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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Armmanschetten - mal was zur Ehrenrettung


Kirsten und Noel
12.01.2005, 14:28
Hallo Ihr Lieben,

ich wollte mal etwas Grundsätzliches zu den unangenehmen Begleitumständen der OPs sagen - über die Magensonde hatten wir hier ja schon mal gesprochen, die Armmanschetten sind da ja das andere Übel. Nachdem wir uns für Prof. Feifel in Aachen entschieden hatten (der beides wichtig findet) haben verschiedene Leute versucht, uns davon abzubringen, da es in anderen Kliniken ja auch ohne gehe. Und sicher wäre es mir auch lieber gewesen, wenn Noel nach der Lippen-OP seine Ärmchen so hätte beugen können, wie er wollte, oder wenn er wie immer aus dem Fläschchen hätte trinken können. Allerdings kann es ja auch nicht das ausschlaggebende Argument für eine Klinik sein, ob dort das Anlegen von Manschetten praktiziert wird. Wir haben uns die Entscheidung nicht einfach gemacht, dann aber dazu gestanden, und ich muss ehrlich sagen, dass die Manschetten den damals 6 Monate alten No eigntlich nicht besonders beeinträchtig haben - obwohl das jetzt bei der Gaumen-OP, falls er sie danach auch wieder kriegen soll, natürlich ganz anders sein könnte :/ . Jedenfalls ist er super damit klargekommen - und tatsächlich hat er beim Umziehen jedesmal wie wild versucht, an seine Lippe zu fassen, so dass ich ziemlich froh war über die Dinger. Habe natürlich auch schon gehört, dass viele Kinder das nicht tun - aber so war ich in jedem Fall auf der sicheren Seite. Ich denke mir immer, was sind ein paar Tage, in denen er diese Unbequemlichkeit erdulden muss (wobei ich ja alles getan habe, um es ihm so leicht wie möglich zu machen), im Vergleich zu einem ihn sein ganzes Leben lang begleitenden guten OP-Ergebnis?
Daher denke ich, dass die Manschetten vielleicht nicht ganz so negativ gesehen werden sollten, auf jeden Fall aber sollten sie kein vorrangiges Auswahlkriterium für eine Klinik sein - oder was meint Ihr?

Liebe Grüsse von Eurer

bettina u paul
12.01.2005, 17:25
Hallo Kirsten!

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Armmanschetten, die meines Wissens ja in manchen Spitälern nach dem Lippenverschluss verwendet werden, als Auswahlkriterium für ein Spaltzentrum sind.

In unserem Spital werden Armmanschetten gar nicht verwendet. Als ich nach der OP bat, man möge mir solche für Paul geben, haben sie mich nur schief angesehen und gemeint, dies sei Kindermißhandlung :eek: (Zitat einer Krankenschwester). Darauf hin habe ich besonders auf Pauls Hände geachtet.
Und wie der kleine Herr, damals gerade 4 Monate jung, versucht hat, mit einem seiner Händchen zur Lippe zu kommen. Einmal konnte ich gerade noch im allerletzten Moment ihn davon abhalten.



Magensonde wir in unserem Spital- je nach Notwendigkeit- eingesetzt. Bei Paul hieß es auch, er bekäme eine und dann ging es auch gut ohne- mit leichten Startschwierigkeiten.
Ein anderes Mädchen hingegen, das ich gesehen habe, hatte auch beim Gaumenverschluss eine Magensonde. Störte sie, aber laut Mutter, nicht.

LG
Bettina

Nicole und Julia
12.01.2005, 17:48
Also ich finde wenn sie nicht nötig sind, weil wie bei uns zb eine Verbandplatte nach der Gaumenplastik eingesetzt wird, dann können sie ruhig wegbleiben und es hintert die Kinder nicht daran ihre natürliche Bewegungsfreiheit zu nutzen und sie sind weniger gehandikaped, die Entwicklung geht ganz normal weiter und wir hatten zb keine Rückschritte zu verzeichnen. Wenn es allerdings sein muß weil die Wunde und Naht geschützt werden muß, dann muß es halt sein und sollte aber so human wie möglich gehalten werden, vielleicht nur wenn keine Kontrolle des Kindes möglich ist und sie recht angenehm zu tragen sind, also nicht wie an Kreuz gefesselt da liegen müssen. Denke auch das das ALter der Kids ne große Rolle spielt. Bei ganz kleinen Säuglingen von 3 Monaten ist es wohl eher nicht so wild da sie noch keinen so großen Aktionsradius haben wie bei einem 8 - 10 Monate altem Kind das vielleicht schon robbt, krabbelt oder sonstiges versucht.

Jule hat nach der Gaumen OP gleich gekrabbelt... als die Lippen OP war habe ich dann auch um solche Schienen gebeten, weil sie sont ständig an der Lippe am jucken und kratzen wäre (Wundfleisch juckt ja stark). So haben wir nur die Ellebogen fixiert das sie die nicht knicken konnte. Das war recht einfache und leichte Schienen, die sie im Schlaf und beim Spielen kaum störten. Sie gewöhnte sich dran und konnte zu Hause sogar damit krabbeln. Aber beim Umkleiden und lösen merkte ich dann wie gut es war das wir sie hatten... dort war es immer ein Drama das sie nicht an die frische Wunde kam!

Allerdings wäre das für mich auch kein richtiges Kriterium danach ein SPaltzentrum auszusuchen, sondern ich würde mich halt mit den Bedingungen die dort herrschen zufrieden geben und vielleicht nachfragen ob man dies oder jenes vielleicht was abändern (humaner gestalten) könnte zum Wohle des Kindes!

Anonymous
12.01.2005, 20:03
Hallo Kirsten,

klasse Thema.
Ich finde Armmanschetten auch zwecks Narbenschonung wichtig. Florian bekam aber keine Manschetten, sondern Bänder um die Gelenke die dann am Unterschenkel wieder angebunden wurden. Hört sich schlimm an, aber so kann er ganz normal seine Arme abwinkeln und nur halt nicht in den Gesichtsbereich fassen.
Bei den Handgelenken hatte er unter den Bändern noch Watte drunter das es keine Druckstellen gibt.
Bei der ersten Lippen OP hat es keine Probleme gegeben, da er da erst drei Monate war und sich noch nicht drehen konnte. Wenn ich ihm im Wagen hatte, was eigentlich Tag und Nacht war, habe ich die Bänder an der Schubstange befestigt. und wenn ich ihm im Baby Björn hatte, konnte ich die Bänder ganz weggeben.
Beim zweiten Mal hat er sich dann trotz der Bänder zwei mal die Sonde gezogen.
Trotzdem finde ich die Bänder besser wie richtige Manschetten, weil sie Babys dadruch mehr Bewegungsfreiheit haben!
Sonde, ja bei uns war das immer genau nach Vorschrift, bis die Nähte raus sind, Sonde und dann normal weiterfüttern.
Bei der Weichgaumen OP hatten wir keine Sonde.

Gabi und Lukas
12.01.2005, 20:09
Kirsten, Du sprichst mir aus der Seele!
Lukas hatte die Manschetten ja ganze 10 Tage, weil er so lange sondiert wurde. Wenn er sie beim Umziehen kurz aushatte, musste ich total aufpassen, sonst hätte er sich - Schwupps - die Sonde rausgezogen. Wenn ich ihn dann wieder angezogen habe, hat er mir immer ganz bereitwillig die Arme hingehalten, damit ich ihm die Stulpen auch noch anziehe. Er war damals 6 Monate alt.
Ich will hier nichts verharmlosen, aber mit Kindesmisshandlung hatte das wirklich nichts zu tun. Er hat viel mit seinen Rasseln gespielt. Ich musste sie ihm in die Hand geben, weil er die Arme ja nicht anwinkeln konnt, aber er hat dann schnell herausgefunden, wie schön laut es klappert, wenn man die Rasseln gegen das Gitterbett schlägt, und das ging mit ausgestreckten Armen dann prima.
Ihr hättet ihn dabei mal lachen hören müssen! Ich bin mir sicher, dass er darunter nicht gelitten hat.
Als er die Teile endlich nicht mehr brauchte, reagierte er zunächst ganz überrascht auf diese ungewohnte Freiheit. Und kaum waren wir zu Hause, konnte er sich durchs ganze Zimmer rollen, das hatte vor der OP noch nicht geklappt. Deswegen denke ich, dass die Manchsetten ihn auch nicht in seiner Entwicklung beeinträchtigt haben.
Liebe Grüße von Gabi

Doreen mit Elisei
12.01.2005, 21:31
Super, Kirsten, genau die Manschetten machen mir zur Zeit arge Sorgen. Elisei wird sie nächste Woche auch wieder bekommen und mir grauht davor. Aber eher wegen dem Einschlafen. Er wird bestimmt arge Schwierigkeiten haben, weil er seinen Daumen nicht nehmen darf. :cry:
Aber ansonsten sehe ich den Zweck der Manschetten völlig ein. Eli war bei seiner 2. OP auch so ein Experte, der immer, wenn er die Arme frei hatte Richtung Sonde oder Mund grabschte. Ich mußte sehr aufpassen beim Umziehen, immer eine Manschette ab, Arm rausfädeln, Manschette ran und das gleiche beim anderen Arm. Ich konnte ihn keine Minute unbeaufsichtigt ohne Manschetten lassen.
Im Babybjörn (wo er fast den ganzen Tag verbracht hat) konnte ich sie ihm allerdings abmachen. Da habe ich immer seine Hände gehalten oder sie vom Mund ferngehalten.
Eine Klinik würde auch ich nie nach den äußeren Umständen wählen. das OP-Ergebnis ist doch viel wichtiger.

Kirsten und Noel
12.01.2005, 21:38
Hi Doreen und Ihr alle,
mann, da renn ich ja echt offene Türen ein :)
Habt Ihr nächste Woche OP-Termin mit Elisei (ich brauch ECHT nen Kalender für sowas), was wird denn nochmal gemacht? Wegen das Daumens ist's ja echt übel. Grübele auch schon herum, ob No wohl den Schnuller nehmen darf nach der Gaumen-OP (Und was wenn nicht? :motz: ) Aber das mit dem Babybjörn ist ein super Hinweis - werde auch das Tragetuch mitnehmen und ihn soviel wie möglich drin haben, da können die Manschetten ab!
@Maria:
das mit den Bändern hört sich gar nicht gruselig an, im Gegenteil - klingt sogar recht bequem im Vergleich. Vielleicht gibt's das in unserer Klinik ja auch....
LG

Nicole und Julia
12.01.2005, 21:56
Ach ich noch mal...

also bei der Gaumen Op hatten wir ja auch einen Tag nach OP noch die Sonde und die war so gut im Gesicht festgeklebt das Jule sie gar nicht hätte erwischen können, quasi vollkommen überpflastert. Aber sie hat sich auch gar nicht dafür interessiert, obwohl sie die hätte locker rausziehen können, sie hatte ja keine Stulpen oder Bänder und ich habe ihr nur Socken an gezogen das sie die Finder weg hat. Aber auch das war später nicht mehr nötig. Nur gut das die Sonde eh nur den einen Tag nach der OP drin war! Aber sie hat die nie berührt....!

Andrea und Lukas
12.01.2005, 22:08
Hallo Kirsten,

wir hatten keine Armmanschetten. Lukas bekam die Armbandagen( Foto in unserem Forenmuseum) Die Fand ich nicht schlecht weil man sie an den Beinchen herum band und eine gewisse Handfreiheit für die kleinen zu bewahren. Aus den Manschetten ist uns Lukas nach einmaliger Probe rausgeruscht und ich fand sich sehr starr. Ich denke es gibt immer ein für und wieder für diese Situation . Sicher sind die Kinder eingeschränkt für diese Zeit,aber bei den ersten OP`s sind die Kinder sehr Klein und noch nicht so Mobil und etwas können sich sich ja doch bewegen. Dafür ist das Risiko das sie sich an die Narbe fassen sehr gering und das mit einer großen Sicherheit. Wer wirklich am Bett fixierte Menschen schon gesehen hat,weiß wirklich was schlimm ist und das kommt annähernt nicht an unsere Kinder heran. Noch dazu hat man als Mutter auch die Möglichkeit das so mit den Bandagen/Manschetten zu halten wie sie es richtig für ihr Kind hält.
Bei uns hieß es immer das die Befestigungen immer mal etwas gelöst werden durfte, dass wir auch gemacht haben solange Lukas unter Aufsicht war.

Corinna mit Pascal
13.01.2005, 18:10
Hallo Kirsten,
Pascal hatte auch keine Armmanschetten, sowas gibts dort nicht. Die legen zwar auch Magensonden, aber Pascal hat die sich beide male alleine abends rausgezogen und es funktionierte auch ohne. Er durfte auch nach beiden OP´s seinen Daumen in den Mund nehmen ( er nahm ja von Geburt an keinen Schnuller). Da gehen glaub ich auch die Meinungen auseinander, auch im KH.

Gigi und Leon
13.01.2005, 23:17
Hey!
Also wir hatten ja auch nur bei der Gaumen - op die manschetten zur Verfügung. Da ich aber gerade vorher einen "Fall" kannte, wo das Kind dann nachher KG brauchte, weil es die Arme nicht mehr richtig einsetzen konnte, war ich damals etwas "panisch" - ja, ich war auch mal so :wink: . Leon hat die Röhren nur nachts anbekommen, damit ich wenigstens ein wenig schlafen konnte und tagsüber auch nur kurz wenn ich nicht permanent nach ihm sehen konnte. Aber im nachhinein kann ich nicht sagen, dass sie ihn gestört haben.
Trotzdem bin ich froh, dass er die Dinger nicht permanent anhatte, aber wie gesagt, wahrscheinlich aus Panik.
Gruß GIgi

Antje mit Nils
19.01.2005, 09:03
Hallo,

Nils hatte in Münster ja auch Armmanschetten. Gut war eigentlich auch, dass er sich die Magensonde nicht rausziehen konnte. Ein andere Junge ist nach seiner Gaumen-OP ständig an die Sonde gekommen und mußte sie ohne Narkose wieder rein kriegen!

LG
Antje+Nils