der zeit.. lass den kopf nicht hängen, weisste was ich mach wenn mir wieder solche gedanken durch den kopf schießen, ich guck mir ben an, sein lachen, die geschafften op´s usw. und dann denk ich man kannst du stolz auf dich sein..natürlich auch auf ben

gruß katha

Petra und Emelie
11.03.2005, 22:48
Hallo,
habe schon vor geraumer Zeit aufgehört mir Gedanken über das "Warum wir?" zu machen. Sicherlich geht einem die Spalte nicht aus dem Kopf, aber ich habe für mich festgestellt, daß ich den Dingen seinen Lauf lassen muß. Außerdem hat mich die Tatsache, daß wir bei Emelies erster OP auf der KinderKrebsstation waren, auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Unsere Kinder haben die Chance auf ein schönes Leben, die meisten Kinder dort nicht. Sicher ist es auch für unsere Kinder schwieriger als für Kinder ohne Spalte, aber wer garantierten diesen Kindern denn ein Leben ohne Schwierigkeiten. Eine Bekannte von uns sitzt seit 10 Jahren nach einem Unfall im Rollstuhl, da hat sich auch das perfekte Leben verabschiedet. Was ich sagen will, unsere Kinder hatten vielleicht nicht den perfekten Start und die OPs sind auch ein Einschnitt, aber hilft es ihnen wirklich, wenn wir als Eltern uns ständig nach dem Warum fragen?
Ich hatte mich vor Emelies Geburt auch auf eine natürliche Geburt (die Große war ein Notkaiserschnitt) und auf eine schöne Stillzeit (hat bei der Großen auch nicht geklappt)gefreut. Die Geburt hatte ich, aber das mit dem Stillen...naja, war dann ja wohl nicht. Die Vorstellung nach einem perfekten Kind habe ich begraben.
Vielleicht haben wir auch gerade deshalb noch ein drittes Kind bekommen, damit ich mir den Traum eines perfekten Kindes erfüllen konnte (egoistisch, nicht wahr?). Wer weiß, welche meiner Drei letztendlich mein perfektes Kind ist, wahrscheinlich alle... :) .

Anonymous
12.03.2005, 10:39
Hallo Kirsten, :hallo:

doch, mir geht es auch manchmal so wie dir. :cry:
Vorallem wenn ich auf die Schwangerschaft und die ersten Monate mit Florian zurückdenke. Es war ein echt harter Kampf und ich beneidete Mütter, die ihr Kind mit mir gleichzeitig bekommen haben, und bei denne alles in Ordnung war.
Es gibt fast keinen Tag, wo ich mich immer noch frage, warum wir, warum passiert das uns gerade. Ich bin ein total sentimentaler Mensch und kann einfach noch nicht so drüber stehn.
Besonders schlimm wirds, wenn eine Bekannte ein Baby bekommt und die erzähl wie schön die heile Welt doch nicht ist! :(

Gabi und Lukas
12.03.2005, 10:47
Hallo Kirsten!
Ja, ich verstehe, was Du meinst. Dass ich vieles noch nicht so verarbeitet habe, wie ich es mir wünschen würde, merke ich zum Beispiel dann, wenn ich Mütter stillen sehe. Obwohl ich es jeder Mutter von Herzen gönne, dass sie ihr Kind problemlos stillen kann, versetzt es mir dovh jedesmal einen Stich, weil ich dann einfach wieder ins Grübeln komme...was hätte ich besser machen können, damit es vielleicht doch geklappt hätte...
Seit Lukas' Geburt bin ich jedesmal total ängstlich, wenn mir jemand von seiner Schwangerschaft erzählt...ich habe dann immer Bedenken, ob das Kind gesund zur Welt kommen wird. Wenn dann die Nachricht kommt, dass alles gut ging, bin ich jedesmal total erleichtert.
Grüße von Gabi

Tina & Andy
13.03.2005, 13:28
Huhu Kirsten :knuddel:
Naja ich muß sagen ich habe nie ein Prob mit Andys Spalte gehabt.Ich denke das es auch viel daran lag das ich stillen konnte.Und das er "nur" eine LKS hatte.Und auch bei mir kommt es ab und zu vor das ich kleine Kinder in Andys alter oder jünger anschaue und die süße nase bewundere obwohl Andys nase auch toll ist.Aber sie ist doch ganz anders.Aber andererseits unsere Kinder sind was ganz besonderes und dein No ist doch wirklich eine ganz ganz süße kleine Maus.

Irini und Georgios
21.03.2005, 19:29
Hallo Kirsten,
ich weiß wie das ist mir geht es immer so wenn wir besuch bekommen und ich sehe wie Problemlos deren kinder sind. Aber ich versuche positiv zu denken den immerhin ist er "gesund" und am Leben und das ist glaube ich das schönste

Julka
21.03.2005, 20:27
Es ist eben halt nur so, dass da in mir auch noch andere, offenbar noch nicht verarbeitete Gefühle sind - und dafür kann ich ja nix, ich find das auch nicht toll, das kannst Du mir glauben! Es ist wunderbar, dass das für Dich kein Thema ist. Vielleicht bin ich ja auch irgendwann mal soweit.

Ich kann mir gut vorstellen wie du dich fühlst. Ich habe so ähnlich gedacht, nur halt aus der Sicht einer betroffenen,habe mich immer gefragt warum gerade ich eine LKGS haben musste...habe auch noch heute so Phasen wo alles wieder hochkommt...Vertseht mich nicht falsch, aber ich hoffe wirklich, dass meine Kinder, wenn es denn soweit ist auf keinen Fall eine Spalte haben, weilich einfach nicht möchte, dass sie das erleben, was ich bis jetzt durchgemacht habe...

Michaela & Felix
22.03.2005, 07:36
Hallo Kirstin,

auch mir ist es unlängst so ergangen wie dir. Eine Freundin hatte vor ca. einem Monat einen gesunden Jungen geboren. Natürlich war auch bei mir die Freude groß, doch auch ich musste heulen - aus demselben Grund wie du! Ich hätte das nie für möglich gehalten, weil auch ich dachte, dass ich alles mit Felix so gut im Griff habe und auch alles verarbeitet habe. Aber ich glaube, dass man auch aus solchen Situationen dazulernt, stärker wird und bei einer neuerlichen Geburt einer Freundin besser damit umgehen kann. Mich freut es, dass du so offen über deine Gefühle schreibst und mir damit aus der Seele redest.

Liebe Grüße

Michaela

Kirstin
23.03.2005, 21:51
Hallo Kirsten, und hallo ihr anderen lieben,

vielleicht bin ich heute etwas rebellisch, natürlich kann ich die "Warum gerade ich- Frage" nachvollziehen, aber in Bezug auf ein Spaltenkind nicht wirklich. Denn Eure Kinder haben einfach "nur" eine Spalte! Sie lachen und weinen wie andere Kinder, sie spielen und wachsen auf mit ihren Geschwistern und Freunden. Und die Warum-Frage wird letztlich nicht geklärt werden, niemals! Egal zu welchem Thema! Also, von mir kommt zwar Verständnis, aber auch der liebevoll gemeinte Tipp, Euch "meinen" Spruch anzusehen, seitdem ich ihn mir verinnert habe, gibt es nur noch selten für mich Warum-Fragen.

Petra und Emelie
23.03.2005, 21:56
Hallo Kirstin!
Ich finde, das hast Du sehr treffend geschrieben. Vielen Dank!

Nicole und Julia
23.03.2005, 22:01
Mir geht es da genauso... hab ich ja schon geschrieben... es gibt viel schlimmeres auf dieser Welt als diese Spalte und ich bin dankbar das Jule sonst nichts hat, kein Syndrom, keinen Gendeffekt und einfach fit und mobil ist und die Spalte wird sie irgendwann auch für sich akzeptieren wenn sie alt genug ist (ich hoffe so wie du liebe Kirstin.... !!!)

Kirsten und Noel
23.03.2005, 22:55
Hallo liebe Kirstin und Ihr lieben anderen Leute,

erstmal bin ich ja froh, dass es andren auch noch so geht wie mir, sonst müsste ich mich ja echt für total selbstmitleidig und egoistisch halten...naja und diejenigen, die das anders sehen, kann ich nur daran erinnern, dass es da halt um Gefühle geht, die man nicht rational wegerklären kann, so funktioniert das leider nicht. Klar bin ich froh, dass Noel so ein pfiffiges, liebenswertes kleines Kerlchen ist, ´für dessen Probleme es angemessene Lösungen gibt...und klar gibt es Schlimmeres als eine LKGS, aber "da durch" muss er trotzdem, das wird ihn in schweren Zeiten sicher nicht so besonders trösten, dass andere viel schlimmer dran sind.
Aber eigentlich geht es hier (für mich) eben immer noch um die traumatische erste Zeit, die ich noch nicht verpackt habe, da bei uns eben einiges unglücklich gelaufen ist...das war bei vielen hier, wie ich weiss, besser.
Ich verstehe mich als zutiefst anthropologisch geprägte Mutter (Spötter sagen lieber "Öko" :wink: ), für mich war es immer sehr wichtig, in die natürlichen Abläufe rund um SS, Geburt und Säuglingszeit so wenig wie möglich einzugreifen. Meine Grossen wurden bis ins dritte Lebensjahr hinein gestillt, nach Bedarf, hatten viel Körperkontakt im Tragetuch, schliefen mit in unserem grossen Familienbett. Schon dass mein Ältester mit Notkaiserschnitt geholt werden musste, war eine schlimme Erfahrung für mich, danach lief einiges schief, und dass er dann überhaupt noch gestillt werden konnte, gleicht für mich (und unsere Hebamme) einem Wunder. Für Fionas und Noels Geburt fuhren wir extra von Düsseldorf nach Duisburg in ein Krankenhaus mit einer Entbindungsstation, die nach den Erkenntnissen von Leboyer arbeitet. Und dann liegst Du da erschöpft und wund, aber glücklich im gebärmutterrosa angemalten Entbindungsraum, voller Vorfreude darauf, Dein Kind auf dem Bauch liegen zu haben, zu sehen und zu fühlen, wie es, mit geschlossenen Augen noch, sofort die Brust zu erreichen versucht - und statt dessen wird es fortgetragen, in einen anderen Raum, noch bevor Du es auch nur ansehen konntest! Und wenn Du es dann, nach einer Ewigkeit, so scheint es, wiederbekommst, ist es sauber und ordentlich eingewickelt, die Käseschmiere ab, es wirkt fast steril und gar nicht wie Dein eigenes Kind,, und man hatte versucht, mit einer Stofffalte die Fehlbildung zu verdecken! Keiner redet mit einem, man hat nur eine unklare Vorstellung davon, was los ist,und liegt dann schliesslich ohne Baby in einem Rooming-In-Zimmer, wo andere Mütter gerade ihre Babies stillen. Dabei wollte ich doch ambulant entbinden und um die Zeit schon wieder zu Hause bei ´meiner Familie sein! Statt Bonding und Busenkuscheln und kleinen, leisen, Babygeräuschen ist da nur Angst und Leere, das Kind, das schon mal zur Sicherheit in die Kinderklinik gefahren wurde, und man selbst allein und leer hier, und null Vorstellung davon, wie es nun weitergehen würde. Dann die folgenden Wochen, in denen man Angst hat, das Baby würde verhungern, bis man endlich vom Haberman erfährt! Die bangen Nächte, das erschöpfte, immer mehr abnehmende, so tapfer sich abmühende Baby! Die Müdigkeit, wenn man nach dem Füttern (oder eben Nicht-Füttern) nachts noch an der Milchpumpe sitzt, wo man doch eigentlich, mit Nicht-Spaltbaby, gemütlich weiterdösend im warmem Bett stillen könnte! Die erste Zeit naxh Noels Geburt, das sind für mich kalte, leere Krankenhausflure, schmerzende, nutzlose Brüste, verwirrendes Fachchinesisch (was zum Teufel tun eigentlich Kieferchirurgen???) und wohlmeinende, aber hilflose Menschen um mich herum. Und das alles kommt eben wieder hoch, wenn ich von einer Geburt höre! Ich bin sicher, wenn die Begleitumstände besser sind, muss die Geburt eines Spaltkindes kein Trauma hinterlassen! Aber da hatten wir ein bisschen Pech....und dann weiterhin, wenn die Sorgen andrer Mütter sich darin erschöpfen, ne angenehme Spielgruppe zu finden, dann müssen wir nach Operateuren und Krankenhäusern suchen und auf das Nicht-schon-wieder-Platzen von OP-Terminen hoffen!! Alles nicht so wild, aber manchmal habe ich darauf ganz egoistisch einfach keinen Bock mehr, will ich auch ´lieber nach verschütteten Legosteinen suchen und nicht nach verschwundenen Gaumenplatten, würde ich mich auch lieber darüber austauschen, welchen Brei das Baby mag und nicht, welche Narbencreme besser ist, würde ich auch lieber zum Kinderturnen gehen als zur Logopädin!!! Hoffe Ihr versteht was ich meine?
Jetzt hab ich mal wieder Romane geschrieben und mich aufgeregt. Na was soll's, für die Psyche ist es ja gut, wenn-#s rauskommt, denkt Eure

Kirstin
23.03.2005, 23:06
Meine liebe Kirsten,

natürlich verstehe ich das, "die Nase voll haben" von Sachen die die Welt nicht braucht!" Und natürlich hast Du auch das Recht darüber traurig, wütend und verletzt zu sein. (Du kannst Dir denken, dass nun ein Aber kommt?) Aber ich habe etwas Sorge, das Noel Deine Verzweiflung irgendwann spüren wird, und sie auf sich übertragen wird, und dann ist alles was Du Deinem Kind Gutes tun willst nach hinten los gegangen. Ich kann das natürlich nicht beurteilen, Muttergefühle kenne ich nicht, aber ich weiss, dass ich Sorge habe um meine "Ersatzkinder" und es nicht ertragen könnte wenn ihnen etwas zustößt. Also, lad Deine Trauer ruhig hier ab, damit Du dann ganz frei sein kannst für Deine Kinder.
Zum Thema "Öko" kann ich nur sagen, versuche ich einen Mittelweg zu gehen. In vielem denke ich da glaube ich ähnlich wie Du, andererseits bin ich ganz die "Schulmedizinerin", und denke bin auch ohne Stillen groß geworden, ohne . wie ich meine, Schäden. Aber das ist echt meine ganz eigene Ansicht! Aber manchmal ist es vielleicht leichter Abstriche von Überzeugungen zu machen, als darunter zu leiden sie nicht wahrnehmen zu können.

Nicole und Julia
23.03.2005, 23:48
Huhu :knuddel: Kirsten...

mensch... das hört sich ja echt traumatisch an was du da erleben mußtest. Kann dich nun gut verstehen das du immer noch traurig bist. Wenn man zu hohe Ansprüche stellt, können die leider auch zu leicht enttäuscht werden, oder? Zu hoch meine ich mit ... der total natürlichen Geburt und das alles glatt laufen wird und das Stillen dann auch wunderbar klappt... (ist um gottes WIllen nicht böse gemeint) Ich bin von natur aus ein Skeptischer Mensch, auch wenn man mir das nicht direkt anmerkt. Lieber denke ich von vornerein das was nicht funktioniert und lasse mich dann positiv überraschen, vielleicht war für mich das ganze auch nicht so schlimm weil ich diesen hohen Anspruch von der Geburt gar nicht in mir hatte. Denn auch Julia wurde erst mal weggenommen nach der WasserGeburt, unters Sauerstoffzelt gelegt, weil sie eine Nabelschnurumschlingung während der Geburt hatte (mehrfach) .... und dann gewaschen und bekleidet mit Spalte zu mir in den Arm kam, nachdem mein Mann sie lange tragen durfte als ich genäht wurde.... ich will damit sagen, mir war es recht so wie es war, die Ärzte werden schon wissen warum sie es so und nicht anders machen, und es soll ja auch dem Kind zu gute kommen ! Was nutzt es mir wenn sie nach Luft keuchend mit schlechten Apgarwerten auf meinem Bauch liegt, nur damit ich dieses Geburtsgefühl habe wie bei Floh und Cecile damals auch. Nicht sonderlich viel wenn es ihrer Gesundheit schaden würde, oder?????

Also... danke doch den Ärtzen das sie gleich das Richtige für Noel Gesundheit getan haben und das es ihm deswegen vielleicht heute so gut geht.

Ich geh mit Jule auch zum KiTu... und vom Logopäden... da wart mal ab, vielleicht quatscht er dir in nem halben Jahr auch das Ohr ab und du brauchst das noch nicht mal in dem Maße wie du es dir heute vorstellst!

Also... ich hab mag Dich und versteh Dich :love: ... jetzt kommt zwar ein blöder Spruch... aber du weißt es auch " es hätte weit aus schlimmer kommen können!!!!"

Kirsten und Noel
24.03.2005, 09:21
Hi Nicole!
Ich verstehe genau, was Du meinst! Bloss...


Also... danke doch den Ärtzen das sie gleich das Richtige für Noel Gesundheit getan haben und das es ihm deswegen vielleicht heute so gut geht.



Der Punkt ist ja gerade, dass das alles gar nicht nötig gewesen wäre. Noel war fit, Apgar 10/10, die Geburt war super gelaufen. Er hatte gesundheitlich überhaupt keine Probleme! Sie haben ihn mir nur deshalb weggenommen, weil er eine Spalte hatte!! Mit Blaulicht in die Kinderklinik - und der Herzultraschall, der ja routinemässig bei Spaltkindern gemacht wird, wurde dann erst ZWEI (!!) Tage später gemacht!!
Und das in einer durchaus vernünftigen Klinik, mit der ich ansonsten total zufrieden war, mit Spitzenärzten etc....
Naja, es heisst ja, man soll über verschüttete Milch nicht weinen. Und das es schlimmer hätte kommen können, ist kein blöder Spruch, sondern wahr!! Da hast Du recht!
Viele Grüsse!!!!

Nicole und Julia
24.03.2005, 12:59
Ach so.... dann hab ich da was falsch verstanden... das war bei Jule leider anders. Sie hatte Apgar nur 5,8,10.... und blieb aber denn noch nach der ersten Beatmung und Absaugung bei mir auf Station, die ganzen 5 Tage, wir pumpten und stillten uns so durch die Wöchnerinnenstation, anfangs trank sie echt mikrik und die Schwestern hatten echt bange das sie auf die Kinderstation müsse, aber dann hat sie es geapckt und von da an war sie das braveste Baby auf Station (das ja bestimmt damals schon nicht sooo gut hörte und immmer brav schlief wenn alles jaulte und brüllte) :D Und ich war sehr froh das sie bei mir war!!!!!

Petra und Emelie
24.03.2005, 14:32
Hallo Kirsten!
Natürlich hast Du Recht, wenn Du wütend und traurig über die Abläufe nach Noels Geburt bist. Lina ist damals auch mit einem Notkaiserschnitt geboren worden. Da ich viel Blut verloren hatte und mir die Vollnarkose auch ordentlich zugesetzt hat, habe ich mein Baby auch erst abends um 19.00 Uhr (geboren um 10.13 Uhr) das erste Mal gesehen, da ich schlicht den ganzen Tag geschlafen habe. Es war schwieriger für mich eine Mutter-Kind-Bindung aufzubauen als nach den anderen Geburten.
Ich war damals auch traurig, vor allem da es mit dem Stillen nicht klappte.
Lina ist dann als Flaschenkind groß geworden. Sicher hätte ich sie gerne gestillt, aber es erzwingen...?
Du sagst, Dir wäre es auch lieber, über eine geeignete Kindergruppe oder Breikost zu diskutieren. Klar, aber das kannst Du doch auch. Du kannst auch mit Noel Kindergruppen besuchen und über seine Breigewohnheiten reden. Ich denke, im Moment reduzierst Du ihn doch sehr auf seine Spalte (ist absolut nicht böse gemeint!!!). Trau ihm doch zu ein ein gewöhnlicher Junge zu sein. Denke bitte nicht, daß ich die ganzen Infekte, die OPs, Logo und alles andere vergesse, aber die Zeit dazwischen ist ein Spaltkind doch ein ganz normales Kind.
Ich denke Kirstin, hat nicht unrecht, wenn sie sagt, das sich der ganze Frust auch auf die Kids überträgt.
Ich hoffe, Du verstehst einigermaßen, wie es meine. Es ist nicht böse gemeint, sondern einfach nur mein Standpunkt.

Anonymous
24.03.2005, 18:43
Hi Kirsten!

Es ist schon schlimm, was Du mit Noel erlebt hast. Und nicht nur in diesen Beiträgen, sondern im Prinzip in nahezu allen Beiträgen und Fragen hier im Forum insgesamt erkennt man, dass Du mit dieser Geschichte längs noch nicht fertig bist.

Im No's und in deinem Interesse sowie im Interesse seiner Geschwister, solltest Du aber den Abschluss finden. Du muss mit jemanden darüber sprechen, und zwar außerhalb der Virtualität, das Internet und dieses Forum alleine kann kein Ersatz dafür sein. Mag es eine Freundin sein, jemand den Du vertrauen kannst oder einen Seelsorger, den man Dir in einer guten Klinik hätte gleich nach der Geburt vorbei schicken müssen. Man kann sowas nicht immer alleine stemmen!

Es soll kein Vorwurf sein, aber Du machst es Noel im Augenblick für die Zukunft umso schwerer. Er ist doch ansonsten gesund und auf den Fotos kommt er doch aufgeweckt herüber :) Du kannst Dir sicher sein, dass er seinen Weg machen wird :gut: Du muss ihn aber die Chance dafür geben!

lg,
Ronaldo

Kirsten und Noel
24.03.2005, 20:10
Ihr lieben Leute!
Jetzt bin ich ja glatt noch ein klein wenig trauriger, wenn ich lese, wie Ihr mich einschätzt. Die Gefahr, dass ich Noel auf seine Spalte reduziere, besteht bei uns ganz gewiss nicht. Ich habe noch zwei andere Kinder, die meine Aufmerksamkeit einfordern ´- allein das hat schon zur Folge, dass sich gar nicht alles um die Spalte drehen KANN! Ausserdem sind wir eine vielseitig interessierte Familie mit erfülltem Leben, und wer uns kennengelernt hat, kann ja sehen, wie normal unser Alltag abläuft und dass ich sicher keinen Frust auf No übertrage!! Ich denke, ich kann MEINE Verarbeitung des Themas und SEINE Bedürfnisse ganz gut trennen - sonst wäre er sicher kein so fröhliches, angstfreies Kind!
Ich sehe halt nur keinen Sinn darin, meine Gefühle zu verdrängen (wie es fast alle meine Freundinnen und meine Familie von mir erwarten) und hatte gehofft, zumindest hier im Forum könnte ich auch ehrlich darüber sprechen, ohne dass sofort vermutet wird, dass ich einen Psychologen brauche oder mein KInd schädige. Ich denke, das Gegenteil ist der Fall.
Bitte im Gegenzug auch nicht böse sein, Ihr Lieben, ich verstehe Euren Standpunkt auch...also werde ich lieber nichts mehr zu diesem Thema posten, denn angeeckt bin ich mit meiner Art, damit umzugehen, im "realen" Leben (lieber Ronaldo) schon genug.
Es grüsst Euch

Tina & Andy
24.03.2005, 20:28
Hallo Kirsten
ich glaube nicht das das irgendjemand böse gemeint hat.Du sollst deine Gefühle nicht verdänken wir sind doch dafür da. :knuddel: Ich rede auch ständig von der spalte vom Andy.Aber ich habe lernen müßen das es genug menschen gibt die as nicht verstehen.Es ist nun mal Sch*** wenn die Family mitglieder das nicht verstehen.Erst vor einigen tagen sagte meine Schwägerin "mensch das du ständig hier in das Forum mußt(war wo sie kam gerade noch drin!!!) hast du keine anderen Sorgen".Ich bin so froh das ich diese Forum habe hier kan ich überalles reden.Und das tut sooooooo gut.
Ach ja das mit dem Herzultraschall das interssiert mich jetzt mal.Der muß bei allen Spaltkinder nach Geburt gemacht werden?Echt?
Hm naja okay bei Andy wurde der auch gemacht.Ähnlich wie bei dir er kam ja in der Nacht zum Karfreitag(2,25Uhr) an und am Di ist es dann gemacht worden.Aber mir wurde es im KH so erklärt das es nicht nötig wäre aber naja sie könnte es ja mal machen.Seltsam....

sweetcandy84
24.03.2005, 20:44
also bei uns wurde gar keine herz untersuchung gemacht, obwohl ihre herztöne bei der geburt auf 60 runter gingen.. auch keine besondere blut untersuchung oder ähnliches. sie wurde behandelt wie jedes andere baby auch. nur, dass sie eben direkt eine trinkplatte bekam und einen anderen sauger...

Kirsten und Noel
24.03.2005, 21:25
Hi Tina
danke schön :flower: für Deine lieben Worte...das tut gut! War wirklich ein kleines bisschen deprimiert eben...
Zum Herz-Ultraschall: keine Ahnung, ob der vorgeschrieben ist, aber die meisten Spaltzentren empfehlen den wohl vorsichtshalber, weil es eine ganze Anzahl (über 400) verschiedener, nicht immer leicht zu diagnostizierender Syndrome gibt, in deren Zusammenhang Spalten und eben auch andere Fehlbildungen, wie z.B. der Nieren oder des Herzens auftreten. Wenn es dann Auffälligkeiten bei den inneren Organen gibt, kann erstens schnell gehandelt werden und zweitens kann das spezifischen Syndrom , falls eins vorliegt, leichter erkannt werden.
Noels US war übrigens unauffällig bis auf ein foramen ovale, ein Loch in der Vorhofscheidewand, das alle Föten haben und das dazu dient, den Lungenkreislauf zu umgehen, solange das Kind noch im Mutterleib ist. Es verschliesst sich normalerweise unmittelbar nach der Geburt, oder im Laufe des ersten Lebensjahres, weshalb wir auch demnächst nochmal zum Herz-US müssen, um zu sehen, ob es sich geschlossen hat... wenn nicht, wär das auch nicht weiter schlimm, es sei denn, Noel will später mal tauchen, denn unter Wasser funktioniert der Druckausgleich in der Herzkammer dann anders...was es nicht alles gibt, gell?
Liebe Grüsse von

Gabi und Lukas
24.03.2005, 22:21
Hallo, Ihr alle, jetzt muss ich dann doch noch mal meinen Senf dazugeben!
Ich habe das Gefühl, dass Kirsten und ich uns ziemlich ähnlich sind. Gewisse Dinge liefen nach Lukas' Geburt ja auch nicht optimal, und ich glaube nicht, dass ich jemals in meinem Leben den Punkt erreichen werde, wo ich völlig gelassen darüber denke. Ich bin nunmal so ein Typ, der viel über Dinge nachdenkt, auch wenn man sie nicht mehr ändern kann. Das heißt aber nicht, dass ich deswegen ständig deprimiert oder traurig bin, ich glaube auch nicht, dass sich das in irgendeiner Weise auf die Kinder auswirkt.
Ich schätze, dass Kirsten da ähnlich veranlagt ist wie ich, nur kommt bei ihr noch dazu, dass sie sich sehr gut ausdrücken und mitteilen kann. Aber bestimmt ist sie kein Mensch, der deswegen ständig Trübsal bläst.
Grüße von Gabi

Doreen mit Elisei
24.03.2005, 22:26
Hallo Kirsten, nun schalte ich mich doch noch ein. hatte ja bisher nur mitgelesen.
Aber nun will ich doch mal erzählen, wie es bei uns war.
Die Entbindung von Naima war auch so ein Fiasko, Notkaiserschnitt und keiner wußte hinterher angeblich, wie es meiner Tochter ging, noch sonst irgendwas. Dann kam die Kinderärztin mit naima im Bettchen angeschoben, warf uns die Begriffe Trisomie 21 und Down Syndrom an den Kopf und schon war sie wieder weg. In uns voll das Chaos und qwir wurden total allein gelassen :cry:
Als ich mit Eli schwanger war, dachte ich, ok, DS haben wir, was soll uns sonst noch passieren...
Und dann in der 23. Woche der Verdacht auf doppelte LKGS, der ein paar Tage später zumindest bis LK bestätigt wurde (gaumen kann ja keiner sehen). Ich hab mich gefühlt, wie nach Naimas Entbindung, grässlich...
Ich kann es sooooooooooo gut nachfühlen, Kirsten, mir ging es ganz genauso und teilweise immer noch, nur dass ich weniger in Tränen ausbreche. Aber ich bin jedesmal wieder erstaunt, dass anscheinend alle Anderen Kinder ohne besonderheiten kriegen. Und in den Momenten kommen auch bei mir die unguten erinnerungen. Auch wenn ich sonst bestimmt keine probleme mit Eliseis Spalte habe und mich freue, dass er sich so normal entwickelt und ich auch über den ganz normalen Babykram mitreden kann.

Anonymous
24.03.2005, 23:20
Hallo Kirsten!

Ist natürlich sehr bedenklich und traurig wenn dein gesamtes Umfeld sich nicht in der Lage sieht, Dir in irgendeiner Weise zu helfen. Bezeichnend deine Worte, dass Du mit diesem Thema überall anzuecken scheinst. Meinst Du aber nicht Doch dass Du es auf einer gewissen Weise verdrängst, wenn Du in der Realität keinen damit konfrontieren kannst? Und Du denkst das Forum alleine kann Dir helfen? Du kannst hier ordentlich Dampf ablassen, das ist kein Problem, wir hören Dir gerne zu und können Dich für den Moment aufrichten, aber Du siehst, das wir bei diesem Thema an Grenzen stossen, wo wir Dir keinen wirklich guten Rat mehr geben können.

Ich sage ja nicht, dass Du einen Psychologen brauchst. Denn Seelsorger ist nicht gleich Psychologe. Du brauchst aber jemanden, der Dir zuhört und Dir wirklich Rat geben kann.

Ist alles absolut nicht böse gemeint, was ich hier schreibe. Wenn Du hier einen harten Unterton bemerken solltest, nimm Dir das nicht so zu Herzen, bedenke dass ich aus der Sicht eines Selbstbetroffenen schreibe und entsprechend eigene Erfahrungen mit einbringen muss - was halt in gewisser Weise auch erwartet wird wenn ich mich nicht irre. Nichts ist härter für ein Kind wenn man sich damit beschäftigen muss warum sich die eigene Mutter im Stillen doch die W-Frage stellt und dadurch sich selbst unter Druck setzt. Noel ist noch viel zu klein um das zu verstehen. Aber irgendwann spürt man das. Und dann ist es schwer, selber fröhlich zu bleiben. Ist zwar sehr hart ausgedrückt, nimm Dir das aber bitte nicht zu Herzen, sondern betrachte es nur als kleinen Denkanstoss.

lg,
Ronaldo

Kirsten und Noel
24.03.2005, 23:36
Hallo Ronaldo,

keine Angst, ich versteh' Dich schon richtig - find es ja prima, dass Du mir helfen willst...allerdings find ich es schon witzig, dass Du denkst, ich verdränge da etwas---DAS hat mir in dem Zusammenhang echt noch keiner gesagt *ggg*. Nee, aber im Ernst: konfrontiert hab ich meine Umwelt ohne Ende. Da kam halt nur nie was zurück, bzw. höchstens der denzente Hinweis, dass es jetzt mal an der Zeit sei, "das Ganze" zu vergessen...
@Gabi und Doreen: danke für Eure Worte, ich hatte bisher auch immer das Gefühl, dass Ihr (und die meisten anderen hier) verstehen, wie ich mich fühle, darum bin ich ja auch so gern hier :) Übrigens liebe Gabi, es muss nicht unbedingt ein Segen sein, wenn man sich passabel ausdrücken kann, denn so sind einem selbst auch Dinge klarer, die man vielleicht manchmal lieber etwas verschwommener sehen würde ....hihi...aber trotzdem danke für die :blume: :flower:
Eure jetzt schon wieder total abgeregte

Anonymous
25.03.2005, 00:18
Hi Kirsten!

Das Verdrängen passiert im Unterbewußtsein, wenn das erstmal stattfindet dann kannst Du das nicht mehr ohne weiteres beeinflussen.

Im Prinzip ist das alles nichts anderes als wenn man sich beispielsweise in einer Phase befindet, in der man selbst schwer erkrankt ist und dagegen in einer langen, recht schwer verdaulichen Therapie angehen muss, bei der man selbst sämtliche Kräfte schwinden. In diesen Zeiten findet man heraus, wer deine wahren Freunde sind, auf wen Du zählen kannst und auf wen nicht.

konfrontiert hab ich meine Umwelt ohne Ende. Da kam halt nur nie was zurück, bzw. höchstens der denzente Hinweis, dass es jetzt mal an der Zeit sei, "das Ganze" zu vergessen...

dann würde ich mich an deiner Stelle fragen, sind das noch wirklich meine Freunde? Nebenbei gefragt - wie reagieren sie auf Noel? Keiner kann von Dir verlangen, das einfach so vergessen (= zu verdrängen) ohne dass man zumindest mal angehört wird. Oder anders rum gesagt, musst Du sinngemäß fragen: "Hey, wenn ich das vergessen soll, warum hilfst Du mir nicht ein klein wenig dabei?" Wenn da nur ein Achselzucken zurückkommt, weisst Du im Grunde bescheid. Echte Freunde weichen Dir nicht aus. Die Erfahrung mache ich (hat nichts mit der Spalte zu tun) - gerade jetzt - wieder und wieder. Auch wenn ich es Ihnen auch nicht gerade einfach mache.

lg,
Ronaldo

blondi
25.03.2005, 13:52
Hallo ihr Lieben,

jetzt melde ich mich auch nochmal zu Wort.
Ich werde versuchen die zahlreichen Gedanken,die mir momentan zu diesem Thread durch den Kopf gehen halbwegs zu sortieren und versuchen mich verständlich auszudrücken....

Argh,weiß jetzt gar nicht wo ich anfangen soll.

Zu allererst fand ich die Beiträge von dir,Ronaldo zum Teil schon ein bisschen heftig,wenn ich das so sagen darf. Klar,mit manchen Sachen stimm ich schon überein....

Im No's und in deinem Interesse sowie im Interesse seiner Geschwister, solltest Du aber den Abschluss finden. Du muss mit jemanden darüber sprechen, und zwar außerhalb der Virtualität,...Mag es eine Freundin sein, jemand den Du vertrauen kannst oder einen Seelsorger, .....Man kann sowas nicht immer alleine stemmen!


Ich weiß nicht ob man unbedingt den Abschluss finden muss,bzw ob das jetzt überhaupt schon möglich ist...??!
Zb. ich,ich kann von mir nicht behaupten schon den "Abschluss" gefunden zu haben.Wenn man noch ständig konfrontiert wird mit OP's, Arztterminen,z.Teil Beleidigungen(wobei die bei mir zum Glück grad nicht mehr kommen) Dann KANN man damit gar nicht abschließen.
Die LKGS gehört einfach zu uns, zu euren Kids,damit wird man nie abschließen können... Sie ist ja schließlich ein "Teil von uns"

Klar,es ist super wichtig für den kleinen süßen,dass du,Kirsten dann voll und ganz hinter ihm stehst (was ich ja auch gar nicht anzweifel) Das ist wirklich das A und O. Es ist nunmal so,dass er einige OP's noch vor sich hat und Beleidigungen etc werden wahrscheinlich,so weh es mir tut,auch für ihn nicht ausbleiben,aber wenn du an seiner Seite bist,immer ein offenes Ohr für ihn hast,mit ihm darüber reden kannst dann wird er das auch packen. (ich nehm mich jetzt hier mal als beispiel,ich kann immer zu meiner mum/dad kommen u.sie begleiten mich jetzt auch noch zu jeder op etc.Das ist sooo super wichtig (für mich) !!)

So,dann das nächste worüber ich mich ein bisschen aufgeregt habe:
Ronaldo hat geschrieben:

Ist natürlich sehr bedenklich und traurig wenn dein gesamtes Umfeld sich nicht in der Lage sieht, Dir in irgendeiner Weise zu helfen.....
Meinst Du aber nicht Doch dass Du es auf einer gewissen
Weise verdrängst, wenn Du in der Realität keinen damit konfrontieren kannst?

Also ich KANN auch nicht mit jedem darüber reden, bzw mir fällt es heute (nach 21) Jahren IMMER NOCH schwer darüber zu reden und ich fang dann an zu schlucken und weiß nicht wie ich mich richtig ausdrücken soll,
weil man einfach so oft damit angeeckt ist und so viel negative Erfahrungen gemacht hat.. und ganz ehrlich,ich glaub nicht,Ronaldo dass es für dich immer einfach war darüber zu reden.Wenn eine Beleidigung kam,dann dort passend zu reagieren....

Desweiteren wissen viele Leute auch nicht wie sie darauf reagieren sollen. Klar manche sind dann gleich ganz einfühlsam und können nachvollziehen wie es ist mit den ganzen OP's etc,aber für manche ist das einfach "nur eine Behinderung von vielen" (<--danke bene *g ) und sie können sich nicht hinein versetzen (ich hab z.b auch eine Freundin,die weiß das alles,aber so richtig was gesagt hat sie dazu auch noch nie,weil es einfach ihre art ist,weil sie nicht weiß was sie dazu sagen soll...) Klar es gibt weitaus schlimmeres,das zweifel ich ja auch gar nicht an....

So ich hoffe es war nicht allzu wirr,

so abschießend möcht ich aber auch noch sagen (und da stimm ich dir dann zu,lieber Ronaldo) dass man echt gucken muss seine Kinder soweit wie möglich "normal" aufwachsen zu lassen...in einen "Normalen" Kiga,Schule etc... einen "normalen" Umgang (argh,ich hasse das Wort "normal"...was ist schon normal?!?)
Hier noch ein beispiel von mir, meine Eltern waren am Anfang schon geschockt (zumal sie es ja vorher auch nicht wussten etc..) aber sie haben mich dann so akzeptiert wie ich bin...
Sie waren zum Beispiel mit mir noch vor dem Verschluss mit ihrem VW-Bussle im Urlaub....Klar,meine mum hat mir auch erzählt,dass viele komische Blicke in den Kinderwagen geworfen wurden,aber sie liebt mich so wie ich bin...und ich glaub dass aus mir was ganz ordentliches geworden ist :D

Also liebe Kirsten,ich kann wirklich nachvollziehen wie du dich fühlst...
:knuddel:

Liebe Grüße und frohe Ostern :)

Marion
25.03.2005, 17:54
So, ich möchte auch noch was zu diesem interessanten und unumgänglichen Thema sagen.
Ich bin Marion ,29, mit einseitiger Lippenspalte geboren und befasse mich seit ca. 16 Jahren intensiv , unbewußt und bewußt, mit dem Thema Spalte :wink: .
Meine Eltern haben dieses Thema mir gegenüber bagatellisiert. Ich habe aber herausgefunden, daß sie es deßhalb verharmlost haben, weil sie nicht wußten, wie sie damit umgehen sollten, weil sie riesige Angst davor hatten.
Also , meine Probleme mit der Spalte wurden von meinen ELtern einfach nicht ERNST genommen und so habe ich sie verschwiegen und so getan, als wenn niemand mich hänseln würde und als ob mich der Blick in den Spiegel nicht sehr traurig macht.
Willkommen in der Verdrängung : so fängt es an. Man nennt das wohl Übertragung und ich konnte mich nicht dagegen wehren, da mir die Verdrängung nicht bewußt war.

Ich verstehe nicht , warum Kirstens Bedürfnis, sich die Traurigkeit von der Seele zu schreiben hier in einem Lippen-Kiefer-Gaumenspalten-Forum nicht akzeptiert wird. Was soll ihr denn ein Seelsorger bei diesen spezifischen Sorgen helfen, wie es Ronaldo vorgeschlagen hat?!
Ich finde, Kirsten lebt absolut in der Realität und Noel kann froh sein, daß sie jetzt schonungslos und vorbildlich versucht, sich mit negativen Gefühlen auseinanderzusetzen. So schiebt sie diese Gefühle, die sie ja nun mal hat ( Realität!) nicht bewußt oder unbewußt vor sich her und Noel muß sie dann in ca. 12, 13 Jahren nicht alleine angehen.

Ich habe wegen Depressionen zwei Therapien gemacht, die sieben Jahre dauerten und mir wenig gebracht haben.
Seit ein paar Jahren besuche ich Seminare der Wolfgang-Rosenthal Gesellschaft und kann sagen, daß sie mich nicht erlöst haben, aber sie haben mir reale Mittel in die Hand gegeben, mit den Problemen , die ich mit meiner Spalte HABE und wohl immer HABEN WERDE umzugehen. Ich bin seitdem viel entspannter, habe viel Trost und Verständnis erfahren von den anderen Teilnehmern und kann nun auch viel Mitgefühl für andere Leute in Nöten aufbringen.
Nicht das ich jetzt mein halbes Gehalt wegspende, aber ich habe Trost gefunden, den ich , wenn es nötig ist, weitergeben kann und eventuell ist es das , was einigen Leuten hier fehlt.

:schlaume: :)

Anonymous
25.03.2005, 18:04
Hi Anna!

Es ist in der Tat ein hochsensibles Thema und ich wenn ich darüber nachdenke, muss ich ehrlich zugeben, dass ich selber "gut reden habe", schliesslich ist alles super zu Ende gegangen und so kann ich von mir behaupten, dass ich fertig bin und den Leidensdruck sowie den Druck weiterer Eingriffe machen zu müssen nicht mehr habe. Der letzte Eingriff, der vielleicht noch hinzukäme, wäre der erste, an den ich wirklich ohne Magenschmerzen herangehen würde.

Für Dich Anna und alle anderen Selbstbetroffenden, die noch vieles vor sich haben, kann es nicht abgeschlossen sein solange noch einiges gemacht werden muss oder wenn man selbst mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist. Ab dem Schuleintrittsalter spielt der psychische Leidensdruck bei den Korrektur-OP's eine entscheidende Rolle.

Die LKGS gehört einfach zu uns, zu euren Kids,damit wird man nie abschließen können... Sie ist ja schließlich ein "Teil von uns"

letzteres stimme ich Dir zu, die LKGS ist ein Teil von uns. Aber ich finde es nicht richtig zu sagen "man kann nie damit abschliessen" - damit schlägt man sich doch selber Türen zu und macht es sich bzw. dem Kind nur noch schwerer. Das kann es doch nicht sein. Du kannst Dir doch nicht für den Rest des Lebens die W-Frage stellen, damit macht man sich erst recht unglücklich.

Erstmal dahin zu kommen es zu verarbeiten ist super schwer und man muss das hauptsächlich mit sich selber ausmachen, da kann uns keiner helfen. Aber man kann sich von außen dazu anstossen lassen. Ich selber habe auch zwei Jahre gebraucht um gedanklich dahin zu kommen wo ich jetzt stehe.

Die OP's sind das eine, die sollen dafür sorgen, dass man nicht mehr angestarrt wird - aber wenn Du es im Kopf verarbeitet hast sieht man erst, wieviele Türen einem offen stehen. Und dann merkst Du von selber, dass die Spalte nicht mehr wichtig ist, und das ist ein verdammt gutes Gefühl. Das Selbstbewußtsein kommt dann von alleine.

Stichwort Hänseleien: Vielleicht habe ich einfach nur Glück gehabt, denn wenn ich gehänselt wurde, dann weil ich früher ein paar Pfunde zuviel hatte (das tat mehr weh!!!) und weniger der Spalte wegen - und wenn da was gekommen ist, kam meistens eine Entschuldigung hinterher.

Ich kann ohne zu schlucken über die Spalte reden - weil es nur ein Kapitel von vielen und für mich jetzt nur eine Nebensache ist. Es gibt aktuell viel wichtigeres in meinem Leben, um das ich mir Sorgen machen muss.

lg,
Ronaldo

Marion
25.03.2005, 18:35
Hi Anna!

Es ist in der Tat ein hochsensibles Thema und ich wenn ich darüber nachdenke, muss ich ehrlich zugeben, dass ich selber "gut reden habe", schliesslich ist alles super zu Ende gegangen und so kann ich von mir behaupten, dass ich fertig bin und den Leidensdruck sowie den Druck weiterer Eingriffe machen zu müssen nicht mehr habe.

Für Dich Anna und alle anderen Selbstbetroffenden, die noch vieles vor sich haben, kann es nicht abgeschlossen sein solange noch einiges gemacht werden muss oder wenn man selbst mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist.

letzteres stimme ich Dir zu, die LKGS ist ein Teil von uns. Aber ich finde es nicht richtig zu sagen "man kann nie damit abschliessen" - damit schlägt man sich doch selber Türen zu und macht es sich bzw. dem Kind nur noch schwerer. Das kann es doch nicht sein. Du kannst Dir doch nicht für den Rest des Lebens die W-Frage stellen, damit macht man sich erst recht unglücklich.



Die OP's sind das eine, die sollen dafür sorgen, dass man nicht mehr angestarrt wird - aber wenn Du es im Kopf verarbeitet hast sieht man erst, wieviele Türen einem offen stehen. Und dann merkst Du von selber, dass die Spalte nicht mehr wichtig ist, und das ist ein verdammt gutes Gefühl. Das Selbstbewußtsein kommt dann von alleine.

Ronaldo

Du selber , Ronaldo, bist also mit Deinen OP-Ergebnissen sehr zufrieden, hast es deswegen oder auch schon vorher "im Kopf verarbeitet" und verlangst von allen die aus welchen Gründen auch immer mit Ihrem Ergebnis nicht zufrieden sind, zu sagen: gut, ich bin nicht zufrieden, aber ich will trotzdem meinen gedanklichen Abschluß mit dem Thema machen, evtl. Hänseleien und persönliche Unzufriedenheiten werden von nun kein großes Thema mehr sein.
Ich finde , daß ist sehr widersprüchlich und anmaßend, was Du da schreibst. Du hast recht , daß das mit der abgeschlossenen Verarbeitung ein wünschenswerter Zustand ist, Du schreibst aber nicht wie das gehen soll. Hier im LKG-Forum ist es ja schon mal schwierig , sich mit negativen Gefühlen auseinanderzusetztn , nicht zuletzt wegen Dir.
Bist Du also zu einem Seelsorger gegangen , ist es das?

Wundert sich,
Marion

Nicole und Julia
25.03.2005, 19:58
Hallo Marion...

also ich kann nicht sagen das wir hier nicht über Kirsten Gefühle und die damit verbundenen Reaktionen diskutieren wollen. Da hast du das alles vielleicht ein wenig falsch verstanden. Es haben halt einige geschrieben das die Spalte des Kindes sie mehr oder weniger immer noch trauig stimmt. Keiner hier greift Kirsten an, jeder versteht sie irgendwo doch es sind halt nicht alle Menschen gleich. Für mich ist das Thema auch immer noch sehr aktuell, obwohl alles mit Jule so gut läuft und ich mache mir meine Sorgen, bin deswegen aber über die Geburt und so wie Jule auf die Welt gekommen ist nicht mehr groß traurig. Es ist wie es ist und man muß nun alles dran setzten das beste draus zu machen. Während der SS war ich oft traurig und fragte mich warum, was hab ich flasch gemacht, mein Mann lerhte mich das siese Fragen nix bringen, sondern das man nun in die Zukunft blicken sollte und sich bemühen muß alles dran zu setzen um das Beste Ergebnis zu erziehlen.

Darum schreibt hier halt jeder nun seine Meinung, aber keiner will seine Meinung aufzwingen, also kann man hier doch sehr wohl vernünftig diskutieren finde ich....oder sehe ich das so falsch Kirsten?????


Findest du das wir dich angreifen oder verletzten, nur weil du vielleicht die Spalte hier öfter zu einem druchaus interessantem Thema, bzw Beitrag machst??? Mir fällt zzt nicht so viel ein was einen neuen Beitrag wert wäre und darum bin ich Kirsten zum Teil echt dankbar das sie sich so viele Gedanken macht und mich damit auch ab und an wieder wachrüttelt.... wie gesagt, wir haben kaum Probleme und darum bin ich froh, darum hab ich zzt auch keinen Grund immer noch traurig zu sein. Wenn die Zahnbehandlug anfängt kann das alles schon wieder anders aussehen!!!!

Außerdem schreibt Ronaldo das so gar nicht, das wenn man nicht zufrieden ist das man dann torztem damit abschließen soll... er sagt nur das wer zufrieden und fertig ist gut dran tut das Kapitel abzuschließen damit für ihn wieder andere Dinge wichtig werden, oder hab ich das jetzt falsch verstanden Ronaldo??? Ist doch gut wenn man als Betroffener so denkt und ich hoffe das meine Tochter auch mal so denken wird!!!!


Hoffe ich spreche da vielen aus der Seele, das die Diskussionen hier möglich sind und meist auch sehr zivilisiert geführt werden!

Anonymous
25.03.2005, 20:20
und verlangst von allen die aus welchen Gründen auch immer mit Ihrem Ergebnis nicht zufrieden sind, zu sagen: gut, ich bin nicht zufrieden, aber ich will trotzdem meinen gedanklichen Abschluß mit dem Thema machen, evtl. Hänseleien und persönliche Unzufriedenheiten werden von nun kein großes Thema mehr sein.

Das habe ich so nicht behauptet. Das so zu sagen, steht mir nicht zu. Erst recht, wenn man sich mal beispielsweise Julkas Geschichte durchliest.

Du hast recht , daß das mit der abgeschlossenen Verarbeitung ein wünschenswerter Zustand ist, Du schreibst aber nicht wie das gehen soll.

Weil ich das mit Worten kaum beschreiben kann. Grob umrissen muss man sich halt nur fragen, wo stehe ich, was ist das Problem, wie kann ich es am besten lösen. Man darf seine Schwächen nicht in den Vordergrund stellen, sondern muss mit seinen Stärken arbeiten. Ich habe jahrelang meine Schwächen herangezogen und mich verkrochen, anstatt die Probleme mal richtig anzupacken. Um das zu begreifen, bedurfte es einen kräftigen Tritt in den Allerwertesten von einem guten Freund - kein Seelsorger. Bei mir war es nicht die Spalte bzw. war nur ein geringer Teil des ganzen, aber das Ergebnis läßt sich ohne weiteres auf die Spalte übertragen: Die Spalte ist ein Teil von mir aber ich bin nicht Teil der Spalte. Die Spalte ist nicht der Mittelpunkt meines Lebens.

Hier im LKG-Forum ist es ja schon mal schwierig , sich mit negativen Gefühlen auseinanderzusetztn , nicht zuletzt wegen Dir.

Hört sich ja an als ob ich hier schon sonst was verbrochen hätte, nenn mir bitte ein paar Beispiele.

lg,
Ronaldo

Kirsten und Noel
25.03.2005, 23:11
Oje Ihr Lieben,
jetzt kriegen sich hier noch alle wegen eines Beitrags von mir in die Wolle...das wollte ich sicher nicht. :oops:
Also: zunächst mal danke an ALLE, die meine Gefühle verstehen und das hier auch so nett gepostet haben. Das allein baut mich schon tierisch auf!
Angegriffen fühle ich mich aber auch überhaupt nicht - höchstens zum Teil unverstanden, aber es muss ja auch nicht immer jeder alles nachvollziehen können...und ich muss zugeben, dass ich mir dann auch umgekehrt oft denke (aber nicht so laut sage :wink: ), dass vielleicht manche von denen, die "das Thema" eigentlich für sich abgeschlossen haben, in Wirklichkeit die sind, die sich was vormachen *ggg* Es geht wohl wirklich jeder anders damit um.
Bloss denke ich, wie Marion, dass WENN es einen geeigneten Ort gibt, um diese Traurigkeit offen zu zeigen, müsste der ja wohl HIER sein - wo sonst....? Darum habe ich beschlossen, das auch weiterhin zu tun, denn so richtig bergauf mit mir und Noel ging es wirklich erst, als ich diese Forum gefunden hatte. Muss man echt mal so krass sagen.
Komischerweise sind es auch gar nicht die kommenden Dinge, die mich traurig machen - da habe ich irgendwie die Gewissheit, dass wir das schon meistern werden. Es geht vielmehr um die verpasste erste, zauberhafte Neugeborenenzeit mit No, die bitteren Gefühle, die ich ihm gegenüber habe. Tatsächlich liebe ich ihn inzwischen beinah am meisten von meinen drei Kindern (nicht weitersagen!), aber diese gute und enge Bindung musste ich mir sehr hart erarbeiten, und das Verpasste lässt sich auch niemals wirklich nachholen, so wie die Schädigung des Schädelaufbaus auch nie wirklich ungeschehen gemacht werden kann...
Nach dem Tod meiner Mutter wurde mir auch irgendwann nahegelegt, damit abzuschliessen. Aber wie kann ich jemals wirklich damit abschliessen, dass sie nicht mehr da ist, wo doch kein Tag vergeht, an dem ich sie nicht vermisse? Anna und die anderen haben es ja schon treffend beschrieben - ich bin der Überzeugung, dass man Dinge nur überwindet, indem man sie vollkommen annimmt. Dazu gehört auch und gerade das Auseinadersetzne mit negativen Emotionen, undmit der Zeit wird die Bitterkeit immer weniger und flackert nur noch ab und zu auf. So ist es mir mit vielem schon gegangen, bloss war es da immer leichter, jemanden zu finden, bei dem man sich's von der Seele reden kann...aber versucht mal Unbedarften klarzumachen, wie es dazu kommt, dass man ein so seelenloses Gerät wie eine elektrische Milchpumpe so hassen kann, dass man am liebsten mit nem Schaufelradbagger drüberfahren würde :)
Zum Schluss noch 'ne kleine Anekdote. Ich war vorgestern mit den Kindern im Düsseldorfer Südpark, DEM Treffpunkt für Familien, und machte Noels Fläschchen fertig, während die Grossen im Sand spielen. Da fängt die ältere Frau, die am Tisch gegenüber sitzt, plötzlich an zu weinen, wischt sich dann die Tränen ab und setzt sich zu mir mit den Worten - "Entschuldigung, aber mein Enkel kam vor 6 Jahren mit Pierre Robin Sequenz zur Welt und als ich Ihren Haberman-Sauger sah, musste ich wieder dran denken, wie schlimm die erste Zeit war!"
(Ihren Enkel konnte ich leider nicht kennenlernen, da er in Bremerhaven lebt...)
Viele österliche Grüsse von
Kirsten
P.S. David (4) beschreibt Ostern: "Da ist der Jesus gestorben und da sind dann diese...Jüngeren gekommen und haben ihn einfach begraben! Und er ist wieder aufgestanden!"

Anonymous
26.03.2005, 01:10
Um gottes willen, der Verlust eines lieben Menschen sollte nicht mit der LKGS verglichen werden :( beides sind völlig verschiedene Paar Schuhe ..... das muss ich doch nicht weiter ausführen :?

Ich bin normalerweise gegen sowas aber ich denke es ist besser wenn in diesem Fall das Thema beendet wird. Wir werden hier zu keiner Lösung kommen - weil es für sowas keine Patentlösung gibt.

lg,
Ronaldo

Kirsten und Noel
26.03.2005, 10:38
Hallo Ronaldo,
eins muss ich noch schnell klarstellen, dann können wir diesen Thread gerne abschliessen!
ich habe nicht den Tod meiner Mutter mit Noels LKGS verglichen, sondern die Reaktionen der Leute auf die Gefühle, die ich nach beiden Ereignissen hatte. Das ist schon ein Unterschied!
Ausserdem geht es mir doch gar nicht darum, eine Lösung zu finden - wofür eine Lösung? - sondern einfach darum, in geschütztem Rahmen Gefühle zu äussern, darüber nachzudenken und sie damit letztendlich irgendwann loszulassen.
Liebe Grüsse von