Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stillen von LKGS Kindern....
Anonymous
04.10.2004, 15:42
Hallo, Ihr Lieben,
auch ich moechte sagen, dass Ablehnung, sogar starke ganz normal ist.
Bei meinem Sohn hatte ich leichte, als ich z.H. war und keinerlei Hilfe hatte, waehrend ich staendig am Abpumpen war und mich um beide kleinen Kinder alleine kuemmernt musste. Die Ablehnung ging also eher an die, die mir nicht geholfen haben, aber die einzigen, die das haetten machen koennen, helfen mir auch jetzt nicht, mit 3 kleinen Kindern, wollen aber selber selbstverstaendlich Hilfe meinerseits in Anspruch nehmen! (Hier gehts um meine Schwiegereltern! Grrr!)
Gerade bei einer isolierten Weichgaumen (Velum) spalte, die ja recht schnell geschlossen wird, lohnt es sich zu Pumpen und das Baby NUR an der Mutterbrust saugen zu lassen und die abgepumpte Milch ueber ein Brusternaehrungsset zu geben. Das Baby ist dann bereits nur die Brust gewoehnt und kann nach der OP nach einer Eingewoehnungszeit ausschliesslich an der Brust gestillt werden! Das wichtigste ist: Glaubt an Eure Stillfaehigkeit und das die Faehigkeit Eures Kindes zum Stillen nicht vom Grad der Behinderung abhaengt! Etwas, was manche Aerzte ec. einem oft weiss machen wollen! Mein Sohn, mit Gaumenspalte haette ich, nach meinem jetzigen Wissensstand problemlos (aber anders!!!) stillen koennen! Aber mir fehlte der Mut gegen ALLE Aussagen auf mein Herz zu hoeren und auch meinem Kind zu vertrauen und ihm Zeit zu geben es zu lernen, damit sich die Muskulatut auch staerken kann! Diese Ablehnung hatte ich also auch mir selbst gegenueber und ich bin immer noch wuetend auf mich!
Liebe Gruesse,
Regina
Gigi und Leon
06.10.2004, 23:19
Hallo!
Auch ich finde es gut, dass Kirsten ihre Gefühle beschrieben hat. :respekt:
Ich hatte ja auch in der Schwangerschaft meine 4 Wochen Trauer und Vorwürfe - hab es dann allerdings verarbeitet gehabt und fand ihn dann wirklich zum Knutschen ( wenn er das jetzt lesen würde, käme ein lautstrakes IGITT :D - 7jähriger Lausbub eben *gggg*
Aber es geht halt wirklich jeder mit der Situation anders um, und so sollte auch der oder die "anders denkende" toleriert und v.a. akzeptiert werden.
Auch mit dem Stillen sollte man sich nicht so unter Druck setzen oder setzen lassen. Bei Leon mit seinen riesen Spalten war es ja auch eher ein ausmelken als stillen, aber ich habe es die 9 Monate durchgezogen und er auch. Klar waren da auch Tage drunter, wo es gar nicht klappte und er nur die abgepumpte Milch aus dem Habi bekam, aber dann gab es auch zeiten wo wir gut und gern 2 Stunden am Stück eine Seite leergebissen haben ohne uns zu stressen. Aber leon war ja auch unser erstes Kind. Wenn er als Nr. 3 jetzt gekommen wäre, hätte ich niemals die Zeit und Geduld aufbringen können - das steht fest. Wer kann sich mit 3 Kindern schon bis zu 18 Stunden pro Tag nur mit der Ernährung des Säuglings befassen? Das ging wirklich nur, weil er unser Erster war.
liebe grüsse von Gigi
Anonymous
07.10.2004, 07:40
Liebe Gigi,
deine beschriebene Stillerfahrung finde ich ganz toll und Du hast da voellog recht, dass man gewisse Dinge wirklich nur machen kann, wenn man Zeit und Ruhe hat oder eben sehr viel Hilfe, damit die anderen Kinder nicht zu kurz kommen!
Liebe Gruesse,
Regina
Nicole und Julia
07.10.2004, 14:50
Ich konnt Julia leider auch nicht stillen, sie vorlor die Brustwarze immer wieder und es dauerte ewig bis die dann mal drin blieb und sie was nuckelte oder saugte/melkte...
also wenn sie mein erstes Kind gewesen wäre hätte sie es bestimmt erlernen können, da ich dann ja auch mehr Zeit gehabt hätte. Aber so war es mir mit bereits zwei anderen Kindern auch schecht möglich so lang für ihre Fütterung zu brauchen. Da die minis ja auch so viele Mahlzeiten am Anfang noch brauchen .
Ich wäre froh wenn es geklappt hätte, aber auch mit Fertigmilch hat sich Jule bestens entwickelt und ich habe von daher auch kein schlechtes Gewissen, hab 2 Monate abgepumpt und ihr meine Milch mit dem Habermann gegeben.
bettina u paul
07.10.2004, 21:05
Dazu möchte ich mich auch kurz äußern:
Gerade nachdem ich jetzt, nach 7 Monaten mit dem Milchabpumpen aufgehört habe, wird mir immer mehr bewusst, wie sehr mir das Stillen abging. Ich hab das Abpumpen ja gerne für unseren Sohnemann gemacht.
Nur einfach dieser Kontakt ging mir schon ab. Anfangs habe ich ja fleißig probiert, wie´s mir im Spital vorgezeigt wurde. Aber es klappt einfach nicht- gerade mal nur nuckeln ging. Daheim hab ich es dann noch einige Zeit probiert und ihn dann nur noch zur Beruhigung nuckeln lassen, hörte aber auch bald auf.
Rückblickend kann ich mir jedoch nicht vorstellen, dass es wahrlich geklappt hätte, auch wenn ich Zeit und Ruhe gehabt hätte. Seine Spalte war einfach zu breit.
Generell stelle ich mir schon vor, dass es bei einigen Spaltkindern mit Stillen möglich ist. Nur denke ich mir, dass jede Mutter selbst entscheiden soll, ob sie´s versucht und macht oder doch nicht.
LG
Bettina
Doreen mit Elisei
07.10.2004, 22:31
Hallo Regina, auch wenn Du mir jetzt heftig widersprechen möchtest; ich glaube nicht, dass man generell davon ausgehen kann, dass Kinder mit Spalte gestillt werden können. Bei meinem Sohn war es einfach unmöglich. Er konnte noch nicht mal die Brustwarze in den Mund bekommen. Er hat, bedingt durch die doppelte Spalte, das Mittelstück vom Oberkiefer dermaßen verschoben gehabt, dass daraus ein "Überbiss" von 1,5 cm entstand. Warum soll ich mein Baby also quälen mit allen möglichen Stillversuchen, wenn ich doch van anfang an sehe, dass es unmöglich ist. Ich habe ihm die Milch 9 Monate abgepumpt, auch wenn mir das direkte Stillen sicher besser gefallen hätte (Was ist es doch herrlich unkompliziert!) Ich habe vorher alle 3 Kinder gestillt, was auch nicht immer einfach war, aber bei meinem Elisei ging es einfach vom anatomischen Befund her überhaupt nicht.
Anonymous
08.10.2004, 07:16
Liebe Bettina,
ich bin ganz Deiner Meinung.
Und ich wuerde auch nie behaupten, dass ALLE Spaltkinder auf normalem Wege gestillt werden koennen, aber ein grosser Teil, mehr, als angenommen, koennte es.
Vor allem muss man sich erstmal von dem normalen Stillen verabschieden, wie man es bei "gesunden" Kindern gewohnt ist (bei Gaumenspalten und breiten Totalspalten), DENN DAS IST NICHT MOEGLICH!
(Gaumenplatte hilft enorm).
Vor allem bin ich dafuer, dass generelle, negative Aussagen, die eine Mutter in der sensiblen Phase nach Geburt oft hoert, sehr entmutigend sind, sicherlich so auch nicht stimmen und vermieden werden sollten.
Es ist wichtig, dass Muetter auf ihre eigene Stimme hoeren und auf das, was das Kind zu ihr sagt. Manche fuehlen es ganz deutlich, dass es gehen wuerde, manche handeln nach ihrem Gefuehl, entgegen den Ausserungen anderer und es klappt (wenn sie eine gute Stillberaterin haben oder sich selber gut informierten und es ueberhaupt erst mal PROBIEREN. Da scheitert es oft ja schon).
Nicht kooperieren und entmutigen, statt Hilfe und Kompetenz ist bei sog. Fachpersonal leider oft noch die Regel.
Es gibt einige Gesetze, die auch bei "normalen" Kindern gelten. Wenn die nicht eingehalten werden, ist es selbst bei "gesunden" Kindern nur noch schwer moeglich, sie zu stillen.
Ich denke, dass man genau da ansetzten muss und das GANZ besonders bei einem fehlgebildeteten Kind, aber genau da ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass alles anders laeuft und es wird dann schneller auf die Spalte geschoben und die ist aber meist nicht Schuld am nicht stillen koennen (Stillen immer mit 'anders stillen' definiert!)!
1-Kind nicht von Mutter trennen
2-Kind sofort anlegen
3-Sofort mit dem Abpumpen beginnen
4-Gaumenplatte
5-Kind und Mutter ZEIT LASSEN! (es dauert oft Tage, bis beide gelernt haben, welche Position guenstig ist!)
6-Keine saugverwirrenden Hilfsmittel (Nuckel, Flasche, Stillhuetchen)
7-Abgepumpte Milch durch Brusternaehrungset geben
8-Kind NUR an der Brust nuckeln lassen
9-Kind beim Stillen leicht aufrecht lagern, Brust ueber die gesamte Stillmahlzeit im Mund des Babys halten, damit sie nicht wieder "heraus faellt", Kinn stuetzen und nah an die Brust bringen (DanCer-Griff)
10-Spaltkind nicht mit einem "gesunden" Baby vergleichen (z.B. Gewichtszunahme). Dauert laenger, spielt sich aber ein.
Wie gesagt, wenn Punkt 1,2,6,8 bei einem "normalen" Kind nicht beruecksichtigt werden, haben viele (nicht alle!) es auch schwer gestillt werden zu koennen!
Wenn, besonders der Gaumen geschlossen ist (und der wird ja recht schnell geschlossen) und auch Lippe und Kiefer (Kiefer meist zumindest weichteilig) folgen, ist nach einer Eingewohnungszeit das normale Stillen moeglich. (Die Frage ist, ob die Mutter die Kraft und Zeit hat so lange zu pumpen und ueberhaupt so lange stillen moechte.)
Wichtig ist der koerperliche Kontakt, den man wundervoll durch das Stillen hat, dem man dem Baby aber auch anders geben kann! Keine Mutter sollte sich deshalb einen Vorwurf machen, wenn sie aus innigster Ueberzeugung nicht gestillt oder es nicht geschafft hat. Abpumpen, wenn auch nur kurz, ist ein ganz bewundernswerte Entscheidung und Stillen ist, wie gesagt, sicherlich nicht das A und O von Naehe und Liebe!
Ich moechte jedoch die ermutigen, die unbedingt stillen moechten und auch FUEHLEN das es gehen wuerde, denn entgegen seine eigene innigsten Ueberzeugung handeln, nur, weil andere meinen es besser zu wissen und dadurch eine evtl. erfolgreiche Stillbeziehung zu (zer)stoeren, ist falsch!
Liebe Gruesse,
Regina
Corinna mit Pascal
12.10.2004, 22:13
Pascal ist mein erstes Kind und ich hätte ihn gerne gestillt. Aber wie schon so einige hier geschrieben haben konnte er die Brustwarze nicht im Mund behalten. Durch die Gaumenplatte rutschte er immer ab und ich habe mir sehr viel Zeit für ihn genommen. Ich habe dann 3 Monate immer abgepumpt und ihm die Milch mit dem Habermann gegeben.
Anonymous
13.10.2004, 10:34
Hallo Corinna,
wurdest Du angeleitet Pascal die Brust waehrend der gesamten Stillmahlzeit in den Mund zu halten und hast Du auch den DanCer-Griff angewandt? Beides ist wichtig, wie gesagt, damit die BRust nicht wieder herausrutscht. Abpumpen haettest Du trotzdem muessen und Deine Muttermilch per Brusternaehrungsset geben koennen. So waere Pascal aber nur Deine Brust gewoehnt gewesen und haette evtl. mit viel Zeit und Ruhe (evtl. auch erst nach einigen OPs) das Saugen an der Brust geschafft. Nichts ist kiefergerechter und gerade fuer ein Spaltkind idealer in der Anpassungsfaehigkeit, als die Mutterbrust. Macht Euch bewusst, dass das Baby sich immer an das gewoehnt, was es zur Verfuegung hat, auch bei fehlgebildeten Kindern. Da dauert es nur laenger und es muss nachgeholfen werden. So wie ein Spaltbaby lernt mit dem Haberman zu trinken, haette es auch gelernt and er Brust zu trinken, jedoch ist die Verunsicherung bei den Muettern gross, weil man bei der Brust die Menge der getrunkenen Milch nicht so leicht kontrollieren kann, wie bei der Flasche.
Die Basis ist immer, dass man als Mutter gut angeleitet wird und selber ueberzeugt ist.
Mach Dir keine Gedanken, liebe Corinna, leider weiss man meistens immer erst spaeter mehr und hat auch genuegend Kraft und den Mut etwas auszuprobieren, was zuerst unwahrscheinlich klingt und unmoeglich scheint.
Liebe Gruesse, Regina
Kirsten und Noel
13.10.2004, 12:49
Hallo Regina,
ich muss doch auch nochmal meinen Senf dazu geben, denn dieses Thema wühlt mich nach wie vor sehr auf. Bei uns war es auch so, dass das Stillen bei Noel (vollstän. einseitige LKGS-Spalte) nicht klappte, und ich furchtbar darunter litt, hatte ich doch meine ersten beisen je zwei Jahre lang gestillt.
Ich finde es grundsätzlich super, dass Du Spaltkindmütter zum Stillen ermutigen willst. Aber: ich habe wirklich alles versucht, und mir alles an Rat gesucht, was es gab: die Broschüren der Firma Medela und der La Leche Liga, wiederholte Besuche bei diversen (auch spezialisierten) Stillberaterinnen, und endlose Stillversuche, Experimente mit Brussternährungsset, DanCer Hold und und und. Es half nichts. Da sah ich dann in den Broschüren die ergreifenden Fotos busnenuckelnder Spaltbabies und die Beraterinnen sagten, ja klar, das wird, ich habe viel Hoffnung, dass er es lernt etc. Irgendwann fragte ich mich, was um Gottes willen ich denn bloss falschmachte, dass es einfach nicht klappen wollte!! Ich hätte dringend jemanden gebraucht, der mir sagt, dass es womöglich trotz aller mühen mit dem Stillen nichts werden würde. Ermutigung finde ich toll, und wenn ich zu Beginn nicht die Hoffnung gehabt hätte stillen zu können, hätte ich sicher auch das Abpumpen so ernst genommen und Noel so lange pump-gestillt. Von daher finde ich es schon wichtig, dass man betroffenen Müttern (zunächst) ein paar Illusionen läßt. Einmal das, und dann richtige Info! Besuch mal ein paar amerikanische oder britische Spaltseiten im Web. Da wird es wenigstens genau ausgesprochen: Stillen bei Lippen - oder Lippen-Kiefer-Spalten ist mit ein wenig Übung kein Problem. Sobald aber das Gaumensegel betroffen ist, wird es ja nach Spaltbreite schwierig, meist unmöglich , das Baby zu stillen. Gepaart mit einem "schlechten" Milchflussreflex (ist ja eignetlich gut - bin bei meinen ersten Kindern nie "ausgelaufen" :) ) ist es wirklich unmöglich.
Du hast ja recht - Säuglinge sind eigentlich Melklinge, sie melken die brust mit dem Kiefer aus und benötigen ein Vakuum "nur" zum Positionieren der Brustwarze im Mund. Es ist aber eine Mär, dass die richtige Stillhaltung und der DanCer Hold da die Lösung bringen. Noel hat dieser Griff auch nicht geholfen, und glaube mir, ich war wirklich sehr geduldig. Du schreibst ja, dass Du Deinen Sohn nicht stillen konntest, wiel Dir die nötige Anleitung und hilfe fehlten. Nun, ich hatte sie, und es hat trotzdem nicht geklappt, aber das viele Ermutigen (von Menschen, die eben selbst nie versucht hatten, ein Spaltkind zu stillen) machte mich noch mutloser, führte dazu, dass ich mich noch wertloser fühlte. Klar gibt es Hilfen, aber selbst damit schaffen es die allermeisten Gaumenspaltkinder leider nicht zu stillen. Das ist einfach so, und ich würde mir wünschen, dass die Stillberaterinnen sich auch einfach mal durchringen und trauen würden, den anscheinend so schlimmen Satz auszusprechen : "Es tut mir sehr leid, aber in Eurem Fall wird es wohl nicht klappen. Komm, ich helf Dir mal dabei, das Abpumpen besser hinzukriegen." Oder sowas in der Art.
Ich glaube, in der heutigen Zeit, wo die meisten Frauen eben zu wenig Ermutigung und hilfe zum Stillen kriegen (leider!) ist es dann für die Hebammen und Stillberaterinnen nicht möglich, eine Frau zu "entmutigen", - auch, wenn es in dem Fall die einzig wirklich sinnvolle Hilfe und darum sehr verdienstvoll wäre!
Liebe Grüsse - (ich freu mich schon auf Dein Kinderbuch, dass ich vorbestellt habe - wann erscheint es denn?)
Gabi und Lukas
13.10.2004, 12:54
Kirsten, Du sprichst mir aus der Seele!
Mir ging es genauso wir Dir, ich habe mich auf den Kopf gestellt und wollte das Stillen fast erzwingen. Es hat nichts genutzt, und meine Schuldgefühle ließen erst nach, als unser Spaltdoc mir sagte, mit dieser Spaltform sei es fast unmöglich zu stillen. Und: ich hatte durch meine drei Größeren jede Menge Stillerfahrung! Wie muss es da erst einer völlig stillunerfahrenen Mutter gehen, die versucht, ihr erstes (Spalt-)kind zu stillen?
Gruß, Gabi
Doreen mit Elisei
13.10.2004, 13:12
Danke Kirsten, genauso sehe ich das auch. Es ist ein großer Unterschied theoretisch zu wissen wie es geht oder es wirklich zu tun. Ich habe auch alles Mögliche probiert, um Elisei an die Brust zu bekommen, aber es war aussichtslos. Das hat mich total gefrustet, weil ich doch so gern stillen wollte. Und wie Gabi hatte ich auch schon einiges an Erfahrung, hatte meine 3 Großen ja auch alle gestillt, auch Naima, die als DS-Kind bei vielen als nichtstillbar galt.
Mich macht es im nachhinein noch traurig, gesagt zu bekommen, dass ich nur lange genug hätte probieren müssen. Die Broschüre "Laßt mir etwas Zeit" (oder so ähnlich) hatte ich auch und das gestillte Baby auf den Fotos hat mich nur noch mehr fertig gemacht. So lange abgepumpt habe ich wahrscheinlich hauptsächlich um meine Schuldgefühle abzubauen.
Gabi und Lukas
13.10.2004, 14:07
Jetzt muss ich mich nochmal zu Wort melden: Ich habe ja oben geschrieben, dass ich gewisse Schuldgefühle hatte, weil ich Lukas nicht stillen konnte. Noch dazu habe ich das Abpumpen nach einer Woche aufgegeben, weil es so schlecht klappte und ich überhaupt keine Zeit mehr für meine Familie hatte.
Heute sehe ich das schon wieder ganz anders: Lukas ist so ein ausgeglichenes, zufriedenes Kind! Bisher stelle ich auch noch keinerlei Unterschiede hinsichtlich seiner Gesundheit fest: Er ist nicht infektanfälliger als seine Brüder, hat bisher keine Allergien...Er hat sogar deutlich weniger Hautprobleme als meine Großen, hatte z.B. noch nie Milchschorf!
Bitte versteht mich nicht falsch, ich möchte keinesfalls behaupten, dass Stillen nicht besser wäre, im Gegenteil, ich war immer überzeugte Stillerin. Aber manchmal denke ich, dass das Stillen einfach ein bisschen überbewertet wird, v.a. von manchen Hebammen. Mir wäre zumindest einiges erspart geblieben, wenn mir eine Hebamme ganz einfach gesagt hätte: Es kann sein, dass Du ihn nicht stillen kannst, dann versuch es halt mit Abpumpen. Und wenn Dir das auch zuviel ist, gib ihm halt Flaschennahrung. Besser ist es doch wohl für ein Kind, wenn es von einer ausgeglichenen zufriedenen Mutter die Flasche bekommt, als wenn es von einer abgehetzten, gestressten Mutter gestillt wird bzw. abgepumpte Muttermilch bekommt.
Regina, ich weiß, dass Du es gut meinst, aber wenn ich Deine Ratschläge vor einem Jahr gelesen hätte, als ich das alles noch nicht so richtig verarbeitet hatte, hätten sie mich wahrscheinlich zum Heulen gebracht!
Grüße von Gabi
Anonymous
13.10.2004, 15:10
Liebe Gabi,
ich verstehe Dich gut und Du hast sicherlich auch vollkommen recht und das habe ich ja auch in meinem Ratgeber geschrieben! Eine ausgeglichene Mutter ist auf jeden Fall einer gestressten Pump- oder Stillmutter vorzuziehen!
Wie gesagt, man kann auch nur Tipps geben, fuehlen und tun muss jede Mutter es selbst, ob sie stillen kann und will. Ich habe mit der Handpumpen ja auch "nur" 3 Monate durchgehalten und musste zufuettern und stellte dann ganz auf Flaschennahrung um und Sam ist sehr ausgeglichen und ausgesprochen froehlich, zwar infektanfaelliger, aber trotzdem war es bei meinem damaligen Wissens- und Gefuehlsstand sicherlich das beste. Ich konnte auch nicht mehr!
Es muessen eben viele Dinge zutreffen, wenn Stillen geschafft werden will und wenn schon eins ausbleibt, kann das schon das Ende bedeuten!
Vor allem sollten wir aufhoeren ueber vergossenen Milch zu weinen!
So, wie es ist und war, was es gut! Wir haben das Beste draus gemacht!
Wir koennen nur unsere Tipps und unser jetztiges Wissen an die weitergeben, denen das noch bevorsteht und DIE koennen es vielleicht anders machen, aber auch nur, wenn sie es selber fuehlen!
Liebe Gruesse,
Regina
Kirsten und Noel
13.10.2004, 17:20
Hallo Regina,
schade, dass Du nicht direkt auf meinen Beitrag geantwortet hast, es würde mich mal interessieren, wie Du das siehst mit der Stillberatung.
Ich halte es einfach für sehr problematisch zu denken, mit dem richtigen Wissensstand wird es dann schon klappen, ein Kind mit Gaumenspalte zu stillen. Auch wenn viele Hebammen und Stillberaterinnen es nicht wahrhaben wollen, es geht in den allermeisten Fällen schlicht nicht! Das hat jetzt gar nichts damit zu tun, dass ich Noel nicht stillen konnte und deswegen über (nicht :wink: ) vergossene Milch weine, ich finde es einfach nicht professionell, in der Beratung auf Teufel komm raus immer nur das Gelingen des Stillens zu propagieren. Ich werde selbst bald eine Ausbildung zur Stillberaterin machen und bin sicher, dass ich immer den müttern zum (Weiter-)Stillen raten würde, habe ich doch selbst schon alle Höhen und Tiefen durchlebt - wunde Brustwarzen, Brustentzündung, Milchstau - aber auch zutiefst erfüllte Stillbeziehung. Wenn aber medizinisch feststeht, das Stillen nicht klappt (was im Fall einer breiten Gaumenspalte, ich rede hier nicht von isolierten Lippen- oder Lippen-Kiefer-Spalten, einfach so ist), dann sollte man nicht ewig weiter ermutigen. Das finde ich verantwortungslos.
Würde mich einfach mal interessieren, wie Du das siehst!
Liebe Grüsse,
Anonymous
13.10.2004, 17:52
Liebe Kirsten,
ich hatte eine sehr lange Antwort geschrieben und als ich sie abschickte, war die Seite abgelaufen und meine Antwort erschien nicht, war also weg, was wirklich schade ist. Ich versuche sie also noch einmal zu formulieren.
Ganz toll finde ich, dass Du auch Stillberatung machen willst und ich bin sicher, dass Dir Deine jetzige Erfahrung sehr viel dabei helfen wird und ich bin ausserdem sicher, dass Du nach der Ausbildung dann nochmal eine ganz andere Sichtweise haben wirst!
Ich wuerde mich freuen, wenn bitte auch das, was ich schreibe genau gelesen wird. Ich habe bis jetzt jedesmal gesagt, dass unter bestimmten idealen Voraussetzungen Stillen geschafft werden KANN. Das einige von uns und auch ich es nicht geschafft haben, heisst aber nicht, dass es unmoeglich ist! Mit 'vergosserer Milch' wollte ich sagen, dass wir nicht laenger darueber trauern sollten und hat wohl nichts mit meiner Professionalitaet zu tun!
Jetzt zu meiner langen verschwundenen Antwortmail:
Ich schrieb, dass wir zunaechst einmal "stillen" definieren muessen.
Wer den Anspruch hat sein Kind mit G-Spalte trinkt an der Brust und das von Anfang an, so, wie ein nicht fehlgebildetets Kind, der muss sicherlich enttaeuscht werden. Das wird, gerade am Anfang nicht gelingen! Wir sollten diesen hohen Anspruch aber auch nicht haben. Es genuegt, wenn wir unser Baby oft an die Brust legen und ihm damit eine Moeglichkeit geben es jedoch nach dem Gaumenverschluss lernen zu koennen.
Bestimmte geunstige Bedingungen, dass heisst auch eine Hilfe Zuhause fuer die anderen Kinder!!!!, keine Trennung, sofortiges Abpumpen, Brusternaehrungsset, eine (trotz allem) gelassene, stressfreie Atmosphaere und innere Einstellung, ERHOEHEN DIE WAHRSCHEINLICHKEIT, dass auch ein Kind mit LKG-Spalte gestillt werden kann! Es ist aber auch dann keine Garantie!
Ich denke, das wir Muetter aber oft zu hohe Ansprueche haben und immer vom "nomalen Stillen koennen" ausgehen und uns damit auch unter Leistungsdruck setzten und Druck ist auch bei Muettern mit nichtfehlgebildeteten Kindern ein Stillfeind!
Wenn ich an den Erfahrungsbericht von Gabi denke, so kann man nur sagen, dass da so einiges schief gelaufen ist, von der Arztdiagnose, zum Teelochsauger, bis zum Brusthuetchen.
Du, liebe Kirsten, hast alles versucht, mehr kann man nicht tun und bei Dir hat es nicht geklappt. Aber DU hast wenigstens alles versuchen KOENNEN und hattest die bestmoegliche Hilfe!!!! Und Deine Versuche und der Wille sind bewundernswert und toll!
Die bestmoegliche Hilfe sollten auch andere bekommen und wenn es dann nicht geht, dann brauch man sich wenigstens keine Vorwuerfe zu machen. Das heisst aber auch nicht, dass es bei anderen nicht gehen kann, schliesslich ist jede Mutter und jedes Baby in seiner Fehlbildung und in seinem Charakter anders und einzigartig!
Liebe Gruesse,
Regina
Anonymous
13.10.2004, 18:01
Liebe Kirsten,
Du und die anderen sehen, dass bei meinen Antworten, die jetzt 3 mal erschienen sind, etwas nicht stimmt.
Ausserdem habe ich Deinen Satz mit der vergossenen Milch und der Professionalitaet total missverstanden, entschuldige!
Koennte man es nicht so machen, dass man, wenn man eine Antwort schreibt, den Beitrag auf den sich die Antwort bezieht noch lesen kann?
Liebe Kirsten: Wie ich ja bereits sagte, stimme ich mit Dir wegen der Stillberatung ueberein, dass Stillberatung realistisch gesehen werden sollten.
Nicht alle Muetter und Kinder schaffen es, aber man sollte es zumindest probieren koennen und richtige Infos erhalten!!
Liebe Gruesse,
Regina
Kirsten und Noel
13.10.2004, 20:11
Liebe Regina,
danke für Deine Antwort!!
Ja, die Technik spielt uns immer wieder Streiche, mir sind leider auch schon Beiträge verschwunden. Dass Du den Satz missverstanden hast, macht nichts - wollte das Ganze etwas humorig verpacken und das kann man im Netz oft schwer umsetzen...
und gut auch, dass hier mal drüber gesprochren wird. Allerdings muss ich dazu sagen, das Einzige, was mir wirklich geholfen hätte, wäre eine Mutter gewesen, die ihr LKG-Kind stillen konnte. Ich habe bisher einfach keine Mama eines Babys mit Gaumenspalte kennengelernt, das gestillt werden konnte, und damit meine ich auch das Stillen, wie Du es für Gaumenspaltkinder definiert hast. Weswegen ich jetzt auch mal die Chance nutze und frage: kennst Du persönlich einen Fall, in dem das möglich war? An diese Mutter hätte ich einige Fragen!
Ich hatte ja auch ursprünglich geplant, bis zum Gaumenverschluss abzupumpen - der soll in 5 Monaten sein, wenn Noel ein Jahr alt ist.
Immer wieder habe ich deshalb versucht, Noel MuMi mit dem Brusternährungsset zu geben, zunächst täglich, dann in etwas grösseren Abständen, weil es soooo frustrierend war...irgendwann lehnte er das völlig ab und wollte nicht mal mehr einfach nur so an meinem nackten Busen liegen, weil ihn die Stillversuche so nervten. Das war vor etwa 2 Monaten. Da gab ich die Hoffnung auf, dass er es nach der Gaumen-OP noch mal lernen könnte - auch deshalb, weil Babies in dem Alter eben wissen, was sie wollen - ihren gewohnten Sauger in dem Fall, Silikon im Mund und kein Drüsengewebe :wink: .
Was ich damit sagen will: ich persönlich bin überzeugt davon, dass ein G-Spalt-Kind nicht stillen kann. Und wenn dem so ist, sollte das auch ganz offen zugegeben werden.
Aber ich lasse mich auch gerne vom Gegenteil überzeugen.Sobald ich einen Fall kenne, in dem genau dies möglich war!
Liebe Grüsse von Kirsten,
die jetzt mal das Abendflaschi abpumpen geht!
Anonymous
13.10.2004, 20:33
Liebe Kirsten,
ich bin so froh, dass Du es mir nicht uebel genommen hast!!!
Persoenlich kennen ich keinen Fall, aber hier schaffen es nicht mal die Muetter ihre "gesunden" Kinder zu stillen, geschweige denn macht man sich die Muehe fehlgebildetet Kinder stillen zu wollen, weder seitens der Muetter, noch des Personals.
Unter ff. Link der amerik. LLL-Seite kannst Du aber Erfolgserlebnisse nachlesen!
http://www.lalecheleague.org/cgi-bin/aglimpse/33/mnt/WWW/lalecheleague.org/htdocs?query=cleft
Auch eine Mutter aus Oesterreich hat in der oest. Selbsthilfevereinigung in deren Zeitschrift berichtet.
Den Link werde ich Dir noch raussuchen.
Ganz liebe Gruesse,
Regina
Anonymous
13.10.2004, 22:01
Liebe Kirsten,
es war nicht Oesterreich, sondern eine Schweizer Selbsthilfegruppe:
Auf Seite 6/7 berichtet eine Mutter ueber das Stillen von Tochter Nora mit G-Spalte:
http://www.lkg-spalte.ch/ves/text/textspalte/textspalte06.2001.pdf
Liebe Gruesse,
Regina
Gigi und Leon
14.10.2004, 09:20
Wenn ich jetzt wieder wüsste, was ihr unter "stillen" dann versteht ihr beiden :lol:
Also nochmal:
Ich habe Leon 9 Monate "gestillt", was in unserem fall hieß :anlegen -Leon hat die erste Milch so gut es ging rausgezogen und dann hab ich den Rest abgepumpt. Also er HAT Milch aus der Brust direkt bekommen.
Wenn ihr das unter "stillen" eines Splatkindes versteht, dann kennt ihr eine Mutter :D
Wenn nicht, dann entschuldigt meine Unwissenheit.
Noch kurz zu einem anderen Kommentar:
Ich denke, dass ich persönlich mehr gefrustet gewesen wäre, wenn ich schon mal eine erfüllt Stillbeziehung gehabt hätte. So war ich Erststillende, kannte es nicht anders und bin ins kalte Wasser gesprungen.
Wenn ich damals gewusst hätte wie "einfach" es ohne Spalte ist, hätte ich das mit Sicherheit nicht so lange ausgehalten. So war es für Leon und mich normal.
Randbemerkung: Als dann Madita auf die Welt kam, bin ich aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen, wie einfach es ging. Anlegen, andocken SSSAAAAAAAUUUUUUUUUUUUUGGGGGGGGG und fertig. :eek: :D
Ich konnte es wirklich kaum glauben.
Gruß Gigi
Anonymous
14.10.2004, 11:50
Mensch Gigi,
ganz toll! Wirklich super und ein tolles Beispiel, dass man es auch als Erstgebaerende schaffen kann.
Fuer mich war es dann auch noch mal ganz wundervoll, als mein 3. Sohn, ohne Fehlbildung geboren wurde. Du hast einen wichtigen Punkt angesprochen: Unsere Anspruchshaltung! Wir vergleichen unser Spaltkind mit dem vorigen "gesunden" Kind und sind natuerlich gefrustet, geben vielleicht sogar schneller auf, weil es nicht klappt, wie wir es gewohnt sind und unserer Meinung nach sein muesste! (hattest Du ja nicht!)
Dein Stillen ist genau das, was man unter Stillen eines Spaltkindes versteht und erst, wenn der Gaumen geschlossen ist, die Restsplate nicht zu breit oder die gesamte Spalte nach Basler Konzept geschlossen wurde, kann man hoffen, dass die anatomischen Gegebeheiten guenstig sind sein Kind "normal" stillen zu koennen! Aber bis dahin muss man erstmal kommen und das ist wichtig!
Liebe Gruesse,
Regina
Wo bekommt man Sachen wie Brustnährset, Habermannsauger und vor allen Dingen wann werden sie angewandt?
Vielleicht kann mir auch jemand eine Hebamme empfehlen.Wohnen zur Zeit in Köln, ziehen aber im September nach Leverkusen. Unser Sohn ist zum 03.08.06 ausgerechnet.Wäre schön,wenn die Hebamme sowohl nach Köln und Leverkusen kommen würde.Habe eigentlich schon eine Hebamme, die auch direkt nach der Diagnose benachrichtigen wollte(war Freitagmittag nur AB),
allerdings hat sie sich bis jetzt noch nicht gemeldet und bei ihr läuft nur der AB.Ok,ich hatte sie zur Nachsorge ausgesucht, aber ich dachte man könnte sich bei Problemen und Sorgen auch an sie wenden.Fühle mich im Moment von ihr sehr allein gelassen.
Gigi und Leon
08.05.2006, 10:43
Hallo!
Du kannst diese Sachen eigentlich in jeder Apotheke bestellen. Zumindest die meisten Krankenkassen übernehmen sie auch. Vielleicht hälst du da besser Rücksprache vorher. Wenn du Hilfe brauchst, melde dich ruhig bei mir. So übers Wochenende kann es schon mal sein, dass ne Hebamme auch mal "festsitzt". Hat sie denn Spalterfahrung? Du hast ja noch etwas Zeit. Bis es soweit ist, werden wir das schon hinbekommen. Priam, dass du motiviert bist. Kirsten hier aus dem Forum ist ja auch Stillberaterin und wohnt in Erkelenz. Das ist ja auch nicht sooo weit weg und ich aus Aachen wohn ja auch quasi um die Ecke. *lach*
MAch dir mal keine Sorgen. Notfalls werden wir "Ersatzhebammen". Gruß Gigi
Kirsten und Noel
08.05.2006, 10:45
Hallo,
diese Sachen kann man in der Apotheke bestellen, von der Firma Medela.
ein einmalig anzuschaffendes Hilfsmittel wie das Brusternährungset kann Euch z.B. die Hebamme besorgen, die kann das auch mit der KK abrechnen, damit ihr das nicht bezahlen müsst (gerade das Brusternährungsset ist mit 30 Euro nicht gerade billig). Beim Haberman Feeder, von dem man ja zumindest ein paar braucht, geht das wohl nicht. Manche Kassen bezahlen ihn, andere nicht...
Ob Ihr das alles braucht, wisst Ihr aber erst, wenn Euer Kind geboren ist. Wenn der Gaumen nicht mitbetroffen ist von der Spalte, wird es ohne Probleme normal stillen oder aus der Flasche trinken können. Ist der Gaumen auch betroffen, muss man eben ausprobieren, was das Baby kann. In wenigen Fällen kann es gestillt werden (aber meistens nicht voll "ernährungsbezogen", d.h. es muss nachgefüttert werden - wenn es geht, mit abgepumpter Muttermilch). Meistens kann es dann auch nicht mit einem normalen Flaschensauger trinken. Dann ist es gut, wenn man den Haberman Feeder zum Ausprobieren hat. Damit können nämlich auch Babys aus der Flasche trinken, die nicht saugen können, er funktioniert nicht durch Saugen, sondern das Baby streicht den Feeder mit der Zunge aus, mit einer ähnlichen Bewegung wie beim Stillen.
Leider kenne ich keine Hebamme in Eurer Gegend, die Erfahrung mit Spaltkindern hat, aber den Umgang mit dem Brusternährungsset kennen inzwischen viele Hebammen. Und ich selbst stehe auch gern für telefonische Stillberatung zur Verfügung, ich kann Euch auf Wunsch per PN meine Nummer schicken, dann könnt Ihr mich gerne mal anrufen.
Viele Grüße von
Kirsten und Noel
08.05.2006, 10:50
Hihi...da haben Gigi und ich uns überschnitten! Ihren Worten ist nichts mehr hinzuzufügen...ausser dass wenn alle Stricke reissen und es mit dem Trinken gar nicht klappt (was ich mir aber nicht vorstellen kann, schliesslich können Euch hier viele Leute Tipps geben) ich auch mal zu Euch nach Leverkusen rüberdüsen würde, ist ja echt nicht so weit!
LG,
Gigi und Leon
08.05.2006, 10:54
Tja, wir sollten uns absprechen, wann wir schreiben *lach*
Winkewinke :hallo:
:gut: besser hät ich es nicht schreiben können, so exakt formuliert hab ich es jetzt halt gar nicht....
Gigi
Super lieb, das ihr so schnell geantwortet habt.Bin sehr froh dieses Forum gefunden zu haben.Hat jemand von euch schon von dem Baseler Konzept gehört?
Kirsten und Noel
08.05.2006, 13:59
Hallo,
das sogenannte "Basler Konzept" kennen wohl alle hier, da es immer mal wieder kontrovers und emotional diskutiert wird. Es sieht vor, dass bei einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte alle 4 Spaltabschnitte (also Lippe, Kiefer, harter Gaumen, weicher Gaumen/Gaumensegel) in einer einzigen OP verschlossen werden.
Die sonst üblichen Behandlungskonzepte im deutschsprachigen Raum, die sich alle mehr oder weniger an dem in den 50er und 60er Jahren in Zürich entwickelten Behandlungsplan orientieren (also dem "Zürcher Konzept)
verschliessen die Spaltabschnitte in mehreren Schritten: meistens zuerst die Lippe (manche auch zuerst den Gaumen), dann Weich- und Hartgaumen oder erst mal nur den Weichgaumen, später den Hartgaumen und zuletzt die Kieferspalte.
Die Wissenschaftler sind sich nicht wirklich einig über das Vorgehen bei Spalt-OPs (was wann zuerst gemacht wird und wie genau). Dazu muss man sich klarmachen, dass die OP's, die die Spalten unsere Kinder verschliessen (egal nach welchem Konzept), sie also "gesund" machen, gleichzeitig eben auch ein unnatürlicher Eingriff in noch wachsendes Gewebe darstellen. Durch die Narbenzüge, die bei den Eingriffen nun mal entstehen, kann es zu Wachstumsstörungen des Kiefers kommen, daher gilt zumindest zu heutigem Zeitpunkt noch die Regel: so früh wie nötig, so spät wie möglich operieren, wobei es eigentlich bei den OP-Zeitpunkten einen Trend "nach vorn" gibt, d.h. auch bei den mehrzeitigen OP-Konzepten wird früher operiert. Viele Ärzte sind gegen einen so frühen Komplettverschluss, wie er beim Basler Konzept gemacht wird, andere sehen keinen wesentlichen Nachteil. Ob das Wachstum beeinträchtigt ist, kann man aber erst sehen, wenn die Patienten ihr Wachstum abgeschlossen haben. Solche Ergebnisse nach dem Basler Konzept liegen bisher noch nicht vor.
Wenn es Euch interessiert, nehmt doch einfach Kontakt zur Frankfurter MKG-Chirurgie auf (Adresse findet ihr unter "Kliniken und Erfahrungen mit dieser". Hier im Forum gibt es einige, die ihr Kind in Frankfurt behandeln lassen, sie werden sich bestimmt bei Euch melden. Zu einem Spaltzentrum in Eurer Nähe solltet Ihr aber auch auf jeden Fall Kontakt aufnehmen und Euch beraten lassen. Hier http://www.lkgs.net/showthread.php?t=2606 findet Ihr eine Liste mit nützlichen Fragen für das Erstgepräch mit den Chirurgen, damit man so ein bisschen abschätzen kann, wie die jeweilige Klinik das so handhabt, ob es seriös wirkt oder eher nicht oder ob es das Richtige für Euch ist.
Ihr könnt natürlich auch mal "Basler Konzept" in die Suche hier eingeben - aber Vorsicht, wurde aus diversen Gründen sehr heiss und nicht immer sachlich diskutiert. Also mit Vorsicht geniessen.
Viele Grüße aus dem Rheinland von
Gabi und Lukas
08.05.2006, 15:33
Noch ein kleiner Tipp von mir: Im neuesten Gesichter-Heft wurde von Frau Dr. Schmidt, die in Berlin operiert, eine Zusammenfassung der verschiedenen Konzepte mit Pros und Kontras veröffentlicht. Ich fand den Artikel recht hilfreich, um einen Überblick zu bekommen.
Bei Interesse kann ich den Artikel einscannen und zumailen.
Grüße von Gabi
Andrea und Lukas
08.05.2006, 22:10
Ich wollte nur Ergänzen, das darauf geachtet wird ein doppeltes Pumpset zu bestellen, wenn es zum Abpumpen kommt. Mir wollte der Apotheker damals die älterste Pumpe mit einem Set andrehen, gut das ich im KKH eine Einweißung über die Pumpen/Stillgeschichte bekommen habe.
Katja mit Celine
09.05.2006, 20:29
Du lieber Himmel,
nu wird mir einiges klar :-(
Celine hat ja eine vollständige LKG Spalte und ich wurde von sämtlichen Seiten Motivert zu Stillen.
Ich selbst wollte es ja auch gern schaffen. Es hatte bei meinem Sohn schon nicht geklappt und ich hatte nach 6 Wochen Pumpen fast gar keine Milch mehr :-(
Bei Celine hab ich es oft versucht, jetzt allein mit 2 Kindern ist es natürlich erstmal Chaotisch hier unhd mein Sohn ist sehr lebhaft, da hab ich schon langsam abschied genommen vom Stillen an der Brust.
Und ja irgendwie fühlt man sich so als hätte man Versagt, wenn man 2 Kinder nicht Stillen konnte und jeder einem Mut macht das es geht.
Man ich bin gerade super verärgert darüber das nirgendwo jemand gesagt hat das es so schwer bis garnicht möglich ist.
LG Katja
Gigi und Leon
09.05.2006, 23:22
Liebe Katja!
gerade bei Mitbeteiligung des Gaumens ist es enorm schwierig ,ein "Stillen "in dem Sinne zu ermöglichen. Wie ich ja schon beschrieben habe. Leon hat eigentlich mit seiner doppelseitigen LKGS nur zugeschnappt und an der Brust gezogen und so sich die Milch rausgezogen, was er kriegen konnte. Da war er schon eine Ausnahme und er war mein erster, sprich, ich hatte enorm viel Zeit für ihn - das kann ich dir jetzt garantieren, wo ich noch 2 Rabauken hinterherbekommen habe *gggg*. Da ist nicht mal eben andocken, saug und fertig und zwischendurch noch Buchvorlesen oder mal eben was zu trinken fertig machen für den Großen oder so, während das Baby an der Brust hängt.
Also, sei nicht gefrustet, wenn es nicht klappt, wenn du es versuchst ist das schon enorm viel wert, alleine die Zuneigung und die Kuscheleinheiten braucht dein Spatz ja auch.
So alleingelassen zu werden ist furchtbar *lassdichmaldrückenwoauchimmerduwohnst*
Ihr schafft das schon.
Celine braucht dich und deine Liebe jetzt, dein Großer natürlich auch, und da hilft dir der Frust nicht wirklich weiter.
Wenn du Frust ablassen willst, dann melde dich, wir sind hier und wennes dir hilft auch ruhig per PN
Gruß Gigi
Gabi und Lukas
10.05.2006, 08:31
LIebe Katja!
Du hast nicht versagt!!!!!!!
Mir ging es damals genauso wie Dir, alle in meinem Umfeld behaupteten, dass das Stillen kein Problem wäre, so dass ich mich dauernd fragte, warum ich so blöd war, es doch nicht hinzukriegen.
Lass Dich nicht fertig machen! Du liebst Dein Kind, unterstützt es und stehst ihm bei, dass ist so viel wichtiger als dieFrage, ob es gestillt wird oder nicht.
Habe ich es richtig verstanden, dass Du den Versuch noch nicht ganz aufgegeben hast? Wenn Du noch Fragen zum Stillen an der Brust hast, melde Dich ruhig per pn bei mir.
Liebe Grüße von Gabi
Katja mit Celine
11.05.2006, 13:35
alle in meinem Umfeld behaupteten, dass das Stillen kein Problem wäre, so dass ich mich dauernd fragte, warum ich so blöd war, es doch nicht hinzukriegen.
Ja genau so kann man es sagen.
und auch wenn ich mir jetzt schon wieder total schlecht vorkomme wenn ich das sage, ich mag es nicht mehr versuchen. Ich glaube jeder weitere versuch würde mich noch mehr frusten.
Das Abpumpen klappt gut, Celine bekommt Ausschließlich Mumi zur Zeit, da bin ich schon froh drum, das hab ich bei meinem Sohn so nichtmal geschaft.
LG Katja
Doreen mit Elisei
11.05.2006, 14:45
Hallo Katja, das ist auch völlig ok, dass Du es nicht mehr versuchen magst. Wenn Du für sie Pumpst tust Du ne Menge. Ich habe damals auch probiert zu Stillen, aber der kleine Mann konnte auch gar nicht klarkommen. So habe ich dann 9 Monate Milch gepumpt und wehe es versucht mich jemand runterzumachen;) , weil ich es nicht weiter versucht habe mit dem Stillen. Das Pumpen ist schließlich auch kein Zuckerschlecken und Elisei hat dadurch viel von mir bekommen.
Also, folge Deinem Bauchgefühl und mach was Du für richtig hälst. das wird dann schon passen.
Kirsten und Noel
11.05.2006, 14:48
Hallo Katja,
bei mir war es vor zwei Jahren das gleiche - alle ermutigten mich, jeder half nach bestem Wissen, wir haben wirklich alle Hilfsmittel durchprobiert und ich war wirklich geduldig, aber es hat nicht geklappt. Ich konnte meinen Sohn nicht stillen. Heute weiss ich, warum es so schwierig war, aber dieses Wissen haben leider noch nicht viele Krankenschwestern oder Hebammen - und für die meisten Ärzte ist die Ernährung von Babys eher ein langweiliges Thema, zu dem sie sich nicht grossartig fortbilden. Leider!
Du machst das genau richtig! Deiner Tochter kannst Du gar kein besseres Geschenk machen, als ihr Muttermilch zu geben, aus eigener Erfahrung weiss ich, wie anstrengend es ist, ein Baby "pumpzustillen", also es nur mit abgepumpter MuMi zu ernähren. Daher hast Du auf keinen Fall versagt, da kann ich Gabi nur zustimmen. Im Gegenteil! Du kannst stolz darauf sein, was Du für Celine tust!!
Hallo Katja,
nein, das darfst du nicht sagen, du hast nicht versagt! Auch ich konnte Florian nicht stillen und habe abepumpt, und das ist wirklich nicht so ohne!
Also nicht den Kopf hängen lassen!
Katja mit Celine
11.05.2006, 22:24
Danke das ist so lieb von euch.:blume:
Stimmt, das Pumpen ist auch nicht so ohne. Aber es hat sich recht gut eingespielt, die menge ist immer richtig für sie, eher ist etwas mehr da.
Eigendlich hätt sie heute einmal Pulvermilch bekommen müßen, aber die Maus hat promt heut Nacht einfach länger geschlafen und da passte wieder alles.:p
LG Katja
Doreen mit Elisei
12.05.2006, 09:29
Hallo Katja, was machst Du mit der Milch, die zuviel ist? Hoffentlich einfrieren?
Denk auch dran, dass die kleinen mit 6-8 Wochen und dann mit ca. 3 Monaten einen Wachstumsschub haben und ab da mehr Milch trinken wollen. Du solltest dann einfach etwas öfter pumpen, wenns geht auch schon bevor es losgeht mit der grossen Fresserei. Mit einem doppelten Set kannst Du die Milchmenge dann auch recht gut steigern, so dass Dein Schatz auch immer genug bekommt und Du gar keine Fertigmilch brauchst.
Gabi und Lukas
12.05.2006, 10:01
Hallo Katja!
Ich finde es ganz großartig, dass du abpumpst und der Kleinen Muttermilch gibst!
Schön, dass es os gut klappt!
Liebe Grüße von Gabi
Kathleen
09.09.2006, 14:34
Hallo!
Als Sebastian im Krankenhaus seine erste Mahlzeit bekam war ich total verwundert, als die Schwester ihn dazu abholte. Ich fragte, wie es den mit Stillen sei. Da sagte man mir, dass es nicht funktionieren würde. Gut, damals habe ich mich damit abgefunden. Aus heutiger Sicht hätte ich ihn damals einfach anlegen müssen und nicht auf das Gerede der Schwester hören sollen. Heute ärgert mich es, dass ich Sebastian nicht gestillt habe.
Gruß Kathleen
Die letzten Einträge zu diesem Thema sind ja schon älter, aber das Thema an sich sicher immer brandaktuell.
Finja hat eine LKGS links. Ich konnte sie direkt nach der Geburt anlegen. War toll, da ich mich auf "nicht stillen können" eingestellt hatte. Das ging auch einige Tage so halbwegs gut. Mir hat keiner reingeredet und ich habe mich in Erinnerung an die Broschüre "Gebt uns mehr Zeit" in Geduld geübt. Da Finja Freitag Abend geboren wurde kam die Stillberaterin erst am Montag zu uns.
Für Finja blieb das Trinken an der Brust sehr anstrengend (maximal 3-5 Minuten schaffte sie es ), sie nahm auch 3 Wochen lang kaum zu und war zwischendurch grenzwertig gelb. Die Platte bekamen wir wegen einiger Umstände erst nach 2 Wochen. Damit konnte sich dann gar nicht mehr an der Brust trinken. Jetzt pumpe ich voll ab und sie nimmt den Habermannsauger.
Und natürlich ist Stillen für mich nach 2 gestillten Kindern sehr wichtig und ich war lange Zeit sehr traurig darüber, dass es wohl nicht gehen wird.
Was ich eigentlich erzählen wollte ist der Umgang meiner Stillberaterin im Krankenhaus, die auch zu mir nach Hause kam.
Sie hat mich ganz intensiv in allem unterstützt, hat mir immer das Gefühl gegeben das es noch einen Weg gibt, wenn der aktuelle nicht funktioniert und vor allem hat sie unsere Familiensituation im Auge gehabt und geschaut was realistisch ist. Sie hat zum Beispiel auch als ich ihr leider erzählen musste das ich auch die Schmusestilleinheit die Finja noch 1 mal täglich bekam aufgegeben habe, weil es einfach gar nicht funktionierte, gesagt dass es super ist das ich noch abpumpe und das eine stressige Stillsituation überhaupt nichts bringt und das jede Mahlzeit die Finja Muttermilch bekommt super ist, aber das wenn das nicht immer geht und ich zufüttere das auch prima ist.
Ich wurde die ganze Zeit durchweg positiv motiviert bei dem Weg den Finja und ich gehen. Und ich bin sicher das ich mit anderen Aussagen zum Thema Stillen wirklich stress bekommen hätte. So läuft hier alles relativ rund und all e profitieren davon, dass ich nicht supergestresst und angespannt bin.
Natürlich habe ich noch die Hoffnung das sich die Situation nach den OP´s eventuell ändert.
Ich bin dieser Frau im Dritten Orden in München wirklich dankbar für ihren sehr persönlichen, fachlich kompetenten und sehr angagierten Umgang .:freude:
Barbara mit Sanja
11.02.2008, 22:58
Ich wollte nur mal kurz schreiben, dass die Beiträge sicher geholfen habe, dass ich Sanja immer noch mit Genuss stille. :hallo: Dadurch habe ich die geniale Stillberaterin Frau Guoth-Gumberger kennegelernt, die sehr einfühlsam und ermutigend auch am Telefon berät.
Viele liebe Grüße
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