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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Deutliche Aussprache..........?


Gregor
12.10.2004, 21:47
Hallo @ ALLE !
Ich wolte mal fragen ob Eure Kinder oder jemand von den Betroffenen Probleme mit dem näseln hat ??Bei mir ist die Sprache ziemlich undeutlich,aber wo ich in Jena bei WRG Versammlung war haben 95 % der Leute ganz gut gesprochen.Kann man dagegen mit einer sprachverbessernden OP was tun?Oder hatte schon jemand hier im Forum so eine OP ??
DANKE Mfg
GREGOR

Peter Ecker
12.10.2004, 23:26
Hallo,
ja ich habe auch Probleme damit. Ich werde vielleicht auch irgendwann noch eine Operation machen lassen, habe aber den Gedanken momentan erstmal wieder nach hinten geschoben. Ich kann ja mal sagen was ich bis jetzt über sprachverbessernde OPs weiss:
Die Standardmethode ist die sogenannte Velopharyngoplastik (engl. "pharyngeal flap"). Diese wird eigentlich von jedem Kiefernchirurgen angeboten. Die Operation ist wohl sehr kurz und für den Chirurgen unkompliziert. Dabei wird ein Lappen aus der Rachenrückwand geschnitten. Dieser bleibt an einer Seite mit der Rachenrückwand verbunden. Die andere Seite wird mittig in das Gaumensegel eingenäht. Es entsteht eine Verbindung zwischen Rachenrückwand und Gaumensegel. Das hat zwei Effekte: zum einen wird das Gaumensegel nach hinten gezogen, zum anderen wird die Mitte durch den Lappen verschlossen. Die Erfolgsquote ist wohl >80%. Es kann sein, dass der Lappen die Beweglichkeit des Gaumensegels beeinträchtigt, z.B. wenn er vernarbt. In seltenen Fällen kann es zu Schlafapnoe kommen, d.h. der Luftweg zur Nase wird beim Schlafen verlegt. Ich habe mir erzählen lassen, dass die OP recht schmerzhaft sein soll. An der Lappen-Brücke kann Nasensekret hängen bleiben. Prof. Hemprich aus Leipzig bietet eine Verfeinerung der Methode an, bei der nicht das ganze Gaumensegel aufgetrennt werden muss, sondern nur eine Tasche geöffnet wird. Bilder z.B. hier: http://www.emedicine.com/plastic/topic520.htm
Exotischere Methoden:
Die Furlow-Plastik (engl. "Furlow plasty" oder "double opposing z-plasty"). Ist in den USA als Erstoperation für den Gaumen populär, deshalb vielleicht auch für die Eltern hier interessant. Diese Methode hat erstklassige Sprachergebnisse. Man kann sie wohl auch als Korrekturoperation einsetzen. Dabei wird das Gaumensegel durch Verlagerung dreieckiger Lappen verlängert. Die Methode gilt als technisch anspruchsvoll. In Deutschland ist mir nur bekannt, dass Prof. Schubert in Halle/Saale das macht. Eine Darstellung ist hier (Vorsicht, reale OP-Bilder!) http://www.bmj.sk/2004/10503-04.pdf
Die Levator-Unterstützungsplastik wird hier ausführlich beschrieben: http://www.lkg-ade.ch/127275/13301.html. Dabei wird ein Halsmuskel zu einem Ring durch das Gaumensegel umgeformt. Sie wird von Dr. Sader im Kantonsspital Basel angeboten.
Weitere Möglichkeiten: z.B. die Sphinkterplastik (sphincter plasty) oder eine Auflagerungsplastik der Rachenwand (pharyngeal wall augmentation). Allerdings ist mir nicht bekannt, ob in Deutschland jemand sowas durchführt.

Noch was zur Wahrscheinlichkeit der Notwendigkeit einer sprachverbessernden Operation: Die hat sich zwar seit meiner Zeit verbessert, liegt aber immer noch bei 10-20% für Kinder mit Gaumenspalten.

Wenn noch jemand was weiss, wäre ich für Informationen auch sehr dankbar.
Viele Grüsse,
Peter

Gigi und Leon
13.10.2004, 09:47
Hallo Gregor!
Wow, so gut wie Peter kenne ich mich nicht mit den Op-Möglichkeiten aus.
Leons Logo hat aber sehr viel Training auf die Muskulatur hinten gelegt, sodass er einen guten Verschluss hat - trotz doppelseitiger LKGS-Spalte- und uns die Velopharyngoplastik erst einmal vom Hals ist.
leons Verschluss klappt gut, er näselt so gut wie überhaupt nicht, und mit dem Sprechen klappt es auch prima. Er bekommt sogar Töne aus meinem Saxophon heraus und da muß ein guter Verschluß vorhanden sein, damit die Luft ja nicht durch die Nase abhaut.
Besprich doch mal mit (d)einer Logo die Möglichkeiten des Muskeltrainings. Ein Versuch ist es doch wert ehe operiert wird oder?
Gruß Gigi

Peter Ecker
14.10.2004, 21:20
Hallo,
stimmt natürlich, das mit der Logopädie solltest du erstmal abklären. Ein guter Kiefernchirurg oder eine gute (und ehrliche!) Logopädin werden dir sehr schnell sagen können, ob eine logopädische Behandlung eine Chance hat. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings eher gering, bei deinem Alter. Heutzutage wird meistens mit einem Nasenendoskop nachgeschaut, wie gross die Lücke zwischen Gaumensegel und Rachen ist. Man kann dem Gaumensegel von oben beim Arbeiten zusehen. Mit Muskeltraining geht nur bei ganz kleinen Lücken was.
Nach einer sprachverbessernden OP ist übrigens wahrscheinlich auch Logopädie angesagt, da man mit der veränderten Anatomie erst mal klar kommen muss. Erwartungsgemäss tun sich Erwachsene mit dem Umlernen schwerer als Kinder.
@Gigi: das mit dem Saxofon ist ja sehr beachtlich, ich habe schon bei einem Strohhalm Probleme...
Gruss,
Peter

Gigi und Leon
14.10.2004, 21:46
Peter hat natürlich recht - Erwachsene tun sich bestimmt schwerer damit - da hab ich keine Erfahrung mit - sorry-
gehe da manchmal wohl etwas zu selbstverständlich mit um.
Das mit dem Saxophon war echt ne tolle Sache - Leon meinte eines tages, er wolle es auch mal ausprobieren - was soll ich da denn schon sagen- ich war auf alles vorbereitet und da kriegt das kleine Kerlchen da Töne raus :eek:
Seine Logo hatte die Tränen vor Freude in den Augen kann ich euch sagen und war mächtig stolz :D
Wir natürlich auch :grinsevi:
Aber ich merke immer wieder, dass es auch von seiner Tagesform abhängt. Wenn er müde ist, dann klappt das Saugen und Pusten mit dem Strohhalm auch nicht gerade soooo tolle. Er braucht da wohl so ne Art Herausforderung :razz:
Liebe Grüsse von Gigi

Nicole und Julia
14.10.2004, 22:13
Also da kann ich nur sagen das Julia auch mit ihren erst 18 Monaten sehr gut im Saugen und Pusten ist. Sie trinkt jeden Tag aus super dünnen Röhrchen ihr Actimel und kann auch die Tröteschlangen vom Fasching ohne Probs rauspusten. Letztens war ich auch recht stolz auf sie weil sie aus einer Tröte wo ewig lang nie was raukam, plötzlich ein Ton und dann noch einer und ein richtig lauter rauströtete... uns Jule, die strahlte über beide Ohren. Mein Floh, der bekam immer noch nix raus und wird im Dez dann drei Jahre!!!!

Hoffen wir das diese Überei auch was für ihre Sprache bringt, obwohl ich zugeben muß das ich nicht mehr jeden Tag und nicht mehr so intensiv über mit ihr. Damit die Lust nicht ganz vergeht!

bene
01.02.2005, 20:47
naja, von einer deutlichen aussprache kann ich nicht grad sprechen.
war früher bei einer logopädin, aber so buchstaben, wie "s", "ch", "ß", "ss" und "z" kann ich nicht richtig aussprechen, sondern nur so ein bisschen zischend.
bin am überlegen, ob ich vielleicht nochmal zur logopädin gehen sollte, aber ich komm eigentlich gut damit zu recht und deshalb eilt es für mich nicht.

Gabi und Lukas
02.02.2005, 10:39
Hallo!
Ich wollte nur ergänzen:
Die Velopharyngoplastik muss in der Tat sehr schmerzhaft sein und sollte nur durchgeführt werden, wenn alle Alternativen (Logopädie z.B.) aussichtslos erscheinen. Peter hat schon das Risiko der Schlafapnoen erwähnt, Leistungssport soll auch kaum noch möglich sein, weil der Patient danach wohl "einen kürzeren Atam hat" (ist jetzt sehr dilettantisch ausgedrückt, ich weiß, aber ich denke, Ihr versteht, was ich meine.)
Mir liegen übrigens andere Zahlen vor als Peter, in Deutschland soll, so hat es mein Doc mir gesagt, bei 5 bis 8% der Kinder eine sprachverbessernde OP nötig sein. Vielleicht liegt es daran, dass die heutigen Methoden beim Erstverschluss schon erfolgreicher sind.
Unser Sohn hält sich beim Sprechen so vornehm zurück, dass ich noch nicht beurteilen kann, ob er mal näseln wird.
Gregor, Du hattest doch erst neulich einen Eingriff, oder? Ich dachte, das wäre schon zur Sprachverbesserung gewesen.Oder habe ich das falsch in Erinnerung?
Liebe Grüße von Gabi

Gregor
02.02.2005, 20:37
Hi!
Ja ich hatte am 5 Januar bei Prof Sader die Sprach-OP aber nach seiner Methode die er erfunden hat und zwar Levatorplastik,da werden zwei Muskeln vom Hals inneren entnommen und ins weiche Gaumen verpflanzt und angezogen maximal wie es geht um den "Loch" zu verkleinern damit nicht soviel Luft durch die Nase entkommt.
Ich kann sagen die Methode ist einmalig kann nur empfehlen(treibe schon Sport nach 4 Wochen nach der OP) ich spüre fast gar nix das sich was verändert hat(anatomisch gesehen)
Die Sprache ist deutlicher geworden um ungefähr 30% und es wartet auf mich noch eine OP(restloch zumachen) und Logopädie werde ich auch erst seit 10 Februar regelmäsig machen.
Die Methode über Ihr schreibt ist sehr alt und es treten viele Problerme dabei auf.
Ich bin einfach HAPPY yuhuuuuuu !!!!
Mfg Gregor

Kirstin
02.02.2005, 20:56
Hallo,

sprachverbessernde Op´s habe ich keine gebraucht, aber ich war jahrelang in logopädischer Behandlung und meine Eltern haben mich ständig verbessert, wenn ich was nicht richtig ausgesprochen habe. Sie haben (aus anderen Gründen) darauf bestanden, dass ich Hochdeutsch lerne und immer auf eine deutliche Aussprache geachtet. Dass war oft richtig hart und hat auch zu Tränen :cry: geführt, letztlich bin ich aber überglücklich, dass sie diesen Kampf auf sich genommen haben :) Ich kann Peter nur zustimmen, als Erwachsene ist es super schwer am Sprech- oder bei mir war es- Schluckverhalten was zu ändern!

Peter Ecker
02.02.2005, 22:56
Zur Velopharynxplastik muss man fairerweise sagen, dass sie eine sehr hohe Erfolgsquote hat und die Risiken wie Schlafapnoe nur sehr selten auftreten. Das mit den Schmerzen ist wohl individuell unterschiedlich. Ich habe auch von einigen Leuten gehört, bei denen das sehr schmerzhaft war. Aber bei den meisten dürfte das keine grosse Sache sein. Ich lag mal im Krankenhaus neben jemandem, der sich schon am Abend nach der OP ausgiebig (und plötzlich verständlich) unterhalten konnte und der dann am nächsten Tag nach Hause gegangen ist. So kann es also auch gehen. Jeder der über eine sprachverbessernde OP nachdenkt, sollte sich erstmal mit der Velopharynxplastik beschäftigen und dann an die exotischeren Methoden denken.

@Bene: das mit den S-Lauten hört sich eher nach einem Problem mit den Frontzähnen an, also Lispeln -- was auch ziemlich typisch wäre. Da wo die Spalte war, ist halt eine mehr oder weniger gut verschlossene Lücke in den Zähnen. Es ist auch möglich dass man sich da eine unnormale Zungenbewegung angewöhnt, um die Lücke zu kompensieren. Ein Problem bei "sch...", "ffff...", "ch..." wäre eher ein Problem mit dem Abschluss des Gaumensegels.

Viele Grüsse,
Peter

Annika
26.02.2005, 22:34
Ich hab auch Probleme mit dem näseln, bekomme in 2-3 Monaten meinen Gaumen wahrscheinlich nochmal neu verschlossen. Wenn ich näheres wei, werde ich es hier posten ;) Versprochen!

larissa
28.04.2005, 20:26
mit dem näseln hab ich überhaupt keine probleme!ich sprech sogar teilweise deutlicher als meine klassenkameraden!!! :!: :megacool: (stimmt wirklich!) larissa :female:

Karina
07.05.2005, 20:29
Ich habe die Velopharyngoplastik mit 16 Jahren machen lassen und mir hat sie sehr geholfen. Ich näsle heute nicht mehr, allerdings muss man hinterher zum Logopäden um Muskeln und Nerven zu trainieren. Ich hatte überhaupt keine Schmerzen, natürlich merkt man das ein oder andere ziepen, aber schlimm ist das nicht. (das Schlimmste, was ich bisher an Schmerzen hatte waren die Weisheitszähne, aber das kommt ja auf fast jeden zu). Man darf nach der OP ca. 10 Tage nicht sprechen, damit die Naht in Ruhe heilen kann. *Schreib mal wieder!* sage ich da nur. Allerdings habe ich mir sagen lassen, dass diese OP nicht zwangsläufig zu einer Verbesserung führt. Ich würde es auf jeden Fall wieder tun.

sandra dirscherl
01.07.2005, 18:57
Bei Annabell sollte eine Velopharyngoplastik bei der Gaumenop gemacht werden. Im KH angekommen sah sich ein anderer Arzt den Gaumen noch mal an. Der sagte dann, diese OP wäre sehr schmerzhaft und würde nur das näseln beheben. An der eigentlichen Sprache ändere sich nichts.

Annabells Gaumen mit Zäpfchen ist sehr lang. So wurden nur die Muskeln richtig zusammengenäht. Jetzt muss sie viel Logo machen, warscheinlich viele Jahre. Dr. Thieme, Bremen, hat bei der letzten Untersuchung vor 2 Wochen, gesagt "Wenn es in einem Jahr nicht besser ist müssen wir die Plastik noch machen." Die Logopädin, die bei der Untersuchung bei war sagte aber "Das näseln ist schon viel weniger geworden."

Dr. Thieme wollte von Anfang an die V-plastik machen. Er wurde zum Glück für uns von seinem Kollegen überstimmt.
Manchmal glaube ich das einige Ärzte einfach nur gerne schnippeln. Sie bevorzugen bestimmte OPs obwohl für den Patienten eine andere vielleicht besser wäre.

LG
Sandra und Annabell