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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ansichten und Vorurteile gegenüber Ärzte


Anonymous
08.03.2005, 18:56
(Für mich sind Ärzte nur ehemalige Studenten . . . und was "man" so von Studenten hält . . . . ;-) )

Hallo Gerda,

sorry aber das ist eine äußerst bedenkliche Aussage. :? Mit dieser Einstellung einem Arzt entgegenzutreten macht die Sache von vorderrein schon nicht leichter. Weder für Dich, noch deinem Kind im besonderen noch für den Arzt selber.

Es gibt sicherlich schwarze Schafe unter den Ärzten. Aber alle damit über einen Kamm zu scheren finde ich nicht in Ordnung. Sie haben ein anstrengendes und sehr langes Studium sowie eine lange Facharzt-Ausbildung hinter sich, vorallem unsere Spaltchirurgen, die zweigleisig gefahren sind (Human + Zahnmedizin). Je nach Fachgebiet haben sie eine immens grosse Verantwortung und sie haben sich mit ihrer Approbation dazu verpflichtet, jedem Menschen zu helfen. Versetzt Euch mal in die Lage des Arztes, wenn er über den nächsten Behandlungsschritt eurer Kinder entscheiden und entsprechend die Konsequenzen verantworten muss.

Mit dem Arzt soll und muss man kontrovers diskutieren können (ich musste das auch erstmal lernen und das ist nicht allzu lange her!) aber man muss den Ärzten zumindest mit einem Mindestmaß an Respekt entgegentreten, und das tut man anscheinend nicht wenn man in den Ärzten nur "ehemalige Studenten" mit den dazugehörigen Vorurteilen sieht. :roll:

Ist zwar Offtopic, aber das musste mal gesagt werden. Als (Ex- und möglicherweise bald Wieder-)Student stößt mir das schon sauer auf.

lg,
Ronaldo

Kirsten und Noel
08.03.2005, 23:23
Hallo Ronaldo,

nur ruhig Blut! :yingyang: Ich glaube Gerda wollte da nicht mangelnden Respekt zu Tage legen...ich denke kaum einer wird dankbarer sein für das Können der Kieferchirurgen und - orthopäden und all der anderen spaltmässig interessanten Fachrichtungen als wir hier in diesem Forum.
Auch ich habe vor einigen Ärzten einen wahnsinnigen :respekt: ! Allerdings muss sich ein Arzt meinen Respekt erst mal verdienen. Die lange und sicher schwierige Ausbildung allein rechtfertigen in meinen Augen noch nicht das absolute, ja oft einschüchternde Auftreten so mancher Ärzte - sage ich als Ebenfalls-Ex-Studentin, die ja (wie doch alle hier) auch nicht blöd ist und bitteschön von den Ärzten auch nicht so behandelt werden möchte! Leider habe ich da schon einschlägige Erfahrungen gemacht. Für den Kieferchirurgen an der D-dorfer Uniklinik, der Noel ursprünglich operieren sollte, sah das Beratungsgespräch so aus, dass er uns mitteilte, wann wir den OP-Termin hätten und dass er die Behandlungspapiere ausfüllte. Hätten wir nicht hartnäckig nachgehakt, hätte der uns weiter nichts gesagt, und auch so wurden unsere Fragen nach dem Behandlungskonzept, den Op-Zahlen von Düsseldorf usw, einfach abgeschmettert, mit rollenden Augen nach dem Motto "oh nein, nicht schon wieder so ne hysterische Mutti!" (sollte meinen nickname echt mal ändern *gg*). Die Frage, wieviele Spalten er persönlich schon operiert habe, wollte er nicht beantworten. Dabei wollten wir uns doch nur, wie ich finde gerechtfertigterweise, ein Bild machen, Daten sammeln, die wir mit anderen Kliniken vergleichen konnten. Und zu guter letzt, nachdem er uns null aufgeklärt hatte, rief er noch schnell seine Kollegen herbei, ob sie mal 'ne "sehr breite Spalte" sehen wollten. Das beruhigt frischgebackene Eltern auch ungemein!
Wenn ich andererseits von einem Arzt von Anfang an auf gleicher Ebene begegnen kann, er/sie mir auch zutraut, kompliziertere Zusammenhänge zu verstehen und die Mühe auf sich nimmt, sie mir so zu erklären, dass ich sie verstehen kann, ist das für mich ein sicheres Zeichen, dass dieser Arzt meinen Respekt verdient, da er erkannt hat, dass ein gutes Therapieergebnis ganz wesentlich von der Mitarbeit der Patienten bzw. deren Eltern abhängt und dass eine Zusammenarbeit mit ihnen genauso wichtig ist wie seine eigene fachliche Kompetenz. Von daher finde ich es schon angebracht, Ärzte durchaus kritisch zu sehen und sich ihnen gegenüber, wenn nötig, auch zu behaupten - denn auch sie haben während des Studiums nur "mit Wasser gekocht" und können auch nicht alles wissen - gottseidank, denn sie sind ja auch nur Menschen...
Liebe Grüsse,

Gabi und Lukas
09.03.2005, 09:07
Hallo Kirsten,
ich habe das Heft gefunfen, es ist die Broschüre Nr. 4, sie heißt "Geeignete Erstbehandlung der Hör- und Sprechstörungen. Darin werden verschiedenen Untersuchungsverfahren beschrieben.
Du bist ja selbst WRG-Mitglied, kannst das Heft also anfordern, wenn Du es nicht schon hast, ansonsten könnte ich es Dir auch schicken oder Teile daraus kopieren.
Gruß, Gabi

@Gerda und Ronaldo: Irgendwie denke ich, Ihr habt beide Recht: Natürlich verdienen Ärzte, die etwas von ihrem Fach verstehen, Respekt. Leider vergessen aber manche Ärzte, dass fachliches Wissen allein noch keinen guten Arzt ausmacht. Aber ich denke, da sind wir uns doch alle einig, oder? Gerda hat ihren Standpunkt vielleicht etwas überspitzt formuliert.
Ich musste auch erst lernen, bei Ärzten alles zu hinterfragen. Durch Lukas' Gaumenspalte habe ich da einiges dazugelernt. Im Großen und Ganzen hatte ich aber mit Lukas' Ärzten Glück. Dass ich am Montag nicht alle Fragen loswerden konnte, lag mal wieder nur an mir: Ich hatte nicht mit Schwierigkeiten gerechnet und war deswegen völlig unvorbereitet. In solchen Situationen muss ich immer erstmal alles verdauen, danach fallen mir die Fragen ein. Und dann ist es immer schon zu spät. Aber da kann der HNO_Arzt ja auch nichts dafür.
Liebe Grüße von Gabi

Gerda mit Luca
10.03.2005, 14:02
Hallo Ronaldo,

tut mir leid, daß ich das wirklich etwas überspitzt ausgedrückt habe.

Gemeint habe ich, daß ich (wieder etwas überspitzt) nicht gleich auf die Knie falle nur weil jemand Arzt ist.
Leider habe ich nicht nur positive Erfahrung mit dieser Berufsgruppe gemacht
Eine davon : Meinen Kaiserschnitt hat ein Assistenzarzt ohne viel Erfahrung gemacht (mir wurde im Nachgespräch bestätigt, daß der Doc noch Assistent ist und die Frau, die vor mir entbunden hat hat mitbekommen daß er die Schnitttechnik bei ihrem KS erklärt bekam) und unter den Folgen leide ich noch heute. Außerdem war die Kinderwunschbehandlung auch erst nach dem Wechsel der Praxis, die dann auch eine andere Methode angewand hat, erfolgversprechend

Was ich nur schlimm finde ist, daß viele (nicht alle) Ärzte sich nicht sehr verständlich ausdrücken und auf Nachfragen etwas unwirsch reagieren. Wenn der KFZ´ler an meinem Auto etwas machen will, "darf" er mir auch erst einmal erklären was er vorhat, sonst wird daraus nichts. (Ich darf über Handwerker "lästern", habe selbst den Meisterbrief im Handwerk, auch wenn ich vor 12 Jahren aus der Branche ausgestieben bin)
Warum soll jemand, der jahrelang studiert hat sich nicht ebenso Endverbraucherverständlich ausdrücken wie jemand, der sich jahrelang mit KFT/Elektronik oder sonstetwas beschäftigt hat ?
. . . zumal ich dem Arzt das wertvollste anvertrauen soll was ich habe : Mein Kind. . . meine Gesundheit.

Lieber Ronaldo, ich denke, daß ich mich wirklich etwas unglücklich ausgedrückt habe. . . aber so ist das eben bei der Schriftform, man kriegt ein ironisches Lächeln, ein Augenzwinkern oder eben einen bestimmten Tonfall nicht immer "richtig" `rüber.

Ich hoffe Du grollst mir nicht zu lange.

Viele Grüße
Gerda

Gerda mit Luca
11.03.2005, 09:18
Hallo zusammen,

jetzt wo´s ein Extra-Thema geworden ist, muß ich doch mal dazuschreiben, daß ich auch recht positiveErfahrungen gemacht habe:
z.B. bei unserem Kiefer-Ortho. Einfach super. Erklärt in verständlichen Worten auf nette Art, geht super mit den kleinen Patienten um und hat auch Verständnis für besorgte Mütter/Väter.
Meine Frauenärztin, die mich supergut durch die Schwangerschaft begleitet hat und auch vor kurzem bei der Fehlgeburt für mich dawar. Keine Frage ohne (verständliche!) Antwort.
Meine Zahnärztin. . . die es geschafft hat, daß meine "Zahnarztphobie" sich in (wie unser Kieferortho es mal augenzwinkernd genannt hat) gebührenden Respekt gewandelt hat. :) Ich habe kein grenzenloses Herzrasen mehr wenn ich die Zahnarztpraxis betrete 8)

Hm, ich hoffe daß meine Aussage mit den "ehemaligen Studenten" nun so `rüberkommt wie sie gemeint war. . . nämlich daß es solche und solche Ärzte gibt.

Viele Grüße "in die Runde"
Gerda

Nicole und Julia
11.03.2005, 10:31
Kann ja auch sein das die Ärzte zu jedem Patienten verschieden sind, also die wo zu Euch guten Draht haben und freundlich sind, sind bei anderen Patienten schon ganz anders. Woran das liegen kann weiß ich nicht aber man hat ja auch nicht immer gleich gute Tage. Glaub auf Grund dessen kann man Ärzte schon nicht immer über einen Kamm scheren, auch wenn man mal schlechte Erfahrungen gemacht hat, kann es ja an so einem schlechten Tag gelegen haben! Oder???

Anonymous
11.03.2005, 18:14
hi,

ich grolle nicht :) fand halt die Aussage ziemlich daneben.

Man darf halt die eigene Sorge und Angst um sich selbst oder das Kind nicht dafür benutzen, sich in diese Haltung zwingen zu lassen. Man muss wirklich unvoreingenommen herangehen. Das ist wichtig, weil man selbst blockt dann automatisch ab und dann wird es schon schwierig, ein gesundes und vertrauenvolles Arzt-Patienten bzw. Eltern-Verhältnis aufzubauen. Und dann kommt unter Umständen das heraus was Nicole geschrieben hat - man wird vom Arzt irgendwann links liegengelassen wenn man selbst immer noch unterschwellig signalisiert, was man von Ärzten hält. Sicher, jeder Arzt denke ich hat seine "Lieblinge" und ganz wenige, mit denen er nicht klarkommt, das ist aber bis zum einem gewissen Punkt normal. Und sicher gibt es Ärzte, die ihrerseits den Kontakt zum Patienten nicht beherrschen (können oder wollen). Diese sind aber m.E. in der Minderzahl und deshalb kein Grund, sie alle über einen Kamm zu scheren.

Vergesst nicht - nur die wenigsten Ärzte betrachten ihre Patienten als "Kunden" und haben Medizin studiert des Status wegen und um das grosse Geld zu machen - denn das ist schon lange nicht mehr möglich.

PS: Ich habe den Titel wieder geändert.

lg,
Ronaldo