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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : OP-Konzept/ "Vielleicht noch..."


Kirsten und Noel
06.01.2005, 17:34
Hallo Ihr Lieben,

ich hab mal wieder 'ne grundsätzliche Frage. Schon mehrfach habe ich jetzt hier gelesen, dass erst bei der OP entschieden wurde, das z.B. nicht nur die Lippe, sondern gleich auch der weiche Gaumen geschlossen wurde. Von Noel her kenne ich das so, dass es ein festes Behandlungskonzept gibt, für das man sich entscheidet, und das festlegt, wann was operiert wird, aus den verschiedensten Gründen. Sprich man überlegt, welche Argumente man überzeugend findet und entscheidet sich dann für ein Behandlungskonzept.
Wieso wird das bei manchen von Fall zu Fall entschieden? D.h. ich frage mich, aufgrund welcher Kriterien man sich dafür entscheidet, bei der tatsächlichen OP dann ev. "mehr" zu machen - oder auch nicht? Vielleicht könnt Ihr mich aufklären?
Liebe Grüße,

bettina u paul
06.01.2005, 18:29
Hallo Kirsten!

Gute Frage, stelle ich mir auch oft. Kenne das Konzept unserer Ärztin und wie ich gemerkt habe, gibt´s trotzdem einige Unterschiede. Ich denke mal, dass einer der Gründe auch die Spaltform ist- und was ich da gelesen habe, gibt es an die 40 Formen (hab´s letztens in ´nem medizinischen Embryologiebuch gefunden, dass in der Buchhandlung auflag). Es hängt alleine schon davon ab, die die Spalten unterteilt werden,.....Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

LG
Bettina

Nicole und Julia
06.01.2005, 20:29
Hallo Kirsten und Bettina.

Mein Doch meinte mal zu mir das es über 120 verschiedene Spaltformen/Arten gibt. 40 erscheinen mir auch fast ein bisschen wenig, aber wer weiß...

Das es das Grundkonzept es so und so vorsieht und dann auf Grund der Beschaffenheit vielleicht eine Op erspart werden kann finde ich persönlich ganz gut. Wenn zb der Gaumen nur eine Minimalespalte hat und die Spannung für einen kompletten Verschluß keine Risiken birgt, dann hat man doch dem Kind eine OP erspart.

Denke da haben die Ärtze schon genug Erfahrung gesammelt das sie da kurzfristig auf Grund von Spaltbeschaffenheiten umdisponieren können.
Mein Doc sagte bei Jule auch, er will nur den Weichgaumen machen, das entscheidet sich dann in der OP wie gut alles läuft und wie es Jule geht ob er mehr machen kann/wird.

Bei uns war es dann so das beides gemacht werden konnte und ich war echt froh drum.

Also... dennoch ist er seinem Konzept, erst Gaumen, dann Lippe treu geblieben! Von hinten nach vorn...

Doreen mit Elisei
06.01.2005, 20:29
Unsere FR. DR. sagte mal, dass sich die Spalten völlig unterschiedlich "verhalten". Es ging ihr schon oft so, dass sie eine klare Vorstellung von der OP hatte und während der OP total umdenken mußte und anders geschnitten und genäht hat, wie geplant. Oder Teile mit operiert hat oder auch nicht. Viele Schwierigkeiten, welcher Art auch immer, würden sich erst nach dem ersten Schnitt zeigen.

Gabi und Lukas
06.01.2005, 20:39
Ja, bei Lukas hat sich ja auch erst während der Gaumen-OP gezeigt, dass seine Muskeln im Gaumen sehr kurz und schlecht ausgeprägt waren...
Und unser Doc meinte mal bei einem Vortrag, dass er oftmals während der OP entscheidet, ob er zusätzlich zum weichen den harten Gaumen auch gleich mitverschließt. Ich denke auch, dass man nur vom äußeren Erscheinungsbild einer Spalte nicht unbedingt erkennen kann, was sich dahinter verbirgt. Und unserem Doc traue ich auch zu, dass er erfahren genug ist, um dann im entscheidenden Moment das Richtige zu tun.
Grüße von Gabi

doris u. anika
07.01.2005, 20:39
Hallo Kirsten!
Meine Fr. Doc hat mir auch mal gesagt, dass es auch auf die Länge der Narkose ankommt. Sie schauen z. Bsp. dass sie nicht länger als ca. 2 Std. dauert, und wenn der Lippenverschluss schon so lange dauert, wird für den weichen Gaumen nicht die Narkose nochmal verlängert. Sie wollen das Kind so wenig wie möglich belasten.
LG Doris

Anonymous
07.01.2005, 22:06
Hallo Kisten,


Echt klasse Themen, das muss ich jetzt mal sagen. :D

Ich gaube auch das es so viele Konzepte gibt, weil es sehr sehr viele unterschiedlichen Spaltformen gibt.
Aber warum ich mich für unser Konzept entschieden habe, weiss ich eigentlich nicht so wirklich. Ich habe mich einfach auf meinen Bauch verlassen. Erst die Lippe wenn auch mit zwei Ops, damit die Nahrungsaufnahme gut klappt, dann der weiche Gaumen, und dann der harte.

Kirstin
09.01.2005, 15:10
Hallo Kirsten,

ich denke auch (und so habe ich es auch gehört), dass es zwar ein Behandlungskonzept gibt, dann aber vieles während der OP erst entschieden wird, wenn alles gut läuft, z.b. sich die Muskeln einwandfrei und zügig verbinden lassen, kann evtl. schon mehr gemacht werden. Ich habe da immer auf die Ärzte vertraut, denke die können das für und wider gut abwägen.

Anonymous
25.02.2005, 21:39
Ich finds gut wenn die Ärzte eher dazu neigen, spontan während der OP zu entscheiden und so wie ich mein Doc kenne praktiziert er es auch so. Und das ist auch ein ganz entscheidener Aspekt des derzeitigen Stands der Medizin.

Ich nehme mich als Beispiel - bei meinen letzten OP's wurde mit Sicherheit mit viel Überlegung und auch Improvisation operiert - sonst wäre mein Ergebnis wohl nicht so fantastisch geworden!!!!

Wenn ein Arzt es so handhaben kann, spricht es absolut für Ihn!

lg,
Ronaldo

Kirsten und Noel
25.02.2005, 22:03
Hi Ronaldo,
hm, aus der Sicht habe ich es bisher nie gesehen, aber Du hast natürlich recht, ein gutes Ergebnis spricht für sich! Allerdings weiss ich halt gern genau, was meinen Sohn (und mich, denn ich muss mich ja in der Zeit nach der OP um ihn kümmern) bei der OP erwartet, und habe auch gewsiise Vorstellungen vom Behandlungskonzept. Aber bei der Gaumenplastik von Noel im April wird ja auch so verfahren werden - dass der Hartgaumen auch verschlossen wird, aber nur, wenn unser Prof denkt, dass es ohne zu große Narbenzugbildung gemacht werden kann, das sieht er wohl erst unter der OP. Und da wir ihm vertrauen, sind wir damit nun auch absolut einverstanden, auch wenn es mir ein wenig lieber wäre, wenn der Hartgaumen auf jeden Fall später gemacht würde. Aber eins glaube ich inzwischen verstanden zu haben: dass letztlich ein gutes Ergebnis eben doch ein Quentchen mehr vom Operateur abhängt als vom Behandlungskonzept und wir uns seiner Einschätzung daher anschliessen...
Liebe Grüsse

Mandy mit Kevin
26.02.2005, 19:40
:!:
Wenn ich von meinem Doc aus gehe , entscheidet er sich sponatan . Beim Kevin seiner letzten Op , hat er einen Tag vorher noch gemeint das er wahrscheinlich nicht nur die Lippe sondern auch den Kiefer mitmacht . Dies hat er aber dann während der OP umentschieden , weil es doch nicht so aus sah - wie er dachte . Ich denke einmal es kommt ganz aus die Erfahrung der Ärzte an . Ein Arzt der schon mehrere Jahre Spalten operiert - kann es besser einschätzen als ein Jüngling unter den Ärzten .

Anonymous
14.03.2005, 10:38
Hallo,
das mit den verschiedenen OP-Konzepten und die Individualitaet finde ich auch sehr interessant, zudem die einzeitige Op-Methode dem ja entgegen sprechen wuerde, weil da ja nicht von Patient zu Patient und je nach Spaltart entschieden wird, sondern die gesamte Spalte ohne wenn und aber in einer Sitzung geschlossen wird und die OP-ergebnisse sind nicht schlechter und besser als bei den mehrzeitigen Op-konzepten. Ist doch eigentlich komisch!
Gruss, Regina

Kirsten und Noel
14.03.2005, 10:52
Hi Regina,
stimmt, das ist schon merkwürdig - wenn eh alles gemacht wird, kann's auch keine Entscheidung während der OP mehr geben. Spricht das jetzt eher für oder gegen den einzeitigen Verschluss? :gruebel:

Übrigens kenne ich zwei Ärzte, die ganz entschieden der Meinung sind, dass der einzeitige Verschluss schlechtere (langfristige) Ergebnisse hervorbringt bzw. dass da dann agressiver vorgegangen werden muss, was kfo-Massnahmen angeht... (ja, sind natürlich unsere eigenen Ärzte *gg*)
Naja, darüber wurde ja schon mal diskutiert.
Hast Du denn irgendwelche Info/Statistik darüber, dass die Ergebnisse bei mehr- und einzeitigem Verschluss gleich gut sind? Würde mich sehr interessieren!
Liebe Grüsse von